Der Pausentag tat mir und meinen Beinen gut. Ich frühstückte mit Alex und seinem Vater. Pünktlich um 6 Uhr lief ich los. Während den 400 Höhenmeter Abstieg von Chironico nach Gironico kreuzte ein Reh meinen Weg, verschwand aber schnell wieder im Wald. In Gironico angekommen besuchte ich die Burg, welche auf einem Hügel liegt und legte eine kurze Pause ein. Danach verlief mein Weg an Biasca vorbei und folgte weiter dem Fluss Ticino. Ich traf einen Mann, der mit seinem Rucksack auf der Bank sass. Wir kamen ins Gespräch, ich erzählte ihm von meinem Unterfangen und er war begeistert. Der Mann war am Trainieren, er wanderte von Bellinzona nach Biasca mit einem 15kg schweren Rucksack, da er einen Trail in Lappland laufen möchte. Wir freuten uns beide über die Bekanntschaft und ich ging weiter Richtung Bellinzona. Da es in der Nacht geregnet hatte, war es sehr drückend, schnell waren meine Kleidungsstücke komplett durchgeschwitzt. Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken, was es erträglicher machte. Nach 28 km fand ich einen guten Platz nah am Fluss, aber auch in der Nähe von einem Unterstand im Falle eines Gewitters.
Ich wusch meine Kleidung im Fluss, gönnte mir ein kühles Bad und stillte meinen Hunger. Ich schlief gut am Flussbett und gab meinem Körper Zeit, sich zu erholen.
Um 1700 musste ich alles zusammenpacken und ging zum Unterstand, der das Gebäude des hiesigen Fussballklubs ist. Unter dem Vordach kochte ich meine Nudelsuppe und wartete das Gewitter ab. Hinter meinem Rücken bildete sich ein doppelter Regenbogen über Claro, was ich als Zeichen für mich sah. Bevor ich schlafen gehen wollte kam Massimo vorbei, der in Claro lebt. Auch er war begeistert von meinem Projekt und er zeigte mir schöne Wanderrouten bis nach Venedig. Später kam Massimo nochmals vorbei und gab mir Prospekte von der Kirche, die ich armen Leuten in Italien geben soll. Höflich nahm ich die Prospekte zu mir. Nach dem Massimo zum zweiten Mal gegangen war, zeigte sich ein wunderschönes Abendrot am Himmel, zuerst der doppelte Regenbogen und dann das Abendrot, so lässt es sich in der Natur schlafen.
Morgen sind es noch acht Kilometer bis nach Bellinzona, dort möchte ich im Morgengrauen die Stadt erkunden.









0 Kommentare