Erneut eine sehr warme Nacht mit 24 Grad, trotzdem schlief ich gut. Wenn der Wecker klingelt: steh ich auf, koche meinen Tee, packe meine Sachen zusammen und gehe los. Auch beim Zusammenpacken bin ich sehr strukturiert, alles hat seinen Platz im Rucksack und ich kontrolliere immer zweimal ob alles dabei ist.
Auch heute muss ich der Strasse entlang gehen, da es keinen Wanderweg mehr gibt. Zum Sonnenaufgang erreichte ich den Lago di Gardo, hier durfte ich einen wunderschönen Sonnenaufgang miterleben. Die Sonne zeigte sich durch die Wolken und die Sonnenstrahlen spiegelten sich auf dem Wasser. Mein Weg führte mich entlang des Seeufers, so dass ich das Naturschauspiel eine ganze Weile lang mitverfolgen konnte, bis die Wolken die Sonne verdeckten. Ich bemerkte gar nicht, dass ich die Region Lombardei verliess und in die Region Venetien einlief als ich die Porta Verona durchlief. Die Porta Verona gehörte einst zu der Stadtmauer und ist heute der Eingang zur Altstadt von Pesciera del Garda. Eine wunderschöne Stadt am Gardasee, was offensichtlich nicht nur ich so empfinde, sondern auch viele andere Touristen. Ich machte ein paar Fotos und verliess sehr schnell die Stadt, da es für mich zu viele deutschsprachige Menschen hatte.
Schnell lief ich auch weiter, da der Eingang vom Gardaland, einem Vergnügungspark, in der Nähe war. Mein Interesse war sehr gross, aber noch sehr viel mehr wollte ich am Freitag in Venedig sein. Im Gegensatz zur malerischen Landschaft des Gardasees war mein weiterer Weg eher trostlos. Dafür konnte ich mein Tempo hoch halten und hatte noch vor dem Mittag meine 32 km erreicht. Ich fand ein Lebensmittelgeschäft welches an diesem heutigen Feiertag (Maria Himmelfahrt) geöffnet hatte. In Italien finde ich nur selten Trinkwasser oder auch Wasser zum Filtern, weshalb mir keine andere Möglichkeit bleibt als mein Wasser zu kaufen. Nach meinem Einkauf schleppte ich somit die Lebensmittel und sechs Liter Wasser, weiter der Strasse entlang, bis ich nach 500 Metern ein geeignetes Plätzchen gefunden hatte. Mein Platz war unmittelbar zwischen der Strasse und einem ehemaligen Feld verdeckt von einigen Bäumen. Ich vertrieb mir die Zeit am Nachmittag mit: Schlafen, Essen, Schreiben und Meditieren.
Ich freue mich, dass ich morgen wieder am Nachmittag laufen gehen kann, da mein Darm wieder das Wasser entzieht. Da ich heute unmittelbar vor einer Stadt (Verona) bin, lief ich nur mein Soll.

















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