Arusha 23.06-22.07.2023

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23.06.2023

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Auf dem Weg zum Flughafen spürte ich keine Nervosität. Erst als ich meinen Rucksack abgegeben hatte, änderte sich meine Ungeduld und die Vorfreude war riesig. Ich verabschiedete mich von meiner Freundin und marschierte zur Sicherheitskontrolle.

Eine betrunkene Frau begegnete mir vor der Kontrolle und bot mir ihre Weisswein Flasche an, da ich endlich ins Flugzeug wollte, war ich so in einem Tunnel, dass ich sie komplett ignorierte.

Vor dem Flug lernte ich auch noch ein paar andere Schweizer kennen, wir tauschten uns ein wenig aus.

Mein Flug ging via Äthiopien nach Tansania. Vom eigentlichen Flug nach Addis Abeba (Hauptstadt von Äthiopien) weiss ich nicht mehr viel. Da ich fast den ganzen Flug durchgeschlafen hatte, wachte ich erst bei der Landung wieder auf. Hier hatte ich mehrere Stunden Zeit, bevor mein Flug nach Tansania weiterging. Während dem Flughafenaufenthalt lernte ich noch weitere deutschsprachige Reisende kennen, die wie ich auf dem Weg nach Tansania waren. Der Flug von Addis Abeba nach dem Kilimanjaro Flughafen, war dann mit 2.5 Stunden relativ kurz und ruhig.

Auf meinen bisherigen Reisen habe ich schon einige Flughäfen gesehen, aber der Kilimanjaro Flughafen ist auf seine Art und Weise anders. Wenn man das Flugzeug verlässt, kommt man zuerst eine Treppe runter und läuft dann auf dem Rollfeld zu einer Aufenthaltshalle und Kontrolle. Flughafen darf man das hier eigentlich gar nicht nennen. Zuerst wurden alle Passagiere auf die Gelbfieber Impfung und das Visum kontrolliert. Nach der Kontrolle fand ich meinen Freund, den Rucksack (in dem mein ganzes Campingequipment ist), in einer Aufenthaltshalle vor. Normalerweise findet man sein Gepäck auf einem Gepäckband, aber hier lagen alle Gepäckstücke einfach auf dem Boden rum.

Ich war sehr froh meinen Rucksack zu sehen und zu wissen ich habe alles bei mir. Beim Ausgang warteten viele Männer mit Namen auf Kartonschildern auf Reisende. Auch mit meinem Namen sollte ich ein Schild vorfinden, aber ich fand keinen Urs noch einen Hürlimann. Da ich nur in der Halle WLAN hatte, lief ich dorthin zurück und kontaktierte den Koordinator des Volunteer Programms, welches ich gebucht hatte. Er teilte mir daraufhin mit, dass der Fahrer vor Ort sein müsste. Also ging ich zurück und suchte nochmal meinen Namen. In der Zwischenzeit wurde ich von einem Taxifahrer angesprochen, der mir weiterhalf. Nach einer kurzen Zeit rief mich Mark (der Koordinator) an und sagte mir, dass der Fahrer mich vergessen hatte. Mark kannte aber den Taxifahrer, welcher mir bereits half und sagte er wird mich nach Arusha fahren. So kam es, dass ich in einem noch fremden Land und zu einem Mann ins Auto stieg, den ich gerademal zehn Minuten kannte.

Der Taxifahrer fuhr mich in die eine Stunde entfernte Stadt. Dort wurde ich dann von meinem eigentlichen Fahrer Masimba abgeholt und zum Programm gefahren.

Im Haus angekommen musste ich zuerst auf meinen neuen Zimmerkameraden warten. Ich setzte mich daraufhin zu einer jungen Frau, die auch gerade erst angekommen war. Sie kommt aus Kanada und heisst Caitlin. Wir tauschten uns aus und es war schön nach einer langen Reise mit einem sympathischen Menschen reden zu können. Nach einer Weile lernte ich auch meinen Zimmerkameraden Adrian kennen. Er zeigte mir mein Zimmer in welchem ich die nächsten drei Wochen zu Hause bin. Am Abend beim Abendessen lernte ich dann noch viele weitere Gesichter kennen.

Am nächsten Morgen (Sonntag) wurde ich gefragt: „Ob ich eine Gruppe in die Kirche begleiten möchte“ ich zögerte nicht lange und freute mich auf ein bisschen Gospel. Direkt wurde ich mit den örtlichen Verkehrsmittel konfrontiert. Wir benutzen die Roller-Taxis die hier „Pikipiki“ genannt werden. Nach einer rasanten Fahrt und einer nahen Begegnung mit dem Verkehr, kamen alle unverletzt bei der Kirche an.

Am gleichen Wochenende wie ich betrat auch Chris aus Schottland und Emilie aus Dänemark das Haus. Wir drei arbeiteten zusammen im gleichen Waisenhaus. Nicht alle arbeiteten jedoch in einem Weisenhaus. Es gab verschiedene Programme wie z.B.: Baugewerbe, Krankenhaus, Rechtswesen und Waisenhäuser. Die meisten freiwilligen Helfer waren zwischen 17-22 Jahre jung, danach gab es noch „unsere“ Gruppe von 27-35Jahre alten. Da wir alle aus verschiedenen Kontinenten stammen, fand auch ein kultureller Austausch statt. Trotz des Altersunterschiedes und den verschiedenen Herkunftsländer wurden wir alle irgendwie Freunde.

Die Arbeit im Waisenhaus machte mir sehr Spass. Es war aber auch Kräfte zehrend, da immer fünf Kinder gleichzeitig mich als Klettergerüst benutzen wollten.

