Wie gewohnt ging es mitten in der Nacht für mich los. Da ich um 03.00 Uhr aufstehen musste, hätte ich beinahe den Wecker überhört. Noch ein wenig Schlafgetrunken packte ich meine Sache und machte mich auf den Weg zur Fähre. Für mich war es ganz normal dass ich die drei Kilometer zur Fähre zu Fuss zurücklegte.
Das war aber überhaupt nicht typisch für Leute aus Tansania, den diese laufen nur das nötigste. Deshalb hielten mehrere Motortaxis an und wollten mich mitnehmen. Bei der Fährenstation angekommen, begrüsste mich mein bekannter Shaibu, er war einer der Guides auf der Walhai-Tour und auch auf dem Weg nach Dar es Saalam. Dieses mal nahm ich auf den Sitzen und nicht wie beim letzten Mal auf dem Deck Platz. Fast pünktlich um 05.00 Uhr legten wir ab und es ging auch nicht lange bis ich einschlief. Vier Stunden später erreichten wir Nyamsati. Von Dort ging es mit dem Dalla-Dalla weiter nach Dar es Saalam. Dieses Mal hatte ich mehr Platz.
Shaibu kam mit mir zur Fährenstation in Dar es Saalam und zeigte mir wo ich mein Ticket kaufen konnte. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit Shaibu, ging ich auf die Fähre und er ging nach Hause. Ich hörte schon davon, dass man in Dar es Saalam und Sansibar von den Leuten bedrängt wird.
Als ich zur Fähre lief, kam ein Mann zu mir und nahm mir ohne zu Fragen meinen Rucksack weg, sofort ergriff ich ihn mir zurück. Der Mann schaute zu mir und sagte: „Ganz ruhig ich möchte dir nur helfen, ich bin von der Fährenstation“. Ich entgegnete „bei mir ist alles gut und ich werde dir kein Trinkgeld geben!“ Der Mann tat so als ob er es nicht gehört hätte und „half“ mir meinen Rucksack zu tragen. Bei der Gepäckkontrolle dann, als wir in der Lounge ankamen und ich mich in einen Sessel setzte, fragte der Helfende nach Trinkgeld. Da ich ein wenig wütend war gab ich ihm klar zu verstehen dass ich ihm kein Trinkgeld geben werde nur weil ich ein „Mzungu“ bin. Mit grossen Augen schaute mich der Mann an und lief zitternd davon.
Beim Warten auf die Fähre lernte ich Fenna kennen, sie ist eine Reisende aus Österreich. Zusammen begaben wir uns auf die Fähre und tauschten uns während der Fahrt nach Sansibar aus. Da die Fähre sehr neu ist, dauerte es knapp 1.5 Stunden und wir erreichten den Hafen in Stone Town auf Sansibar. Nächstes Jahr wird Tansania 60 Jahre alt, das Land entstand durch den Zusammenschluss von Tanganyika und Sansibar. Sansibar fühlt sich aber immer noch als Eigenständig. Das merkte ich vor allem daran da ich nochmals ein Einreisedokument ausfüllen musste und einen Stempel in meinen Reisepass bekam. Beim verlassen des Hafens wurde ich wieder von vielen Leuten angesprochen. Ich lief einfach ohne Reaktion schnurstracks zu meinem Hostel. Fenna und ich hatten nicht dasselbe Hostel gebucht, verabredeten uns aber fürs Nachtessen, nachdem wir unser Gepäck untergebracht hatten.
Auf dem Weg zum Hostel bewunderte ich nicht einmal den Sonnenuntergang, da ich so schnell wie möglich mein Gepäck deponieren wollte. Nach zehn Minuten gehen, erreichte ich meine Unterkunft für die Nacht.
Schnell lernte ich noch zwei meiner Zimmerkameraden kennen, die ihren Urlaub auf Sansibar verbringen. Wie abgemacht trafen Fenna und ich uns beim „Night food market“ in Stone Town. Ich hatte vergessen das diese Gegend sehr Touristisch und auch der Markt mehr für Touris ist. Die Preise hauten mich zuerst fast aus meinen Flipflops. Da auch Fenna über ein gutes Verhandlungsgeschick verfügt, bekamen wir unser Essen günstiger als andere Touristen. Wir bestellten: Jabati (Fladenbrot), Knoblauchbrot, Tintenfischspiss und noch mehrere Fischspiese. Das Abendessen war sehr lecker und wir beide waren danach auch satt. Da wir beide einen anstrengenden Reisetag hinter uns hatten, verabschiedeten wir uns und gingen früh zurück in unsere Hostels.
In meinem Zimmer lernte ich noch Domenico kennen. Er reist seit einem Jahr durch die Welt. Später kam noch Nick dazu, der sich auch auf einer grösseren Reise befand. Wir drei hätten uns noch Monate austauschen können, aber wir wollten Morgen alle früh raus.
Da ich mein Tauchbrevet gebucht hatte, waren Dar es Saalam und auch Stone Town an diesem Tag nur Zwischenstation.
Am folgenden Tag war ich früh wach, ich nutzte dass, da ich noch zur Bank musste und meine Tansanianische Sim-Karte aufladen wollte. Ich konnte meine Aufgaben zur Hälfte erfüllen, da die eine Bank kein Geld mehr hatte. Zu meinem Glück gibt es in Nungwi auch Geldautomaten. Ich lief zurück zum Hostel und nahm meine Sachen und machte mich auf den Weg in den Norden der Insel. In Tansania muss man nur wissen wo die Busstation oder die Dalla-Dallas sind, dann kommt man überall hin. Bei den Dalla-Dallas sagte ich jemanden, dass ich nach Nungwi möchte und er zeigte mir das richtige Dalla-Dalla.
Die Dalla-Dalla’s in Sansibar sind ein wenig anders als diejenigen auf dem Festland. Mein Transportmittel hatte zwei Holzbänke auf der Landebritsche und zudem noch ein Holzdach, das für mich aber zu niedrig war. Lange musste ich nicht warten bis es losging. Durch die ganzen Bodenwellen und Erschütterungen schlug ich meinen Kopf sehr viele Male am Dach an, was ein junges Mädchen zum lachen brachte. Nach mehr als einer Stunde erreichte ich Nungwi. Die ganze Fahrt kostete mich einen Franken. Nach insgesamt 28h Stunden hatte ich meine Reise von Mafia Island bis nach Nungwi abgeschlossen.









0 Kommentare