Tag 40: Lo de Pocho- Lo de Umeres

Auch an unserem 40. Tag wurden wir von den Mosquitos nicht verschont. Beim Loslaufen stellten wir fest, dass wir schon 40 Tage unterwegs sind und was wir in dieser Zeit alles erlebt haben, aber auch welche Distanz wir zwei Nomaden zurückgelegt haben.

Joness konnte am Morgen das Tempo noch nicht halten, da sein Darm noch Probleme mit dem Verdauen des Fleisches hat. Mir lief es am Morgen auch nicht perfekt, wir sind aber noch ein paar Tage unterwegs und unsere Körper brauchen Zeit, das Tempo zu finden. Wir laufen seit gestern ausserhalb von Chaco und werden in zwei Tagen wieder einer Asphaltstrasse begegnen. Zu unserem Glück findet man hier auch immer mal wieder einen Kiosco, wo wir unseren Tageseinkauf machen. Bis zur Siesta passierte bei uns zwei nicht viel. Wir fragten ein Herr, ob wir bei ihm im Garten unter seinen Bäumen unsere Siesta machen dürfen, der Mann lehnte ab da er uns nicht kennt. Joness und ich machten nicht lange und stiegen über den Zaun vom Nachbarn und breiteten dort unsere Matratzen aus. Wir lernten, in Argentinien fragt man nicht, man macht es. Der Gaucho von dem Grundstück kam vorbei und wollte wissen, was wir auf dem fremden Grundstück treiben. Als wir ihm alles erklärt hatten, brachte er uns Wasser und wir konnten weiter schlafen. Ein Pferd war sehr interessiert an uns und schaute uns beim Schlafen zu. Das Pferd war sehr schreckhaft. Als es Joness weckte, erschrak Joness und dann auch das Pferd. Als das Pferd gehen wollte, erschrak es an einem Baum und weckte dann uns beide. Wir hatten Gefallen an dem Pferd, da der Gaul auch «Poco Loco» ist und zu uns passt. Es ist sehr gut möglich, dass Joness und ich eine «Wendy» Pferdezeitschrift kaufen werden und Pferdeposter aufhängen, wenn wir wieder in der Heimat sind.

Auch wenn wir mehrmals bei unserem Schönheitsschlaf gestört wurden, konnten wir uns erholen und waren bereit noch 7km zu marschieren. Der Sohn von dem Herren der uns zuerst nicht auf seinem Grundstück wollte, winkte uns. Wir liefen zu dem Jungen, der einen Teller und Wasser für uns bereit hielt. Auf dem Teller war ein grosses Stück Fleisch und zwei Stücke Brot. Zuerst wollten wir das Fleisch nicht annehmen, merkten aber schnell, dass es den Leuten wichtig ist. Aus Höflichkeit nahmen wir das Geschenk dankend an und waren sehr gerührt von der Nächstenliebe. Gestärkt ging es danach weiter Richtung Feierabend. Auf einmal rief Joness: «Ein Affe!» Tatsächlich, wir sahen noch kurz einen Affen, der danach ins Dickicht verschwand, so dass wir ihn nicht mehr sehen konnten. Komplett begeistert von dem Anblick eines Affen konnten wir danach unseren Tag auch abschliessen.

Wir liefen heute wieder 31km und unsere Körper fühlen sich bereit an. Ich hatte heute zuerst Bedenken, da ich nicht wusste, ob es Einkaufsmöglichkeit in der Nähe hat. Dank dem Kisco und den freundlichen Leuten geht es uns sehr gut. Wir haben heute einen Meilenstein erreicht, wir liefen bis jetzt 1111km! Zudem sind wir schon mehr als die Hälfte gelaufen.

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