Erstaunlicherweise schief ich relativ gut unter dem Vordach des Fussballklubhauses. Schnell war ich bereit weiter zu gehen, mithilfe meiner Stirnlampe machte ich mich um 0520 auf den Weg. Die acht Kilometer nach Bellinzona lief ich entlang des Flusses. In der Morgendämmerung sah ich einen Fuchs der von einem Bauernhof kam, kurz vor mir stehen blieb und dann in den Wald rannte. Für solche Momente starte ich meine Etappen so früh.
In Bellinzona angekommen besuchte ich die «drei Schlösser von Bellinzona», welche die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt sind. Da ich um 7 Uhr in der Stadt war, besuchte ich nur eines der drei Schlösser und nur jenes, welches man ohne Eintritt sehen kann. Ich nehme mir vor, später einmal wieder nach Bellinzona zu reisen, per Zug, und mir dann Zeit zu nehmen um die Burgen zu besichtigen. Heute wollte ich schnell wieder weiter. Um Zeit zu sparen, lief ich auf der Strasse weiter, kam aber nicht weit da der Fussweg endete und ich wieder zurück zum Wanderweg musste. Dadurch verlor ich rund 30 Minuten und lief drei Kilometer umsonst, was mich ärgert. Auf dem richtigen Weg angekommen, gab ich wieder Gas und mein Weg führte über den Monte Ceneri. Kurz vor dem höchsten Punkt sah ich ein Reh beim Grasen, als es mich sah, verschwand es im Wald. Ich fand für mich eine Abkürzung über das Militärareal anstatt alles der Strasse entlang zu laufen. Ich blieb auf den Wegen, da die Soldaten am Schiessen waren. Die Wache schaute ein bisschen verdutzt, dass ein Wanderer plötzlich in ihrem Areal war. Nach der Wachtkontrolle, kaufte ich in Bironico ein und verpflegte mich am Bach. Mein Schattenplatz wurde schnell kleiner durch den Sonnenstand, weshalb ich umzog in den Dorfkern und dort unter Bäumen meine Siesta fortsetzte.
Um 16 Uhr beendete ich meine Pause und begab mich nochmals für einige Kilometer auf die Route. Mit über 34° Celsius war es doch sehr warm zum Laufen, zum Glück fand ich immer mal wieder einen wasserspendenden Brunnen. In einem Aldi kaufte ich für das Abendessen ein und lief insgesamt noch sechs Kilometer. In Taverne fand ich einen schönen Platz am Fluss, wo ich mich waschen konnte und (wie gestern) Nudelsuppe essen konnte. Nach dem Abendessen lief ich dem Fluss entlang in den Wald und fand ein geeignetes Plätzchen für die Nacht. Da es Mücken hatte, stellte ich zum ersten Mal mein Zelt auf. Die erste Nacht in meinem neuen Zelt und vielleicht auch die letzte in der Schweiz. Da ich heute doch noch 34 km zurückgelegt hatte sind es nach Chiasso nur noch 32 km. Ob es noch eine weitere Nacht in meinem Heimatland gibt, sehe ich dann morgen Abend.









0 Kommentare