Tag 1: Asunción-Areguá

Unsere Morgenroutine besteht aus Yoga und Meditation. Seitdem wir in Paraguay sind, haben wir mit unserer Routine begonnen und so fing auch unser erster Tag an. Patti und Guille (die Besitzer des Nomada Hostel) haben uns noch alles Gute gewünscht und uns das Tor geöffnet und dann ging es für uns in die weite Welt hinaus. Die ersten 12 Kilometer liefen wir nur neben der Strasse, bis wir ausserhalb der Stadt waren. Wir gingen immer wieder durch Quartiere die sehr luxuriöse Häuser hatten. Uns war es komisch dabei, da die Favelas nur paar Kilometer hinter uns lagen. Reichtum und Armut liegt offenbar nahe beieinander.

Wir mussten sehr viel neben der Strasse laufen, auch wenn der Verkehr für uns unstrukturiert und das pure Chaos ist, ist es als Fussgänger sicher. Es hat am Strassenrand viele Verkaufsläden mit Obst, Gemüse, Fleisch oder Mate Tee. Wir kamen an einen Stand mit Mate Tee. Mate ist das Nationalgetränk von Paraguay. Jede Person hat seinen Tee Becher mit dem eisernen Löffel, wo zugleich der Strohalm dabei ist. Wir bestellten uns einen Tee und man kriegt dazu ein Liter kaltes Wasser. Das Teepulver wird am Strassenrand gemahlen neben den Ständen, aber wir wissen nicht was es alles enthält. Wir waren gespannt, wie es schmeckt. Für uns beide schmeckte es nach einem Aschenbecher, aber wir wollten nicht unhöflich sein und probierten weiter. Plötzlich mussten wir beide anfangen zu lachen und merkten dass uns ein bisschen komisch wird. Als wir wieder aufbrachen, mussten wir immer noch unkontrolliert lachen, aber es legte sich schnell wieder. Wir wissen noch nicht, was der Tee enthält aber wir waren ein bisschen High. Vielleicht finden wir noch heraus was wir tranken.

Nach dem Tee Erlebnis kamen wir gut vorwärts. Die Mittagssonne ist zu heiss zum Laufen, so dass wir unter einem Baum eine Siesta machten. In einem kleinen Dorf haben wir uns etwas Essen gekauft. Wir liefen heute immer wieder durch Dörfer und hatten genügend Möglichkeiten Wasser zu kaufen. Wir kamen gut vorwärts und wurden immer wieder von Leuten angesprochen und kamen ins Gespräch. Uns wurde auch immer wieder Wasser angeboten, was wir unglaublich schätzen. Kurz vor unserem Tagesziel, liefen wir durch ein kleines Dorf und wurden von einer Familie angesprochen. Der Mann konnte es nicht begreifen, dass wir von Asunción nach Areguá liefen und wünschten uns noch alles Gute. Als wir bei unserem vermeintlichen Tagesziel angekommen waren, war niemand dort und auch kein Campingplatz. Wir suchten nach anderen Möglichkeiten und beschlossen einen Platz zu suchen, um unser Zelt aufzustellen. Wir liefen 500 Meter zurück ins Dorf und dort war ein selbstgebauter Dorfladen, wo wir Brot und Gemüse kauften für unser Nachtessen. Wir entschlossen uns aufzuteilen, Joness suchte einen Zeltplatz und ich ging zu der Familie zurück und fragte nach Wasser. Als ich bei der Familie ankam und nach Wasser fragte, wurde mir sofort ein Platz angeboten und mir wurden noch zwei Orangen zugesteckt. Ich war so dankbar für diese Herzlichkeit. Sie wünschten mir nochmals alles Gute und dann machte ich mich auf den Weg zu Joness, der ein Zeltplatz gefunden hatte. Wir richteten unser Camp ein, da kam die Familie vom Grundstück nebenan und sie fragten uns, ob wir alles haben oder etwas brauchen. Wir waren dankbar, aber da wir noch Nudeln hatten brauchten wir nichts mehr. Unser Plan war es heute 28 Kilometer zu machen, da wir aber noch einen Platz suchen mussten und ins Dorf zurück gingen, liefen wir an unserem ersten Tag 33 Kilometer. Wir sind sehr müde, aber auch dankbar für diesen ersten Tag und die wundervollen Momente. Wir können es kaum erwarten mehr zu erleben in diesem fantastischen Land.

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