Tag 21: Trinidad-Encarnación

Nach einer warmen Nacht ging es raus aus dem Zelt und hinein in den Tag. Wir beide wussten, dass wir heute 30km an der Hauptstrasse entlang laufen, aber das war uns egal, da es nach Encarnación geht. In Encarnación war das Hostel «Casa de Pedro» das Ziel. Wo wir uns endlich wieder mal Duschen können. Es schwebten immer noch die Gedanken von Gestern Abend in unseren Köpfen, wir waren beide nicht so gesprächig am Morgen. Raus aus Trinidad und rauf auf die Hauptstrasse hiess es. Beide Läufer spürten die gestrige Etappe in den Knochen und es dauerte ein paar Kilometer, bis die Motoren wieder liefen. Joness ist für mich jetzt ein Dieselmotor, er hat Mühe anzulaufen, aber wenn er läuft, sehe ich nur noch seinen Rucksack. Wir wollten so schnell wie möglich in Encarnación ankommen, da die Sonne immer stärker wurde. Nach mehr als der Hälfte, spendierte Joness einen Terere, den wir jetzt wie Könner trinken. Wenn man auf Encarnación fährt oder läuft, sieht man die Stadt schon bald. Da man von einem Hügel runter kommt und dann in die Stadt hinein läuft. Ich kenne das Gefühl, wenn man in eine Stadt läuft, aber für Joness war es das erste Mal und ich durfte dabei sein. Für mich fühlt es sich an, wie ein Traum, der in Erfüllung geht und man spürt nur noch Freude, wenn man eine Stadt erreicht, die schon länger ein Ziel ist. Joness sagt: «Es ist wie Fliegen, man fühlt sich unaufhaltsam und jeder Schritt geht leichter». Es kam sogar so weit, dass ein 1.94m grosser Mann eine Träne verdrückte vor Freude. Wir freuten uns so und das Schönste ist, wir können die Freude miteinander teilen. Wir liefen über die Brücke und vor uns hielt ein Auto an und wollte uns mitnehmen. Dieses Mal lehnten wir das Angebot ab und freuten uns jeden Schritt zu gehen. Wir kriegten das Grinsen nicht mehr aus unseren Gesichtern, weshalb wir noch ein paar Mal angesprochen wurden. Das Hostel, das wir reserviert hatten, fanden wir schnell und das Einchecken war einfach und unkompliziert. Wir hätten ein Zimmer nehmen können, aber das Zelt ist uns sympathischer, weshalb wir vier Nächte im Garten des Hostels Campieren. Es stand schon ein Zelt im Garten, welches Gabriel gehörte. Gabriel ist ein Brasilianer der auch am Reisen ist. Wir sassen zuerst eine Zeit und erholten uns, die Emotionen gingen mit uns durch, so dass wir zuerst mal runterkommen mussten. Nach 8 Tagen unterwegs gab es endlich wieder einmal eine Dusche und die fühlte sich so gut an. Nach dem Duschen lag viel Dreck auf dem Boden der Dusche. Zum ersten Mal auf unserer Reise wuschen wir unsere Kleidung mittels einer Waschmaschine, wir wissen jetzt, wieso der Weichspüler zum Waschen verwendet wird. Bei der Handwäsche wird die Kleidung nicht so flauschig. Den Nachmittag nahmen wir «Tranquilo» und jeder verbrachte den Nachmittag auf seine Weise. Ich war für mich und genoss die Ruhe und telefonierte mit der Familie. Joness gesellte sich zuden anderen Bewohner vom Hostel und tauschte sich aus. Neben Gabriel war noch die Aracelli im Hostel eine Argentinische Artistin auf der Durchreise. Wir assen nicht so viel zu Mittag und hatten deshalb grossen Hunger, ich holte zwei Pizzen und Joness ass mit Aracelli und Gabriel. Gabriel fragte uns beide noch ob wir mit an den Fluss kommen würden und den Abend mit ihnen ausklingen wollen. Joness war sehr müde und lehnte ab, ich hingegen war dabei und meine Batterien für Soziale Kontakte waren gefüllt. Neben Gabriel und Aracelli kam noch Alcida mit, sie arbeitet an der Rezeption des Hostel. Zu viert machten wir uns auf den Weg zum Fluss und hatten einen gemütlichen Abend zusammen mit einer noch tolleren Aussicht nach Argentinien. Ich war gefesselt von der Aussicht, da ich Argentinien sehen konnte, es ist so nah! Joness verbrachte die Zeit für sich, telefonierte mit Freunden und Familie und ging bald mal ins Zelt. Bei mir hingegen wurde es später, um Mitternacht waren wir zurück im Hostel, ich schrieb diesen Text, Gabriel und Aracelli kochten und Alcida tanzte zur Musik. Andres der andere Mitarbeiter des Hostels kam noch zu mir und wir sprachen noch ein bisschen miteinander. Als die Müdigkeit zu gross wurde, gesellte ich mich zu meinem Companiero ins Zelt.

Für alle Drohnenfans, unserer Drohne geht es gut, Joness hat sie nach einer langen Erholungspause getestet und nach dem Tauchgang funktioniert alles.

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