Früh morgens ging meine Reise weiter, unser Fahrer Masimba fuhr mich noch zur Busstation, so dass nichts schiefgehen konnte. Die Busfahrt war elf Stunden lang, was in Tansania als durchschnittlich anzuschauen ist. Tansania hat nämlich die gleiche Fläche wie Deutschland und Frankreich zusammen. Bei meiner ersten Busfahrt in Tansania hatte ich keinen Proviant dabei. Weil es früh morgens los ging hatte ich auch keine Zeit fürs Frühstück. Zu meinem Glück machte der Bus eine Pause zur Mittagszeit. Ich kannte das System in Afrika noch nicht bei den Raststätten, weshalb ich einfach der Masse hinterher trottete. Im ersten Moment fühlte ich mich ein wenig verloren, wusste mir aber selber zu helfen. Zuerst kauft man ein Ticket für das Essen das man möchte und danach lösst man das Ticket bei der Fassstrasse ein und bekommt sein Essen. Mir wurde gesagt das einzige was in Tansania pünktlich ist, sind die Busse. Wenn man zu spät ist, fahren sie auch ohne dich los. Da ich dass im Hinterkopf hatte, schlemmte ich dass Essen rein und bezog direkt meine Platz wieder im Bus. Angegeben war elf Stunden Reisezeit, aber mit mehreren Pausen erreichten wir Mwanza erst nach 13 Stunden. Mwanza war meine erste Station auf meiner Reise durch Tansania. Es liegt am Lake Victoria und war zuerst eine Deutsche und danach eine britische Kolonie, welche den See auch nach ihrer damaligen Königin benannten. An den See grenzen mit Uganda und Kenia noch zwei weitere Länder. Die Leute in Tansania sind sehr hilfsbereit aber gehen auch immer vom Profit aus. Wenn man als „weisser“ den Bus verlässt kommen mehrere Leute angerannt und wollen einem helfen. Nach 13 Busstunden war ich zuerst ziemlich überfordert mit der Situation und wollte einfach zuerst meinen Rucksack holen. Ein Mann wollte mir helfen und meinen Rucksack tragen, aber ich verneinte da ich gerne meine Wertsachen bei mir habe. Zwei Männer wollten mich überzeugen in ein Taxi zu steigen und ein andere zeigte mir den Weg zum „Dalla Dalla“ (sind kleine Transportbusse in der Stadt). Da ich aber schon lange unterwegs war entschied ich mich fürs „Pikipiki“ (Motorrad Taxi) da ich so schnell wie möglich mal ankommen wollte. Der Motorradfahrer kannte das Hostel nicht, weshalb er dreimal nach dem Weg fragen musste, schlussendlich kamen wir aber heil im Hostel an. Den Fahrer bezahlte ich mit 10‘000 Schilling, was umgerechnet ca. 4 Dollar sind. Ich kannte noch die Preise von Arusha, da wir 20 Minuten gefahren waren, dachte ich es sei ein guter Preis. Später lernte ich dann noch die Preisdifferenz von Arusha und Mwanza kennen. Beim Hostel angekommen, öffnete mir niemand die Tür. Ich versuchte die Telefonnummer aber auch da antwortete mir niemand. Es war bereits dunkel, da ich dazu noch müde und hungrig war beschloss ich zehn Minuten ins nächst gelegene Hotel zu laufen. Beim Hotel funktionierte alles und sie hatten auch ein Restaurant, wo ich Essen konnte. Während meinem Abendessen, rief mich der Typ vom Hostel an und meinte: „Er sei vor Ort und ich könnte kommen“. Ich fand es schön, dass er sich noch gemeldet hatte. Meine Sachen waren aber schon im Hotelzimmer deponiert. Nach dem Abendessen, fragte ich höflich „ob ich das Hotelzimmer wiederverlassen dürfte?“ und schilderte meine Situation. Auch hier traf ich wieder auf hilfsbereite Personen und es war kein Problem, das Zimmer wieder zu verlassen. Anschliessend lief ich wieder zehn Minuten zurück zum Hostel. Auf dem Weg hielt ein Auto- und ein Motorradfahrer an, beide wollten mich mitnehmen. Als ich zum zweiten Mal beim Hostel aufkreuzte, funktionierte alles und Imani war vor Ort. Nach dem nervenaufreibenden Tag wollte ich nur noch ins Bett. Nach einer angenehmen Nacht in Mwanza, frühstückte ich im Hostel und ging anschliessend auf Entdeckungsreise. Zu Fuss lief ich von der Unterkunft bis an den See. Für mich nichts ungewöhnliches sechs Kilometer ist ja eigentlich nichts. In Afrika ist es jedoch