Tag 72: San Nicolás-Gobernador Castro

Irgendwann in der Nacht waren dann alle Argentinier fertig mit essen und es wurde auf einmal ganz ruhig auf dem Campingplatz. Als wir zwei Wandervögel aufgestanden sind, hatten wir den ganzen Campingplatz für uns alleine. Ganz leise hatten wir den Campingplatz verlassen und für uns startete ein neuer Tag. Aus dem Campingplatz heraus ging es an der Bahnschiene entlang Richtung Hauptstadt. Mich freute es, dass wir auf Waldwegen laufen können. Da wir zum Schluss noch genug Asphalt als Bodenbelag vorfinden werden.

Wir beide waren müde, da wir die zwei vorherigen Tage schon viel liefen. Zudem ist immer noch der dritte Tag nach der Pause der intensivste. Das Wetter war heute angenehm, es wehte immer ein Wind und Schleierwolken machten es der Sonne schwer uns zum Schwitzen zu bringen. Trotz der Wolken mussten wir viel trinken, im Abstand von zehn Kilometer passierten wir Dörfer und konnten dort etwas zu Trinken oder Essen kaufen. In El Paraiso konnten wir Lebensmittel einkaufen und fanden ein schattiges Plätzchen. Wir lernten Leandro kennen, der in El Paraiso ein hundert jähriges Gebäude zu einem Restaurant umbaut. Leandro lebte mehrere Jahre in Berlin und konnte mit uns wieder einmal Deutsch sprechen. Er zeigte uns sein zukünftiges Restaurant, was mir als Schreiner sehr gefiel, da er das Holz aufbereitet hat und den Innenraum so liess wie früher. Leandro arbeitete weiter an seinem Restaurant und wir schliefen.

Das nächste Dorf ist 14km von El Paraiso entfernt und Joness und ich beschlossen, nach der Siesta dorthin zu laufen. Der Weg war sehr staubig, wenn Autos vorbei fuhren wirbelten diese Staub auf und wir sahen für ein paar Sekunden nichts mehr. Die Sonne zeigte immer wieder ihre Kraft und brannte unsere Hirnzellen weg. Ich fragte Joness, ob es ihm gut geht und er sagte: «Ich habe das Zeitgefühl verloren, ich weiss nicht, ob wir sechs Stunden oder 20Minuten am laufen sind». So geht es uns manchmal, wir laufen nur noch. Irgendwann erreichen wir jedes Dorf, so war es auch mit Gdor. Castro. Wir liefen in den ersten Einkaufsladen und kauften für das Abendessen und für morgen ein. Im Laden konnten wir unsere leeren Plastikflaschen auffüllen und wurden noch mit zwei weiteren Flaschen beschenkt. Vollgepackt liefen wir an den Rand des Parkes und kochten dort. Mit vollen Mägen bauten wir unser Zelt auf und legten uns hinein.

Heute liefen wir 43km, mit sehr grossen Schritten näheren wir uns unserem Endziel Buenos Aires. Wir freuen uns auf das Ende, sind aber auch traurig wenn es zu Ende ist.

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