Joness schläft deutlich besser als ich im Zelt. Da meine Luftmatratze ein Loch hat, das ich noch nicht ausfindig machen konnte, puste ich meine Matratze zwei bis dreimal in der Nacht wieder auf. Unsere Morgenroutine fand im Zelt statt, da wir nicht Mosquito Futter werden wollten. Um 0515 marschierten wir wieder los, auf dem Weg ans Ende von Iturbe, lagen noch ein paar Kühe auf dem Weg, die sich aber nicht von uns irritieren liessen und brav liegen blieben. Von Iturbe nach Caazapá sind es 26 Kilometer und unser Ziel war es, diese Strecke noch vor der Mittagssonne zu meistern. Wir laufen zu 80 Prozent auf gefestigten Naturwegen und vermeiden so gut als möglich die Strasse. Manchmal sind die Wege auch nicht gefestigt und wir laufen im Sand, was wir beide nicht so toll finden, da wir mehr Energie brauchen. Ich erhöhte das Tempo und Joness folgte mir mühelos und es hiess plötzlich «Gring abä u Secklä» da wir ein Tempo von 6km/h über zwei Stunden liefen. Da die Sonne schon um 09 Uhr extrem heiss ist und wir nur je zwei Liter Wasser dabei hatten, wollte ich möglichst schnell im Ziel sein. Zum Vergleich an extrem heissen Tagen trinken wir sechs bis sieben Liter pro Person und natürlich Wasser. Um 10 Uhr war es soweit und wir näherten uns Caazapá, ein Auto hielt plötzlich neben uns an und fragte uns irgendetwas, was wir nicht verstanden. Der Herr sprach zuerst Guaraní mit uns (die Indigenesprache), Spanisch ist in Paraguay nur eine Zweitsprache, es kommt vor dass wir besser Spanisch sprechen als die Leute hier. Der Mann im Auto konnte zum Glück Spanisch und fragte uns das Übliche, »von wo wir kommen und was wir machen» der Herr war total freundlich und herzlich und wünschte uns noch alles Gute. In Caazapá angekommen, kauften wir uns etwas zu trinken und liefen zum Hotel was ich rausgesucht hatte. Zu unserem Glück hatte das Hotel WLAN und dass das Frühstück im Preis inbegriffen ist, war Nebensache. Für uns ist es ein Luxushotel, für Schweizer wäre es knapp genügend. Wir waren froh, dass es keinen Zoo im Badezimmer hatte und wir uns Duschen und erholen konnten. Ich duschte mich dreimal, aber als ich mich abtrocknete war immer noch Sand am Körper, der aber jetzt am Badetuch abgestrichen wurde. Immer nach der Dusche merken wir, wie dreckig wir waren. Wir assen ein wenig und legen uns hin, so dass wir den Schlaf nachholen konnten. Am Nachmittag machten wir uns auf und schauten uns, das Städtchen an. Wir telefonierten mit Freunden und Familie und am Abend wollte ich wieder einmal etwas anderes Essen als Pasta aus dem Campinggeschirr. Wir fanden eine Pizzeria, die gut besucht war und beim Bestellen war die Sprachbarriere im Weg, da half uns ein junger Mann mit der Übersetzung. Wir kamen sofort mit Rodrigo ins Gespräch und er konnte Englisch aber auch Deutsch, die er arbeitsbedingt lernte. Wir assen zusammen Pizza und hatten einen gemütlichen Abend. Die grösste Überraschung war für mich, dass es vegetarische Pizza gab und wir bis jetzt noch kein Fleisch essen mussten.
Wir haben heute die 300km Marke erreicht und sind in den letzten fünf Tagen weit gelaufen, deswegen gönnen wir unseren Körpern einen Pausentag.















0 Kommentare