Ich erinnere mich noch, anfangs hatte mich der stinkende Geruch des Wassers sehr gestört. Am Ende fiel er mir nicht mal mehr auf. Bei meiner Ankunft waren noch Schulferien, weshalb auch über 50 Kinder im Waisenhaus waren. Als die Schule wieder begann, waren es nur noch 17 Kinder. Nur noch die jüngeren Kinder und diese welche keinen „Sponsor“ für die Schule bekamen waren hier. 

Auch mit 17 Kindern gab es noch sehr viel zu tun, die jüngeren genossen die vollste Aufmerksamkeit. Sie wollten am liebsten auf den Arm genommen und herum getragen werden.

Das Volunteer-Programm war für mich ein perfekter Start um im neuen Land anzukommen und Leute kennenzulernen. Trotzdem würde ich es so nicht mehr machen. Ich bezahlte zu viel und der Koordinator, ein guter Geschäftsmann, liebt das Geld mehr als die Leute. Er wollte von Chris und mir 100USD für ein Arbeitsvisum, ich aber wusste dass es in unserem Fall nur 50USD beträgt.

Solche Vorfälle häuften sich, aber auch mit dem Eigentümer vom Waisenhaus stimmte etwas nicht. In Tansania kann man sehr gut reisen und seine Hilfe in Waisenhäuser oder auch in den Dörfern anbieten. Man muss nicht über Plattformen etwas buchen und viel Geld bezahlen.

Nach fast einem Monat in Arusha war es Zeit für mich weiter zu gehen. In dieser Zeit habe ich neue Freunde kennengelernt und extrem viel erlebt. Mir fiel es schwer manche neugewonnene Freunde hier zurück zulassen und weiter zuziehen.

Mit Chris und Emilie von „unserer“ Gruppe machte ich auch eine Massai-Tour und eine Safari. Die Massai-Tour werde ich jetzt nicht näher erläutern, da der Stamm für uns extra eine Ziege erlegt hat und wir die noch frisch blutige Niere probieren durften.

Auch einen Tagesausflug zum Lake Natron machte ich, wo ca. 2.5 Millionen Flamingos leben. Zuerst hatte ich den Plan den  Ausflug alleine zu machen und mit dem Bus zu gehen. Aber meine Freunde kannten Einheimische die ihnen ein gutes Angebot machten. Darum dachte ich mir, ich begleite sie doch.

Das Chaos startete jedoch bereits am Morgen,  die Bekannten meiner Freunde holten uns am um 5 Uhr ab. Wir wussten bis dahin noch nicht dass unsere Fahrer direkt vom Nachtclub kamen und nicht nüchtern waren. Die ersten 1.5 Stunden fuhren wir auf einer asphaltieren Strasse, gefolgt von einer Naturstrasse. Wir waren mit zwei Autos unterwegs, das eine war in ordentlichem Zustand und das andere Auto, in dem ich sass, war katastrophal. Das merkte ich schnell, da ich selber 30 Minuten damit fuhr. Da das Auto immer wieder herumsprang und die Kontrolle schwierig war, wechselte ich wieder zum Beifahrer. Das war vielleicht nicht die bessere Idee, da ich das Auto fast besser unter Kontrolle hatte als der eigentliche Fahrer. Er verursachte beinahe zwei Unfälle. Nach insgesamt fünf Stunden Fahrt kamen wir endlich an. Beim Mittagessen kam ein Massai auf uns zu und wollte 20 USD von jedem einzelnen für die Tour. Wir dachten, dass dies mit dem bereits bezahlten Geld dabei war. Nach einer langen Diskussion konnten wir auf ca. 4 USD pro Person herunter handeln.  Der Tag danach war super, wir sahen: wilde Zebras, Giraffen und jede Menge Flamingos. Nach den Tieren gab es noch eine kleine Tour zu einem Wasserfall,

Als wir den Park verlassen wollten, gab es wieder ein Problem mit unseren Fahrern und sie diskutierten über eine Stunde über das liebe Geld. Wenn ich böse sein will würde ich behaupten „die Männer haben sehr viel von unserem Geld in die Taschen gesteckt“. Schlussendlich durften wir ohne mehr zu zahlen den Park verlassen und es ging  mit 5 Stunden Fahrt wieder nach Hause.

Auch der Rückweg blieb nicht ohne Pannen, da das Getriebe vom Fahrzeug mit dem ich fuhr,  ständig überhitzte und die Hälfte der Gänge nichtmehr funktionierte. Wir waren so froh als wir lebend wieder zurück waren, das wir uns als erstes umarmten.

Die Moral von der Geschichte „Bezahl ein wenig mehr für einen richtigen Tourguide mit einen funktionierendem Auto“

In meiner Zeit in Arusha machte ich zwei Safaris, eine davon war beim Volunteer-Programm inbegriffen. Da ich auch noch den Serengeti Park sehen wollte, buchte ich eine zweite Safari mit einem Guide, den ich kennengelernt hatte.

Bei der zweiten Safari handelte es sich um eine „Join-Safari“ das heisst man ist mit Leuten die man zuvor nicht kennt.

Ich bin der Typ der es gerne ruhig mag, vor allem wenn man in der Natur ist und Tiere sehen möchte. Doch zwei Mädels in unserer Gruppe fanden es eine gute Idee, im Nationalpark zu singen. Zum guten Glück war unser Fahrer auf meiner Seite und ermahnte die Mädels. Es kann sein, dass man eine Safari macht und nicht viele Tiere sieht. In meinem Fall war es genau umgekehrt, jeder Tag war ein voller Erfolg und die Safaris haben sich mehr als gelohnt.

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