Als der Wecker klingelte, rief ich mehrmals «Guten Morgen» aber es kam nichts entgegen. Als ich aufschaute, war ich alleine im Toilettenhäuschen. Mein Kollege kam dann rein gelaufen, da er 10 Minuten früher aufgestanden war. Bei der Tankstelle konnten wir heisses Wasser für den Tee holen und weil wir nicht im Zelt geschlafen hatten, waren wir schnell bereit für den Tag.
Wir waren gespannt auf die Etappe, da wir viel von Rosario gehört hatten und wir wurden viel auf die Kriminalität aufmerksam gemacht. Wir entschieden uns für eine Route am Rio Paraná entlang, da dort die Kriminalität am geringsten ist. Zuerst mussten wir uns durch die Vorstadt schlagen, das war noch der angenehmste Teil, da wir in den Vorstädten alleine waren und geradeaus laufen konnten. Nach den Vorstädten kam eine Urbane Zone, das hiess für uns neben der Strasse zu laufen. Was uns aber nicht gestört hat, da wir nach Rosario wollten. In bewaldeten Regionen ist es einfacher auf die Toilette zugehen, als in der Stadt. Zu unserem Glück hat es immer wieder eine Tankstelle, dort können wir die Toilette benutzen und Proviant einkaufen. Der letzte Abschnitt des Tages war die Grossstadt, ich weiss nicht was in uns gefahren ist, aber wir drehten das Tempo noch mehr auf. Wir rannten förmlich und da wir nebeneinander liefen spornten wir uns gegenseitig an. Da ich die kürzeren Beine habe, gegenüber meinem Kollegen, rannte ich immer wieder ein Stück, um an Joness dran bleiben zu können. Zu diesem Zeitpunkt «liefen» wir 7km/h was ich zuvor ohne Wanderstöcke noch nie geschafft hatte. Da wir so angebraust kamen, machten die Leute uns Platz und wollten uns nicht im Weg stehen.
Kurz vor dem reservierten Hostel machten wir eine Pause und kauften unser Mittagessen ein bei einem Obstladen. Normalerweise ist Joness der, der vor Freude herumschreit, aber heute war ich es, da ich so glücklich war in Rosario zu sein und Joness war der Ruhige. Das Hostel fanden wir auf Anhieb, wir assen unser Mittagessen und schliefen. Wir liefen heute 35km in sechs Stunden durch, was wir spüren, aber jetzt gibt es eine verdiente Pause und wir bleiben drei Nächte in Rosario. Im Hostel treffen wir verschiedene Leute mit verschiedenen Nationalitäten und jede Person reist auf seine Weise, was mir an den Hostels extrem gefällt und was ich Joness näher bringen will.
Zum Abendessen gingen Joness und ich seit langer Zeit wieder einmal in ein Restaurant. Da wir aber müde sind, liefen wir nicht weit und sassen in das erstbeste Restaurant. Das erstbeste Restaurant war ein Steakhouse, zu meiner Verwunderung fanden wir doch etwas. Es gab Kartoffelstock, Pommes Frites und Salat für uns. Auch wenn die Leute uns verstörend ansahen weil wir kein Fleisch bestellt hatten, war es sehr lecker und wir wurden satt. Die Kniggeregeln müssen wir zwei Wandervögel nochmals anschauen, wenn wir in Buenos Aires sind, da wir von unserem Wanderleben geprägt sind.
Ich freute mich auf Rosario seit wir den ersten Schritt in Argentinien gemacht hatten. In Rosario wurde Lionel Messi und Semino Rossi geboren, wenn du den Zweiten nicht kennst macht es nichts. Beide wuchsen in armen Verhältnissen auf und leben jetzt im Reichtum und ich wollte mit eigenen Augen sehen, wo ihr Leben begann.



















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