Nach einer angenehmen Nacht im Hotelzimmer, ging es für mich wieder raus in die Natur. Der Vorteil wenn man in einem Zimmer schläft: ich muss nicht alles zusammenpacken und bin schnell bereit loszulegen. Aus dem Hotel raus ging alles an der Hauptstrasse entlang. Schon am morgen früh musste ich auf den Verkehr achten, da ich nicht immer einen Fussgängerweg zu Verfügung hatte. Einen kleinen Teil lief ich auf der Autobahnauffahrt, bis ich wieder auf meiner Route war. Um abzukürzen lief ich geradeaus über die Kreisel und nicht wie üblich gegen den Uhrzeigersinn. So an der Strasse entlang ist es sehr eintönig, da hilft es meiner Motivation, wenn die Autofahrer mir zuwinken und hupen. Ich spürte, dass meinem Körper die Pause gut getan hatte, ich hatte wieder viel Energie und lief wie ein junges Reh. Ein anderer Vorteil ist es der Strasse entlang zu laufen, dass Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen mit Toiletten am Weg anzutreffen.
Um halb zwölf kaufte ich in einem Lidl ein und fand in der Nähe unter einem Ahornbaum Schatten für meine Mittagspause. Die Mittagspause musste ich dann vorzeitig unterbrechen, da sich mein Körper meldete und ich Durchfall bekam. So etwas ist immer «Scheisse» aber ich war auch irgendwie froh, da ich zwei Tage zuvor in Bergamo nicht so fit war und jetzt endlich richtige Symptome hatte. Nach diesem Vorfall lief ich direkt weiter obwohl es noch sehr warm war und trank genügend um meinen Körper mit Flüssigkeit zu versorgen.
Auf dem Weg nach Ospitaletto kam mir ein Mann auf einem Fahrrad vorbei, er schenkte mir drei Feigen und wir kamen ins Gespräch. Paulo traf ich im nächsten Dorf nochmals an. In Ospitaletto war dann Schluss für mich, ich fand einen Supermarkt und in der Nähe einen geeigneten Platz für mein Zelt. Als ich am Kochen war liefen viele Leute vorbei und winkten mir zu, ein Mann machte sogar ein Foto von mir mit meinem Zelt. Ich gönnte meinem Körper Ruhe und ging früh schlafen.
Heute lief ich insgesamt 38km und hätte das nie gemacht wenn es mir nicht gut gegangen wäre. Ich denke, das waren noch Nachwirkungen von vor zwei Tagen, da mein Körper heute super lief.

















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