In meiner letzten Nacht bekam ich noch Besuch von der Polizei. Mitten in der Nacht standen mehrere Leute um mein Zelt herum und einer rüttelt daran. Ich hörte mehrmals «Polis» ich rief zurück «geh weg und lass mich in Ruhe» auf Schweizerdeutsch. Als ich dann merkte, dass die Situation ernster wurde, ging ich mit meinem Pass raus, ich wollte doch nur schlafen. Die Polizisten verstanden nur ein paar Wörter Englisch und dank meinem Spickzettel konnte ich ihnen erklären «dass es meine letzte Nacht war und ich zu Fuss von der Schweiz, bis nach Istanbul laufe». Die Polizisten waren sehr beeindruckt und sagten mir, es sei in Ordnung, da es meine letzte Nacht war. Ich ging zurück ins Zelt und mein kleiner Kollege, die Katze schlief weiter, unter dem Tarp. Trotz Unterbruch schlief ich sehr gut neben der Strasse, ich höre die Geräusche gar nicht mehr. Zum allerletzten Mal packte ich alles zusammen und dann war es endlich so weit. Ich dachte viel während meiner Reise an den «letzten Tag» und plötzlich war es so weit. Ich versuchte es nochmals in vollen Zügen zu geniessen.
Mein Freund, die Katze liess ich dort, da sie für mich zu langsam lief. Bereits kurz nach dem Start, passierte für mich noch was Witziges. Ein Polizist nahm ein Mann fest, der betrunken war und als ich vorbei ging, war der Polizist mega interessiert und höflich. Wir sprachen miteinander und der betrunkene Mann, stieg mit einem sehr traurigen Gesicht ins Auto ein. Für mich war es witzig, da der Polizist sehr freundlich zu mir war und nebenbei noch ein Mann festnahm.
Der Verkehr war noch schwach und da ich auf dem Fussgängerweg lief, brauchte ich auch keine Stirnlampe. In der Vorstadt vor Istanbul tätigte ich noch eine Pause und wechselte noch meine Schuhe. An meinem letzten Tag wurde ich auch nochmals von Hunden gejagt und viel angebellt, mir wurde nochmals das volle Angebot geboten. Während ein Hund mich verfolgte, hielt ein Auto neben mir und der Mann wollte, dass ich zu ihm ins Auto stieg, aber an meinem letzten Tag musste ich alles laufen und sagte dem Mann ab.
Irgendwann war es so weit und ich war in der Stadt. Meine Stimmung kippte schnell, da ich es einfach nicht mag mit meinem Rucksack inmitten von vielen Leuten zu sein. Aber das aller schlimmste war für mich die langsamen Leute vor mir, die ich alle überholen musste und noch der Verkehr neben mir, da ich nicht überfahren werden wollte. Nach ein paar Kilometer hatte ich es dann geschafft und ich war bei der blauen und roten Moschee angekommen. Mein Gefühlschaos ging los, ich war komplett überwältigt musste mich aber noch bremsen, da ich noch nicht in Asian war. Nach einer Pause und ein paar Fotos, lief ich zur Hafenstation. Irgendwie stand ich komplett neben mir und dass ich zuerst nicht die richtige Fähre fand, half nicht sehr. Nach unnötigem Herumlaufen fand ich meine Fähre und fuhr nach Asien. Auf allen Brücken ist es verboten zu laufen und man muss von einer Seite zur anderen eine Fähre oder den Zug nähmen. In den letzten Tagen forderte ich meinen Körper sehr stark und dass kam ich zu spüren. Von der Hafenstation humpelte ich noch drei Kilometer bis zu einem Leuchtturm, da mein Fuss nicht mehr wollte. Dann war der Moment gekommen und ich war fertig, ich hatte es geschafft!!!
Ich bin in 80Tagen von meinem zu Hause bis nach Asien gelaufen. Ich sass eine Weile auf einem Stein und genoss es. Nach der Pause ging ich zum Hostel und kam an. Ich war schon lange nicht mehr so müde wie an diesem Abend.
Nach einer unruhigen Nacht ging ich zum Hafen runter und sass auf demselben Stein wie Gestern und schaute den Sonnenaufgang an. Allmählich realisiere ich, was ich geschafft habe.
Ich dank euch allen für das Lesen dieses Blogs und auch für die lieben Nachrichten. Ohne euch hätte ich es nicht geschafft! Danke vielmals.









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