Tag 64: Caima-Arocena

Unser Entschluss, das Aussenzelt vor dem Schlafen zu gehen zu montieren, erwies sich als richtig. Es regnete in der Nacht, aber als wir unseren Schlafplatz zusammen räumten war es trocken. Nach unserer Yoga Session kam wieder Regen auf und wir entschieden uns, schnell unser Morgenessen einzunehmen und dann den 64. Tag in Angriff zu nehmen.

Die ersten 15km blieben wir noch trocken und brauchten unsere Regenkleidung auch noch nicht. Auf einmal drehte der Wind und das Gewitter kam auf uns zu. Trotz Regen liefen wir weiter, da wir wussten, dass in drei Kilometer eine Shell Tankstelle kommt, wo wir eine Pause einlegen können. Komplett durchnässt erreichten wir die Tankstelle. Auch dort machten wir uns schnell Freunde und in kürzester Zeit gehörte die Tankstelle uns. In der Toilette trockneten wir unsere Kleidung, unsere elektronischen Geräte wurden aufgeladen und wir schliefen im Kaffee. Natürlich nutzten Joness und ich das Internet des Shops, so konnten wir das verloren geglaubte Packet nach Rosario leiten. Wenn alles funktioniert, sollten wir das Paket am Montag haben. Wir blieben drei Stunden im Kaffee, bis es nicht mehr regnete. Sebastian beschenkte uns noch mit Kekse als wir weiter gingen.

Da wir an der Tankstelle unser allerletztes Geld gebraucht haben, suchten wir in Coronda eine Bank auf. In der ersten Bank bekamen wir wieder kein Geld, da die Automaten leer waren. Als wir zur nächsten Bank liefen, fuhr ein Polizeiauto neben uns her und die Polizisten kontrollierten uns. Wir hatten eine prächtige Stimmung zu viert, aber da wir von der Polizei aufgehalten wurden, waren alle Geschäfte geschlossen, da 1300 Uhr war und alle in der Siesta waren. Nach der Kontrolle fanden wir noch eine Bank, die Geld für uns hat. Sichtlich erleichtert liefen wir aus der Bank und waren auf der Suche nach einem Lebensmittelgeschäft. Am Ende von Coronda gingen wir zu einem Kiosco bei dem wir alles Nötige fanden. Am Nachmittag war es weiter bewölkt, weshalb wir dann laufen konnten, wenn wir normalerweise schlafen. Joness und ich kauften uns noch am Weg eine Wassermelone, die wir während einer Pause assen. Am Nachmittag fanden wir nach 30km kein geeignetes Plätzchen, weshalb wir bis Arocena noch 5km weiter liefen. Die geloffenen Kilometer kommen uns dann am Ende der Woche zu gute. In Arocena fragten wir einen Tankstellenbesitzer nach einem Platz zum Campieren und wir durften auf seinem Platz kochen und schlafen. Ein Feuer neben der Tankstelle zu machen währe in der Schweiz unvorstellbar, aber hier ist das ganze «Tranquilo». Wir sind sehr dankbar, dass wir das Wasser, die Toilette und das Internet der Tankstelle benutzen dürfen. Der Abend war dann ganz nach unserer Routine. Jetzt, da wir das Ende unserer Wanderung fühlen, geniessen wir alles noch mehr.

Joness und ich sind bis jetzt über 1750km marschiert, bis nach Rosario sind es noch 115km und bis nach Buenos Aires noch 411km. Jeder Schritt macht sich jetzt bezahlt und wir sehen auf den Tafeln, wie die Distanzen zu den Städten kleiner werden.

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