Tag 59: Cabal-Recreo

Wir schliefen alles andere als gut. Wir beide hatten Mühe einzuschlafen, da wir extrem wütend waren und nicht wussten, was das Ganze sollte. Staub gelangte von der Strasse in unser Zelt, als die Autos und Lastwagen vorbei fuhren und ich schaute immer wieder aus dem Zelt und hielt Ausschau, falls jemand kommen sollte. Als der Wecker klingelte waren wir froh, dass es weiter ging. Wir zwei redeten immer noch nicht viel miteinander, als ich den Tee kochte hörte ich «Fuck» von Joness. Sofort fragte ich was los sei, mein Kollege sagte mir, dass sie seine Drohne und alles was drin war geklaut hatten. Joness schlug vor Wut in ein Schild, aber dem Schild geht es zum Glück noch gut. Ich suchte mein Portemonnaie, dass nicht mehr dort war wo es sonst ist. Als ich den ganzen Inhalt meines Rucksackes auf dem Boden verteilte, fand ich meine Geldbörse, aber von meinem Geld fehlte jegliche Spur. Ich war froh, dass wir beide unsere Kreditkarten noch besitzen, aber bis jetzt tut mir der Verlust der Drohne und der persönlichen Wertsachen meines Freundes weh.

Frustriert packten wir zusammen und machten uns auf den Weg. Beim Laufen realisierten wir, dass die Polizisten Joness bestohlen hatten, als sie sein Rucksack selbst einluden und mich, als sie uns ablenkten.

Der Sonnenaufgang munterte unser Gemüt auf, das am Boden war. Wir passierten Nelson und konnten dort unser Wasser auffüllen, da es heute wieder über 40Grad wird, brauchen wir viel Wasser. Wir liefen weiter an der Strasse, so dass wir so schnell wie möglich Santa-Fe erreichen und uns endlich mal wieder erholen können. Am Morgen waren wir beide sehr müde und uns fielen immer wieder die Augen zu. Wir passierten immer mal wieder ein Dorf und konnten so genügend Wasser zu uns nehmen. Vor der Siesta fragten wir bei einem Haus nach Wasser. Der Mann des Hauses brachte uns Wasser und sprach plötzlich Englisch mit uns. Der Mann ist selber schon auf der Welt herumgekommen, er zeigte uns auf der Karte noch schöne Orte in der Nähe und gab uns Tipps für die Weiterreise. Ein paar Kilometer weiter fanden wir ein verlassenes Haus mit einem Vordach, welches unser Pausenunterstand wurde. Wir versuchten zu schlafen, wir schwitzten sehr, da der Wind ausblieb. Trotzdem bekamen wir den erhofften Schlaf und waren bereit für die Nachmittagsetappe.

Bei über 40Grad liefen wir wieder los. Nach zwei Kilometer fragte mich Joness, ob wir beim Haus auf der rechten Seite nach Wasser fragen sollen, da kam der Mann schon mit einer Wasserflasche angelaufen. Ich fragte den Mann, ob er Gedankenlesen kann. Fernando beschenkte uns mit: Orangen, Kuchen und noch mehr Wasser. Der Kuchen hat die Mutter von Fernando gebacken und war sehr lecker, wenn ihr mal in der Nähe seid, besucht Fernando in Recreo und probiert den Kuchen. Mit geschenkten Leckereien von Fernando ging es weiter. Keine zwei Kilometer weiter wurden wir von zwei jungen gutaussehende Damen angesprochen und bekamen Wasser. Maria und Antonela arbeiten in einem Früchteladen und sie fragten uns, ob wir Früchte essen. Wir hätten nie gedacht, dass wir so etwas gefragt werden. Anschliessend wurden wir mit ca. zwei Kilogramm Früchten beschenkt. Die Menschen in Recreo haben uns den Tag soviel besser gemacht. Danke!

Trotz Sandsturm ging es noch sieben Kilometer weiter und wir erreichten eine Tankstelle. Wir durften hinter der Tankstelle unser Zelt aufstellen und freuten uns auf die letzte Strecke nach Santa-Fe.

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir sonst immer respektvoll von der Polizei behandelt worden sind und es letzte Nacht eine Ausnahme war und wir wussten, dass so etwas passieren kann in diesen Ländern. Dank den lieben Leuten, die uns so herzlich empfangen und beschenken machen wir weiter und denken gar nicht ans Aufgeben.

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