Tag 63: Santa-Fe-Caima

Heute Morgen sind wir auf unsere zweitletzte Etappe gestartet, in den nächsten sechs Tagen laufen wir nach Rosario (die Geburtsstadt von Lionel Messi). Nach dem wir unsere Unterkunft verlassen hatten, in der wir drei Nächte geschlafen hatten, ging es auf direktem Weg raus in die Stadt. Nach Santa-Fe kamen wir nach Santo Tomé, wo wir verschiedene Banken abklapperten, aber keine hatte mehr Geld zum Abheben. Unser Geld reichte nur noch für heute und auch beim nächsten Dorf konnten wir kein Geld abheben. Wir hoffen, dass es bei der Bank morgen funktioniert.

Wir liefen auf einem Weg direkt neben den Bahnschienen, die seit Santa-Fe besser ausgebaut und in Betrieb sind, wie wir später noch sehen werden. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir schnell waren, wir kamen aber sehr gut vorwärts und waren vor 10Uhr 25km marschiert. Auch heute trafen wir freundliche Leute, die uns etwas zu trinken schenkten. Für die Mittagspause durften wir uns auf dem Parkplatz eines Friedhofes einrichten. Der Friedhofgärtner war sehr freundlich und für ihn war es ein Kompliment, dass wir bei ihm pausieren. Währenddem wir vor dem Friedhof unter den Bäumen sassen, kam plötzlich das halbe Dorf zum Friedhof, was uns ein bisschen unangenehm war. Wir wussten zuerst nicht wie reagieren, aber es störte die Leute nicht, dass wir zwei unsere Siesta dort machten. Joness und ich schliefen sehr gut und hatten danach auch unsere Ruhe.

Am Nachmittag ging es für uns weiter an den Zuggeleisen entlang. Nachdem wir schon wochenlang immer wieder Zugsschienen sahen, sahen wir heute zum ersten Mal auf unserer Reise einen Zug. Wie zwei kleine Kinder fotografierten wir den Zug und wir jubelten als der Lokführer uns zu hupte. Es wurde heute mit 38Grad nochmals richtig heiss, unsere Hüte sind aber von der «Stiftung Wandertest» geprüft. In einem kleinen Dörfchen namens Caima stoppten wir für heute, da wir 34km absolviert hatten.

Unser Zelt steht neben dem Spielplatz, was Aufmerksamkeit auf uns zieht. Die Leute sind sehr freundlich und wir hatten schöne aber auch eine komische Unterhaltung. Die Polizei wollte uns auch noch kennenlernen. Nach dem letzten Vorfall waren wir skeptisch, aber es gab keinen Grund. Der Polizist war sehr sympathisch. Bevor wir uns schlafen legten, windete es immer stärker und da uns gesagt wurde, dass eventuell ein Gewitter in der Nacht kommen könnte, beschlossen wir das Aussenzelt zu montieren.

Es ist ein komisches Gefühl, wir haben noch 500km vor uns. Klar freuen wir uns, wenn wir am Ziel sind, es gibt aber auch einen Teil in uns der will, dass es nie aufhört. Wir geniessen jetzt umso mehr jeden Tag und zählen wie bei einem Adventskalender die Tage.

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