Die Nacht war mild und als der Wecker klingelte, konnte ich es kaum erwarten aufzubrechen. Bei angenehmen Temperaturen (12 Grad) startete ich in den Tag. So früh am Morgen ist der Verkehr noch ruhig und ich hatte meine Ruhe. Lange blieb es aber nicht ohne Zwischenfall, um 05Uhr 20 lief ich an einer Tankstelle vorbei und ein Abfall Container stand in Flammen. Ich schaute nach und die Tankstelle war bewacht und der Mann hielt ein Auge drauf, ich hatte so viele Fragen zu diesem Zeitpunkt, nichtsdestotrotz führte ich meine Wanderung weiter. Mit der Zeit zog auch der Verkehr an und es wurde mühsam für mich aufgrund des ganzen Lärmes. Ab und zu ist es auch gefährlich, vor allem wenn drei Fahrzeuge nebeneinander auf zwei Spuren auf mich zu gefahren kommen. Nach dem Sonnenaufgang machte ich eine Pause auf einer Bank und wechselte die Schuhe. Auf einmal kam ein Mann vorbei den ich zuvor gegrüsst hatte und brach mir einen Tee vorbei.
Nach dem grossartigen Geschenk lief ich noch viele Kilometer an der Strasse entlang, aber es gab für mich noch viel Abwechslung, da ich mehrere Städte durchlief. Ich wurde häufig angesprochen und kam mehrmals ins Gespräch mit den Einheimischen. Ein Mann gab mir als Tipp mit: «Es gibt sehr liebe Leute, aber es gibt auch andere». Ich antwortete nur: «das gibt es in jedem Land» und lächelte. Ich ergänzte noch: «bis jetzt hatte ich noch nie Angst um meine Kamera, da die Leute in der Türkei sehr respektvoll sind». Die Gespräche waren immer grossartig und ich erfahre einen grossen Einblick ins Leben der Leute. In einer Stadt kaufte ich vier Gepäckstücke auf der Strasse ein und der Verkäufer schenkte mir noch zwei weitere dazu. Ich bedankte mich vielmals und war begeistert. Danach ging es nicht mehr lange weiter und ich machte meine verdiente Mittagspause. Da die Sonne bereits früh von den Wolken wieder verdeckt wurde, musste ich mich warm anziehen über die Pause. F0r den Nachmittag hatte ich mir noch einige Kilometer vorgenommen, weshalb ich die Pause verkürzte und um 15Uhr aufbrach. Zu diesem Zeitpunkt flogen zwei Kampfjets über mir herum, die Flugbahn, die die zwei Jets flogen machte zunächst für mich keinen Sinn. Von meinem Pausenplatz lief ich 500Meter weiter, bis ich zu einem Flughafen kam und dort sah ich, wie ein Flugzeug brannte. Weshalb gleich zwei Kampfjets und später noch eine Militärdrohne den Flugraum überwachen mussten, ist mir Unklar, ich hoffe nur es gab keine Verletzten.
Am Nachmittag lief ich wieder neben der Hauptstrasse, aber der Verkehr war Gottseidank nicht so stark. Am Strassenrand waren mehrere Verkaufsstände mit Früchten. Zuerst rief mich ein Mann zu sich und gab mir zwei Melonenschnitze und wir unterhielten uns ein wenig und nur ein paar Stände weiter wurde mir eine halbe Wassermelone von einem Mann geschenkt. Ich bin überwältigt von der Gastfreundschaft und mein Wasser durfte ich auch noch direkt auffüllen. Auf den nächsten fünf Kilometer bis zu meinem Schlafplatz kam ich noch mit mehreren Leuten ins Gespräch und bekam auch noch Sonnenblumenkernen geschenkt. Ein Mann war sehr betrunken und da ich mich nicht Unterhalten konnte lief ich weiter.
Nach insgesamt 55km war Schluss für Heute. Neben meinem Pfad fand ich einen guten Platz. Der Wind ist immer noch sehr stark und ich hoffe, dass er in der Nacht weniger wird. Meine Beine sind durch die ganze Anstrengung sehr kalt und ich hatte das Gestern schon, nach ein paar Stunden im Schlafsack kommt irgendwann die Wärme zurück. Es sind noch 103km bis an die andere Seite des Bospurus und das Ziel ist es in zwei Tagen an meinem 80.Tag in Asien zu sein.









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