schon ein bisschen verrückt. Jede noch so kleine Distanz wird mit einem motorbetriebenen Fahrzeug zurückgelegt. Die Stadterkundung lief gut und ich kam mit vielen Einheimischen ins Gespräch. Am See traf ich auf John der mir eine Bootstour auf dem Lake Victoria anbot. In Tansania muss man jeden Preis runterhandeln, so will es das Gesetz. John und sein Freund starteten bei einem absurden Preis in der Höhe von 50 Dollar, nach einer harten Diskussion hatten wir uns auf 16 Dollar geeinigt. Da die Tour am Abend startete ging ich zuerst noch zurück ins Hostel um mich auszuruhen. Um die Mittagszeit war es jeweils sehr heiss. Auf dem Rückweg kaufte ich mir noch was zu Essen. Beim Hostel angekommen fragte ich Imani, nach den Preisen für die Bootstour und er sagte mir: „20-24 Dollar“ sei ein guter Preis. Sehr stolz über meine Verhandlungskünsten erzählte ich im von meinem Preis. Anschliessend tätigte ich meinen Mittagsschlaf, der nicht gerade ruhig ausfiel. Affen befanden sich hinter dem Haus und einer kam auf die Idee an mein Fenster und aufs Dach zu springen. Trotz der Störung genoss ich den Moment und sah den Affen durchs geschlossene Fenster zu. Am späten Nachmittag machte ich mich auf den Weg, zurück an den See für die Tour. Als ich ankam erzählte John mir ein paar Märchengeschichten, dass andere Personen nicht an der Tour teilnehmen können und ich deshalb mehr bezahlen muss. Ich blieb standhaft bei meinem Preis und John versuchte noch weitere Leute zu suchen. Ich machte es mir am See gemütlich und plauderte mit den Leuten. Nach einer Weile kam John zurück, natürlich alleine, da ich schon am See war bezahlte ich dann 4 Dollar mehr als abgemacht. Die Tour lief danach ohne Vorfälle ab und war auch richtig gut. Wir besuchten den: Fischmarkt, den alten deutschen Stützpunkt und schauten den Sonnenuntergang auf einer Insel. An meinem dritten Tag ging ich es ruhig an, ich besuchte das Einkaufszentrum und kaufte ein Busticket für den nächsten Tag nach Kigoma. Am Abend lernte ich noch Martin aus Frankreich im Hostel kennen. Zusammen gingen wir noch gemeinsam etwas Essen und hatten einen gemütlichen Abend. Es war schön jemanden kennenzulernen der auch durch Tansania reist. Die meisten hier machen nämlich nur Ferien auf Sansibar und dazu noch eine Safari. Vom restlichen Land sehen nur sehr wenige etwas. Da mein Bus um 06.00 Uhr nach Kigoma ging, fuhr mich Imani um 05.30 Uhr mit seinem Auto an die Busstation. In Mwanza fiel ich auf, da ich der einzige „Mzungu“ was „Reisender“ oder „jemand der herumstreift“ bedeute. In meinem Fall ist aber die andere Hautfarbe gemeint. Ein hilfsbereiter Mann half mir im morgendlichen Chaos meinen Bus zu finden, natürlich auch wieder für ein Trinkgeld. Im Bus hatte ich Glück, dass der Mann neben mir Englisch konnte und auf mich acht gab. Wir fuhren von der Busstation an den Hafen, von dort ging es mit auf der Fähre auf die andere Seite des Sees. Mein Sitznachbar im Bus half mir den Überblick zu behalten. Den mehrere Busse waren auf der Fähre und alle Passagiere mussten den Bus verlassen und auf der Fähre Platz suchen. Auf der anderen Seite vom See ging es wieder in den Bus und auf der Strasse weiter. Ein Piepsen fiel mir immer wieder auf, als ich mal den Karton von Gerard auf die Seite schob, sah ich dass er ein Huhn im Karton transportierte. Ich hörte davor schon einige Geschichten von Leuten die durch Afrika reisten und ihr Sitznachbar ein Huhn dabei hatte, jetzt erlebte auch ich es. Die Busfahrt war: lange, staubig, heiss und eng. Um es zusammenzufassen, war die Busfahrt nur mühsam.
Moshi 27.08- 29.08.2023
Nach angenehmen 11 Stunden Busfahrt war ich an meiner letzten Destination angekommen. Arusha und Moshi sind wahrscheinlich die touristischsten Städte auf dem Festland, da die Touristen meisten hier landen. Ich lief den Weg zum Hostel, da ich nach 11 Stunden doch schon...









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