Ich nahm wahr, dass Joness um 06Uhr aufgestanden war, aber drehte mich nochmals um. Joness startete den ersten Pausentag mit Yoga und Meditation. Etwas später gesellte ich mich dazu und wir waren bereit für den Tag, da ein grosser Traum von Joness in Erfüllung geht, wir besuchen einen Indigenenstamm. Guillermo der Mann aus Yaguaron (die Unterkunft mit dem Skorpion im Bad) gab uns einen Kontakt für eine Führung. Nach über 576km war der Tag gekommen, an dem wir Indigos in Paraguay besuchen durften. Als wir auf unser Taxi warteten, verliessen Gabriel und Aracelli das Hostel, da beide weiter reisten. So waren Joness und ich die einzigen Reisenden im Hostel.
Pünktlich um 10Uhr holte Ingrid unser Guide uns vor dem Hostel ab. Ingrid ist aus Hohenau (Deutsche Kolonie), ihre Grossmutter kam von Deutschland nach Paraguay. Wir fuhren die Route entlang, die wir Gestern gelaufen sind. Irgendwann verliessen wir die Strasse und fuhren immer weiter hinaus. Einen solchen Stamm würde man nie finden, wenn man danach sucht. Nach 40min Autofahren sind wir angekommen und Joness und ich fragten uns die ganze Zeit, was auf uns zu kommen wir. Am Eingang des Dorfes wurden wir direkt von Carlos empfangen. Der Stamm gehört zu den Mby a Guaaraní und es gibt ca. 19 verschiedene noch existierende Stämme. Der Staat hat den Guavirami eine Fläche von mehreren Hundert Hektaren zur Verfügung gestellt. Sehr makaber, wenn man bedenkt, dass «wir» ihnen das Land geklaut und abgeholzt haben und jetzt gibt man ihnen einen kleinen Teil zurück. Carlos ist der Lehrer und die Kontaktperson des Dorfes. Neben Carlos war noch Marcelo, der mit uns die Führung begonnen hat, da Carlos zurück in die Schule musste. Am Anfang fielen uns keine Fragen ein, da es sehr viele Eindrücke gab und wir noch nicht wussten wo anzufangen. Ingrid half uns bei der Übersetzung und war auch die Organisatorin. Als wir ein paar Meter durchs Dorf liefen, kamen die ersten Fragen. Wir hatten sehr viele Fragen: die Geschichte, über den Heiler, Götter und Glauben. Die Guaraní glauben daran, dass alles eine Seele hat und auch sie gehen in die Kirche, haben aber auch ihre Götter. Die Geschichte ist sehr interessant und wie sie auch heutzutage Tradition und Technik vereinen. Marcelo zeigte uns den Heiler, wir fragten, ob wir ihm einige Fragen stellen können. Marcelo fragte den Heiler und er wartete geduldig einige Minuten auf eine Antwort. Sie zeigten uns, nur weil man fragt, heisst es nicht dass man eine Antwort bekommt. Der Heiler ist auch das Oberhaupt des Stammes. Wir führten unser Gespräch fort und als der Heiler hörte, dass wir sehr interessiert, sind sprach er immer mal wieder. Anschliessend ging es in den Wald und Marcelo zeigte uns einige Bäume und erzählte uns einiges, auch er stellte fest, dass wir sehr interessiert an ihrem Leben sind und wurde immer gesprächiger. Ihre Apotheke ist der Wald und sie wissen ganz genau, welche Pflanze sie bei Beschwerden nehmen müssen. Wir sahen zudem noch Fallen im Wald, was mir sehr gefiel. Alle Tierfallen sind nur aus Produkten aus dem Wald hergestellt. Uns wurden noch weitere Plätze gezeigt und auch noch das Haus, wo sie die kranken Leute hin bringen. Dort drin betreut der Heiler die Menschen und wenn es ihnen nicht besser geht, wird die kranke Person ins Krankenhaus gebracht. Am Ende der Tour konnten wir noch zwei selbstgeschnitzte Tierfiguren auswählen. Joness entschied sich für den Papagei und ich nahm die Eule, die Tiere passen sehr gut zu uns zwei. Zum ersten Mal besuchte ich eine Schule in einem anderen Land und die Kinder sahen zwei kurlige Reisende. Die Kinder hatten Freude an uns und danach war die Zeit schon gekommen und wir verliessen das Dorf und dieses einmalige Erlebnis.
Mit dem Taxi ging es zurück ins Hostel und wir sagten auch der lieben Ingrid vielen Dank und Auf Wiedersehen. Der Rest des Tages war sehr ruhig, wir telefonierten mit Freunden und Familie. Unser Spanisch wir immer besser, da wir uns mit allen Menschen im Hostel mit Spanisch verständigen müssen. Es hat auch immer wieder Leute, die hören, dass ich Portugiesisch spreche und sprechen dann Portugues mit mir.
Die Guaraní sind sehr Wortkarg und ruhig, das genaue Gegenteil von uns zwei. Wir haben viel von diesem Tag erwartet und es wurde übertroffen. Für uns ist es sehr schwierig mit der Situation umzugehen, die «Weissenleute» kamen ins Land der Guaraní und nahmen ihnen alles Weg und jetzt müssen die Guaraní ihre Dörfer touristisch gestalten und zum Weissen Mann gehen, so dass sie nicht auf der Strasse landen. Die Frauen im Dorf verkaufen Traumfänger und Schmuck in den Städten, um Geld zu verdienen. Wir sind so dankbar für die Erfahrung und den Einblick in ein anderes Leben. Wir hoffen wir hinterliessen einen positiven Eindruck, da wir sehr Interessiert sind.























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