Tag 60: Recreo-Santa-Fe

Ganz ohne Komplikationen ging es diese Nacht auch nicht. Ein kleiner Schauer entleerte sich über uns, aber Joness und ich montierten sehr schnell unser Aussenzelt und legten uns wieder schlafen. Der Tankstellenwart pfiff immer wieder ein Hund zurück, der uns sinnlos anbellte. Trotz Lärm schliefen wir überraschend gut und waren motiviert nach Santa-Fe zu laufen und uns die verdiente Pause zu genehmigen. Da die heutige Strecke mit 12km nicht riesig ist, schliefen wir eine Stunde länger. So konnten wir dennoch im Morgengrauen die Favelas von Santa-Fe ohne Probleme passieren. Beim Einmarsch in die Stadt, winkte ich einem Motorradfahrer der an einer Ampel gewartet hat. Der Motorradfahrer fuhr zu uns hin und streckte uns einen 1000Pesos Schein zu. Verunsichert sagten wir, wir können das Geschenk nicht annehmen. José bestand darauf und wir bedankten uns bei ihm und durften ein Foto mit ihm machen.

Im Park neben dem Fussballstadion machten wir eine Pause. Zwei Jugendliche im Alter von 16 und 15 Jahre gesellten sich zu uns und fragten nach Feuer. Skeptisch gab ich dem älteren der Zwei unser Feuerzeug, dann nahm der Junge eine selbstgebastelte «Pfeife» hervor, die er anzündete. Wir fragten ihn, was er raucht. Der Junge erzählte uns, dass es eine Mischung aus Marihuana und anderen Stoffen sei, die wie Koks wirken. Fassungslos schauten wir zu. Der Junge fragte uns, ob wir probieren wollen, natürlich lehnten wir ab. Der Junge hatte noch viel mehr dabei, wir wollen gar nicht wissen, was die sich sonst noch so «rein ziehen». Die Jungs gingen weiter und wir assen unsere gesunden Früchte. Auf dem Weg zur Unterkunft machten wir noch eine Pause in einem Tankstellenkaffee. Wir nutzen die Zeit und das Internet zum Arbeiten bis wir einchecken dürfen.

Das Einchecken in das reservierte Apartment funktionierte simpel und schnell. Die Besitzerin des Apartments lud uns für den Abend an eine Party mit ihren Freunden ein, welche wir später noch absagten da wir schlafen mussten. Wir versuchten am Nachmittag immer wieder zu schlafen was bei mir so mässig funktionierte. Doch irgendwann hat es doch geklappt und es gab eine späte Siesta. Wir spürten die Strapazen der letzten Tage und das unsere Körper die Pausen brauchten. Unser Vorrat an den Nährshakes schwindete stark, weshalb Joness Julian Donnet kontaktierte, der uns noch am Abend unsere geliebten Produkte liefern konnte. Julian ist ursprünglich aus dem Wallis, da er aber  schon länger Zeit in Argentinien lebt kennt er weder «Ambrüf» noch «Ambri».

Ich kochte in dieser Zeit, wir verschliefen es einzukaufen, weshalb es Pasta mit Öl, Essig und Sojasauce gab. Den Übergang in das neue Jahr haben wir geschlafen, was uns aber nicht gestört hat.

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