Tag 11: Salto Cristal-Iturbe

Als ich erwachte und auf die Uhr sah, merkte ich schnell das wir verschlafen hatten. Da wir aber keine Termine haben, war es kein Problem. Das Zelt war am Morgen noch nass, da es in der Nacht noch regnete. Vom Campingplatz zurück zum Camino mussten wir 3 Kilometer zurücklegen. Uns wurde bewusst, dass wir gestern die richtige Entscheidung getroffen hatten. Auf dem Weg fanden wir immer wieder Wilde-Orangen. Die sind natürlich unkultiviert und schmecken ähnlich wie eine Zitrone, da die Orange auch eine Zitrusfrucht ist. Wir sammeln immer wieder Früchte ein, die auf unserem Weg wachsen. Unser Körper hat sich an den neuen Lebensstil gewöhnt und auch bei uns ist der Tagesablauf klar. Wir fanden heute auch immer wieder Lebensmittelgeschäfte, so dass unser Rucksack nicht immer voll sein muss. Nach ca. 15km überholte mich Joness und ich sah zum ersten Mal seinen Rucksack von hinten und konnte mich in seinen Windschattenhängen. Die Sonne ist heute wieder erbarmungslos und um ca. 11 Uhr musste ich in den Schatten, da es für mich zu heiss wurde. Joness der Musik hörte, hörte mich nicht rufen «Siesta» also rannte ich zu ihm und sagte, dass es Schluss mit laufen für den Vormittag sei, da ich schnellstmöglichst in den Schatten musste. Wir befestigten unser Tarp an zwei Bäumen neben der Strasse, so dass wir genügend Schatten hatten. Während der Pause fuhr ein Motorradfahrer vorbei und wendete um sicher zu gehen, dass es uns gut geht und ob wir genügend Wasser haben.

Unsere Siesta geht in der Regel von 11 Uhr bis 15 Uhr. Heute war es um 15 Uhr noch zu heiss um zu starten, glücklicherweise schoben sich Wolken um 1530 Uhr vor die Sonne. Wir ergriffen die Chance und marschierten unsere letzten 10 Kilometer des Tages. Zum Glück war es bewölkt, die letzten 10 Kilometer, führten entlang der Hauptstrasse. Joness und ich peitschten uns ins Ziel und waren nach 1h 35min in Iturbe angekommen. Durch Iturbe fliesst der Rio Tebicuary mit einem kleinen Badestrand und dort übernachten wir diese Nacht. Da es Freitag war kamen viele junge Leuten zu uns für Smalltalk. Ich dachten zuerst, dass es eine riesige Party geben wird, aber wir sind alleine und ich darf um 20 Uhr schlafen gehen. Wo Wasser ist, hat es auch Mosquitos. Wir haben den Trick der Guaraní (Ureinwohner) angewendet und Kuhdung verbrannt, so hatten wir Ruhe von den «Scheissviecher». Während unserer Meditation fuhr ein weisser Pick-Up Truck vorbei. Der Truck hielt vor unserem Zelt und es ging ein Blau Rotes Licht an. Es waren die Paraguayanischen Freund und Helfer. Wir in Unterhosen am Meditieren werden von der Polizei kontrolliert. Wir erzählten unsere Geschichte, aber wir wissen bis jetzt noch nicht was sie wollten. Der eine Polizist war so begeistert von unserer Geschichte und der andere wusste nicht so ganz, was er mit uns tun sollte. Wir blieben schön im Zelt ohne Mosquitos und die Polizisten wurden gestochen. Wahrscheinlich weil wir morgen um 05 Uhr das Gelände verlassen, liessen sie uns in Ruhe.

Wir liefen heute 33Kilometer und es ist schön, dass unsere Körper so gut mitmachen und wir uns auch als Team ergänzen. Der Tag war heute nichts Besonderes, ausser das wir am Fluss schlafen und uns waschen konnten. Die Route war monoton, aber solche Tage gibt es bei uns auch und wir freuen uns auf Morgen.

Leute von Paraguay verstehen nicht was wir machen und weshalb wir laufen, aber das gibt die besten und lustigsten Gespräche. Wir wurden schon verrückt genannt oder wurden gefragt, weshalb wir nicht den Bus nehmen. Wir werden auch viel gefragt, ob wir von Brasilien sind.

Schreib einen Kommentar

0 Kommentare

Kommentar Schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert