Tag 73: Gobernador Castro-Río Tala

Trotz hohen Tagestemperaturen wurde es in der Nacht nochmals kühl und wir beide nahmen unsere Schlafsäcke in der Nacht zu Hilfe. Bevor wir schlafen gingen, rechneten wir noch mit der Polizei, doch zu unserer Überraschung wurden wir bis jetzt noch nicht in der Provinz Buenos Aires kontrolliert und es kann auch so bleiben. Wir beide brauchten am Morgen einen Moment um in die Gänge zu kommen, aber als wir wacher wurden waren wir top fit.

Am 73.Tag starteten wir zuerst auf einem Feldweg und ich beschloss, danach eine Abkürzung zu nehmen und ein paar Kilometer auf den Bahnschienen zu laufen, da es direkter war und sehr wenig Züge fahren. Mein Partner gefiel die Idee nicht und seine Hüfte machte ihm Probleme, aber für einen Rückweg war es zu spät und er musste da durch. Mein Plan ging auf und wir kürzten den Weg ab. Bei einer Shell Tankstelle tätigten wir eine Pause und konnten unser Wasser auffüllen, was heute sehr essenziell war, da die Temperatur über 40Grad stieg. Bis zur Mittagspause liefen wir 29km und wir erreichten einen neuen Meilenstein: wir liefen heute den 2000. Kilometer!!!

Für die Mittagspause lagen wir im Park in Río Tala. Ganz untypisch für Südamerika machten nicht alle Einwohner des Dorfes eine Siesta und wir bekamen immer mal wieder Besuch. Ein älterer Herr gab uns Orangen und auf die Frage, ob er Geld für die Orangen will, sagte er: «Ich möchte nur ein bisschen Geld um Zigaretten zu kaufen». Der Mann sah ungesund aus und hatte Mühe mit dem Gehen, aber ich spürte, dass die Zigaretten ihm gut tun und gab ihm etwas Kleingeld. Wir erzählen viel davon, dass die Personen in Paraguay oder Argentinien auf Plastikstühlen sitzen. Im Park hatte es genügend Sitzmöglichkeiten, trotzdem lief eine Familie in den Park hinein und hatte die eigenen Plastikstühlen dabei.

Nach dem Mittagschlaf liefen wir noch 13km weiter. Zuerst ging es für uns Zwei auf dem Feldweg weiter. Bei einem Fluss sahen wir eine Familie, die ihr Abendessen fischte. Als der Feldweg zu Ende war, liefen wir auf dem Pannenstreifen der Autobahn weiter. Bei einem Kiosco machten wir halt und fragten nach Wasser. Wir wurden von dem Herrn mit Wasser und Brot beschenkt und durften uns mittels dem Wasserschlauch abkühlen, da ihm unsere Reise gefällt. Dankbar ging es für uns in den Schlussspurt des Tages. Nach insgesamt 42km erreichten wir eine Autobahn Raststätte. Wir tranken einen Tee und assen die vegetarischen Gerichte in der Raststätte.

Heute haben wir zwei Meilensteine erreicht. Wir liefen unseren 2000. Kilometer und wir sind den dritten Tag in Folge über 40km gelaufen und das bei über 40Grad. Ich habe nur noch das Ziel im Kopf und wir beide freuen uns, wenn es Morgen weiter geht.

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