Tag 71: Fighiera-San Nicolas

Mitten in der Nacht wurden wir von einem Zug geweckt, der mehrmals hupte. Die Bahnlinie befand sich rund 50Meter hinter unserem Zelt. Joness und ich schreckten beide auf und fragten uns auch warum der Zug direkt hinter uns hupen muss. Vielleicht müssen auch wir unsere Zeltplätze überdenken. Dank den neuen Matratzen schliefen wir sehr gut und es gab in der Nacht keine weiteren Störungen. Als wir unser Material am zusammenpacken waren, kam noch die Polizei vorbei. Die Polizisten sahen unser Gefuchtel mit den Taschenlampen im Wald und besuchten uns. Da wir auf dem Sprung waren, liessen die zwei Herren uns in Ruhe und wir konnten unsere Vorbereitungen weiterführen. Heute Morgen lief ich Joness davon, einerseits dank den Wanderstöcken, andererseits hatte Joness Verdauungsprobleme. Ich wartete immer wieder auf ihn auch wenn ich ihn nicht mehr rufen hörte und weiter lief. Der Darm von Joness beruhigte sich im Verlauf vom Tag und wir kamen immer besser vorwärts.

In einem kleinen Dorf fragten wir nach Wasser, da es früh morgens schon sehr warm war und noch heisser im Verlauf des Tages wurde. Wir bekamen nicht nur Wasser, Joness und ich durften uns auch kurz mit dem Wasserschlauch reinigen und den Schweiss abwaschen. Die Abkühlung tat uns sehr gut. Mithilfe des Feldweges liefen wir nach Theobold, am Eingang des Dorfes wurden wir von zwei Frauen angesprochen und wurden mit Wasser beschenkt. Nach dem Dorf Theobold endete der Feldweg und wir mussten ein paar Kilometer neben der Autobahn laufen. Nachdem wir einen Fluss überquert hatten, stellten Joness und ich fest, dass wir in der Provinz Buenos Aires angekommen sind und somit die Provinz Santa-Fe komplett  durchlaufen hatten.

Es motivierte uns, dass wir die letzte Provinz in Angriff genommen hatten und freuen uns auf neue Polizisten. Normalerweise ist immer eine Kontrolle zwischen den Provinzen, aber dieses Mal kamen wir an keinen Kontrollposten, vielleicht da wir auf der Autobahn und nicht auf der Landstrasse waren. Da es nicht mehr kühler wurde, liefen wir auch heute bis 11Uhr. Bis dorthin hatten wir 30km zurückgelegt und erreichten einen Busbahnhof. Dort konnten wir uns verpflegen und es fiel nicht auf, wenn zwei Wanderer am Boden schlafen. Nach einer erholsamen Siesta, in der nicht spezielles passierte, ging es für uns weiter.

Um 16Uhr starteten wir wieder mit dem Laufen. Wir liefen wieder neben der Autobahn, was nicht schön ist, aber wir kommen gut vorwärts. Auf dem Weg kauften wir unser Abendessen ein, es gab wie immer Nudeln und Nüsse. Nach insgesamt 41 gelaufenen Kilometer erreichten wir den geplanten Campingplatz. Wir wurden sehr freundlich empfangen und den Besitzern gefiel unsere Geschichte. Der Campingplatz ist an einem Fluss gelegen, in dem wir sofort ein Bad nahmen als wir ankamen. Wir wuschen uns und unsere Kleidung im Fluss, was den anderen Badenden skurril vorkam. Joness gefiel die Wassertemperatur, die schätzungsweise bei 30Grad war. Wir schlossen sofort neue Bekanntschaften und wurden von den Leuten beschenkt. Die Gastfreundschaft ist super und als ich diesen Beitrag schrieb kam noch der Besitzer vorbei und fragte mich, ob alles gut sei und ob er uns bei etwas behilflich sein kann.

Die Leute feiern noch fröhlich und beginnen gemütlich an zu kochen und wir zwei Wanderer verschwinden ins Zelt und freuen uns auf Morgen.

Tag 70: Rosario-Fighiera

Tag 70: Rosario-Fighiera

Nach einer unruhigen Nacht waren wir froh, dass es weiter ging. Mir machte das Abendessen und Joness die Verdauung zu schaffen. Wir schliefen in einem Kajüten Bett, jedes Mal wenn ich mich oben bewegte, spürte es Joness unten. Nichts desto trotz war und ist immer noch...

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1 Kommentar

  1. Also von einem Zug geweckt zu werden muss doch schön sein. Weiterhin gute Reise.

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