Tag 41: Lo de Umeres-El Ceibalito

Um 03Uhr in der Nacht weckte mich Joness, da es begonnen hatte zu regnen und fragte mich, ob wir schon aufbrechen wollen, da wir das Aussenzelt nicht montiert hatten. Unser Wecker hätte sich sowieso in 50 Minuten gemeldet und wir beschlossen aufzubrechen. Als wir unsere Marschvorbereitungen trafen, sagte Joness mir, dass er geträumt hatte, dass es regnet und ich im Traum auch gesagt habe «Vamos». Joness hat viele Talente und das mit dem Träumen macht er auch noch ziemlich genau. Während dem Laufen regnete es immer mal wieder, weshalb wir auch ein paarmal unsere Regenkleidung auszogen und später wieder anziehen mussten. Das Wetter war heute sehr unbeständig.

Wir kamen am dritten Advent sehr gut voran, waren aber stets auf der Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit. In unseren Rucksäcken hatten wir noch Proviant, der bis morgen reichen würde. Als wir auf der Suche nach einem geeigneten Platz waren für unsere Pause, schob sich eine dunkelgraue Wolke über uns, die sich entleerte. Es regnete wie aus Eimern, Joness und ich suchten einen Schutz unter einer Baumgruppe. Mithilfe dem Tarp wollten wir einen Witterungsschutz bauen, die Absprache funktionierte überhaupt nicht zwischen uns Zwei, wir keinen Plan hatten. Wir standen im Regen mit unserem Tarp und nichts funktionierte. Die Wolke zog weiter, der Regen wurde weniger und wir waren beide nass. Da wir schon nass waren, liefen wir noch zwei Kilometer weiter bis wir einen geeigneten Platz für unser Zelt sahen. Joness stellte das Zelt auf und ich holte Wasser, da wir noch nicht viel getrunken hatten. Für die Siesta montierte Joness das Aussenzelt, da wir nicht wussten ob es nochmals regnen wird. Geschützt vor Mosquitos und Regen konnten wir in Ruhe unseren Mittagsschlaf halten. Während wir schliefen kam der Regen nochmals. Nach dem Regen schien die Sonne und wir konnten unsere Kleidung trocknen. Das Wasser, das ich geholt hatte, war aus einem stehenden Gewässer, weshalb wir es abkochten und einen Tee tranken.

Nach unserer langen Mittagspause ging es weiter, wir hofften beide, dass wir noch einen kleinen Laden finden werden. Dem war leider nicht so. Wir fragten immer wieder Leute, die uns auf Rollern entgegenkamen, aber niemand konnte uns helfen. Der Durst wurde immer grösser und wir liefen an eine Brücke. Unter der Brücke floss ein dreckig brauner Fluss. Da wir sehr durstig waren und der Zugang zum Fluss nicht einfach war, entschieden wir uns auf der Seite runter zu klettern. Joness sah wenige Minuten zuvor einen grossen Kaiman, der in dem Fluss verschwand. Ich ging als erster und konnte ohne Wassereintritt zwei Flaschen füllen und wieder zur Brücke klettern. Ein Auto fuhr an uns vorbei als wir auf der Brücke standen, wir fragten nach Wasser, da unser Flusswasser nicht das sauberste war. Im Auto sass ein Vater mit seinem Sohn. Der Vater sagte, dass sie uns sauberes Trinkwasser holen würden. Wir glaubten zuerst nicht daran, darum kletterte Joness auch noch die Brücke runter und füllte zwei Flaschen auf. So hatten wir genügend Wasser für den Abend. Mithilfe des Filters war das Wasser auch geniessbar. Wir liefen nicht mehr weit, mein Kollege stellte das Zelt auf und ich entfachte ein Feuer. Auf einmal fährt ein Auto zu uns, es war der Vater und Sohn von zuvor. Sie hielten ihr Wort und brachten uns sauberes Trinkwasser. Martin der Vater entschuldigte sich bei uns, da sie uns nicht mitgenommen haben, aber in Argentinien kann man nicht allen vertrauen die man nicht kennt, sagte er uns. Was für uns überhaupt kein Problem ist, da wir mit dem Wasser bis morgen durchkommen. Wir machten noch ein Foto mit Martin und seinem Sohn und bedankten uns Tausend-Mal.

Der Tag hatte es in sich, wir beide waren sehr müde weshalb wir zuerst einen Tee tranken und unserem Körper wieder genügend Flüssigkeit zuführten. Zum Nachtessen gab es nur Nudeln, da wir keine Sauce oder Beilage mehr hatten. Nach dem Nachtessen widmete sich Joness unserem Zelt und nähte zwei Löcher zu. Selbst ist der Mann.

Bis jetzt ging es immer gut mit den grossen Distanzen zwischen den Dörfern, nur heute hatten wir keine Einkaufsmöglichkeit gefunden. Dank den lieben Leuten und den Resten, die wir noch hatten, müssen wir nicht Hungern und können morgen wieder Einkaufen. Ab morgen sollte sich die Lage verbessern, da wir in der Nähe von Städten oder Dörfern sein werden.

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