Als wir uns schlafen legten, dachten wir schon, dass es eine kühle Nacht werden könnte. Das bewahrheitete sich dann auch. Am Tag hatten wir 35Grad und in der Nacht fiel das Thermometer unter 13Grad. Durch die Luftfeuchtigkeit fühlt es sich noch kälter an, als es ist. Dank unseren Schlafsäcken mussten wir nicht frieren. Mein Kollege zog sich direkt die Winterkappe und Regenjacke an. Ich lief nur ein kleines Stück mit der Jacke und danach gab’s mich wieder mit kurzen Hosen und verlöchertem T-Shirt. Joness brauchte mehr Bewegung bis er die warme Kleidung abzog.
Ich war heute am Morgen ein wenig frustriert, da kann mal mein Rucksack fliegen. Nach dem kleinen Vorfall war dann aber wieder alles im Lot. Joness hatte gestern eine kleine Krise, da ihm nichts gelang und heute war ich dran, das kann es geben. Die zwei Könige machten sich weiter auf den Weg. In einem kleinen Dorf hielten die Dorfpolizisten bei uns, als wir bei einem Kiosco nach Wasser fragten. Die zwei Polizisten waren freundlich und schnell durften wir weiter gehen. Kurz vor Oliveros wurden wir wieder von der Polizei angehalten, aber dieses mal lief es ernster ab. Der eine Polizist kontrollierte die Pässe und der andere unsere Rucksäcke. Joness musste seine Hände auf die Motorhaube strecken und der Polizist kontrollierte seine Hosentaschen. Mich kontrollierte der Herr Polizist hinten am Auto, als ich nach «Papieren» für mein Tablet gefragt wurde, wurde ich nervös. Ich zeigte dem Polizist irgendeine Rechnung die ich auf meinem Handy hatte und hatte Glück, dass die zwei Herren es geglaubt hatten und ich mein Tablet behalten durfte. Danach war alles gut und wir durften wieder alles zusammenpacken, als die Polizisten weggefahren sind kontrollierten wir unser Geld und Joness fehlte 1000Pesos (10.- Franken). Wir waren froh, dass es nur das ist.
Nach dem Zwischenfall brauchten wir eine Pause von der Polizei, weshalb wir hinter einer grossen Pinie unsere Mittagspause durchführten. So hatten wir genügend Schatten und wurden von den Leuten nicht gesehen. Schon seit Wochen hatten wir keine Probleme mehr mit den Mücken, was unseren Körpern gut tut. So hatten wir auch heute Zeit uns zu erholen währen der Mittagszeit. Als ich mal kurz erwachte sah ich, dass niemand mehr auf der Strasse war (das zeigt, wie ernst die Siesta genommen wird).
Nach 15 Uhr ging es für uns weiter. Da wir morgen schon in Rosario sein möchten, war unser Ziel mindestens 37km zulaufen. Wir kamen gut vorwärts, als ein Mann mit selbgebastelten Taschen und Rucksack zu uns kam. Der Mann läuft seit vier Jahren durch Argentinien, er beschenkte uns mit Argentinischen Briefmarken und im Gegenzug durfte Roberto auf unseren Flaggen unterschreiben. Es war cool jemanden wie Roberto kennenzulernen, er läuft mit einfachen Flip-Flops durchs Land. Nach einem kurzen Gespräch ging es für uns weiter, nach hundert Meter mussten wir wieder stoppen, da ein Zug unseren Weg kreuzte. Joness und ich mussten eine Zeit an der Bahnschranke warten, da der Zug immer länger wurde.
Die Sonne wurde im Verlauf des Tages immer stärker, was wir am eigenen Leib spürten. Ungefähr eine Stunde nach der Mittagspause brauchte ich eine Pause, da mein Blutzuckerspiegel sehr tief war. Joness und ich assen Kekse und Orangen, um dem Körper Zucker nachzuliefern. Danach liefen wir noch weitere 5km. Wir hatten zuerst Probleme einen Schlafplatz zu finden und wurden von einem Ort weggeschickt. Wir entschlossen uns, noch ein Kilometer mehr zu laufen bis zu einer Tankstelle. Die Tankstelle gehört Javier, der uns sehr freundlich beherbergt. Wir dürfen die Toiletten, Duschen und den Grill mitbenutzen. Schlafen werden wir in einer Toilette, die niemand gebraucht und wir zwei auch genügend Platz haben. Zum Glück gibt es Menschen wie Javier auf dem Planeten.
Heute haben wir 40km zurückgelegt und haben morgen noch 33km nach Rosario, wo ich ein Hostel reserviert habe. Joness und ich haben eine super Freundschaft und auch die Stimmung ist grossartig, trotzdem gibt es manchmal Tage da hat einer von uns Zwei keine gute Laune. Wäre auch langweilig, wenn es anders wäre.



















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