Kigoma liegt am Lake Tanganyika und grenzt an Burundi, Sambia und der Demokratischen Republik Kongo. Irgendwann als die Sonne schon unterging, traf der Bus in Kigoma ein. Wieder kamen mehrere Leute auf mich zu und wollten helfen. Gerard der noch Acht auf mich gab, sagte ihnen auf Swahili dass ich zu ihm gehöre und er das regelt. Das hat einen kurzen Moment funktioniert, als es aber über den Preis ging, ist die Situation komplett eskaliert. Die Männer waren kurz davor sich zu prügeln und ich stand mit meinen zwei Rucksäcken daneben. Nach ein paar Minuten hatte sich das ganze geklärt und ich teilte mit Gerard ein Tuc-Tuc. Gerard ging nach Hause und der Fahrer brachte mich sicher zu meinem Campingplatz, welchen ich reserviert hatte. In kompletter Dunkelheit kam ich beim Campingplatz an. Der Wächter brachte mich dann zu meinem Zeltplatz. Ich war komplett müde und hungrig, stellte zuerst mein Zelt auf und fragte mich danach wie ich noch etwas zu Essen bekomme. In diesen Situationen hatte ich bisher immer Glück, ich war nicht alleine. Vier Reisende aus Dänemark waren auch auf dem Campingplatz und als ich mich als ihr neuer Nachbar vorstellte, offerierten sie mir noch eine grosse Portion Spaghetti. So war mein Tag gerettet. Da ich in der Nacht noch nicht vom Campingplatz überzeugt war, schaute ich ihn mir am nächsten Morgen nach einer angenehmen Zeltnacht an. Als ich dann den Lake Tanganyika, die vervet monkeys (Südliche Grünmeerkatzen) und das Zebra Sebastian (oder Zebrastian) sah, habe ich mich in den Platz verliebt. Meine dänischen Nachbarn verliessen den Campingplatz und machten sich auf den Weg Richtung Nairobi. Ich blieb noch und besichtigte die Stadt, kaufte mir auch zwei neue Fussballtrikots. Da Tansania nur zwei Erstliga Fussballvereine hat die in der Ostafrikanischen Liga spielen, kaufte ich somit von beiden Vereinen ein Trikot. Da die Rivalität zwischen den beiden Klubs gross ist, schaute mich die Verkäuferin schon ein bisschen komisch an als ich mit beiden Shirts zur Kasse lief. Um die Situation zu beruhigen sage ich dann ein Shirt sei für einen Freund. Der Grund wieso ich nach Kigoma reiste, war der Gombe Nationalpark. Ich wusste dass der Park nicht gerade günstig ist. Da Jane Goodall eine weltbekannte Schimpansenforscherin ist und hier in diesem Park forschte. Der Eintritt kostet inklusive Guide 143 US Dollar. Der Preis ist hoch, fand ich aber noch okay, da er einen schönen Lebensraum für viele Tiere bietet und ein Vorbild für andere Parks ist. Das Problem hier war aber auch der Weg dorthin. Entweder man bezahlt 200 US Dollar für ein Privatboot oder 5000 Schilling (2USD) für eine Bootsfahrt mit den Einheimischen. Der Haken an der Sache ist, dass das Boot der Einheimischen nicht am gleichen Tag zurückfährt und man im Park übernachten müsste und darum auch den Eintritt für zwei Tage bezahlen müsste. Unter dem Strich kommt es fast aufs Gleiche. Da ich niemanden fand mit dem ich das Boot teilen konnte, organisierte und buchte der Arbeiter vom Campingplatz alles für mich. Am nächsten Morgen sass ich dann auch auf dem Privatboot. Während ich den Park besuchte wartete das Boot bis ich wieder zurück war auf mich. Ich war mit einem Paar aus Utah (Amerika) in der Gruppe und unsere Guide führte uns zu dritt in den Dschungel. Nach etwa 15 Minuten sahen wir schon den ersten Schimpansen, noch hoch oben in den Bäumen. Es war schon jetzt wunderschön. Danach liefen wir durch den Regenwald und sahen im Verlauf der Tour sehr viele Schimpansen und Paviane. Eine Schimpansen Mutter lief mit ihrem Kind einen halben Meter vor mir durch. Ich nahm die Kamera runter und genoss den Moment einfach nur. Der Tag war wunderschön und es hat sich für mich mehr als gelohnt. Während des Tages lernte ich noch fünf Leute kennen die mit dem Boot der Einheimischen zum Park fuhren, aber kein Boot zurück nach Kigoma hatten. Natürlich liess ich sie nicht zurück und nahm sie für einen kleinen Betrag mit auf mein Boot zurück nach Kigoma.
Am Abend war ich dann nicht mehr alleine auf dem Campingplatz, Nicky und ihr Wohnmobil Elly leisteten mir Gesellschaft. Lange blieben wir aber auch nicht zu zweit. Da die Affengang mein Abendessen schnupperten, war ich auf einmal umzingelt. Das Alpha-Männchen hatte während meiner Zeit dort, ein Problem mit mir und forderte mich mehrmals heraus. Auf dem Camping hatte es ein kleines Häuschen für das deponieren von Lebensmittel. Ich sperrte mich in diesem Häuschen ein und ass mein Abendessen fertig. Als alles weg gefuttert war, hatten die Affen auch kein Interesse mehr an mir und gingen fort. Am nächsten Tag liefen Nicky und ich in das nächste Dorf um etwas Essen zu holen. Auf dem Weg sahen wir noch Zebrastian und streichelten ihn und machten ein paar Fotos mit dem zahmen Zebra. Unser Zeitpunkt war nicht der idealste. Als wir durchs Dorf liefen, hatten die Schulkinder die Schule beendet und 200 Kinder liefen uns hinterher und riefen „Mzungu money“. Wir verneinten höflich und liefen weiter, nach zehn Minuten waren wir dann auch wieder alleine und hatten auch kein Geld gespendet. Nach dem Imbiss ging es zurück und wir tauschten uns weiter aus. Da Nicky alleine von Südafrika auf dem Weg nach Uganda und wieder zurück war, hatten wir zwei uns viele Reisegeschichten zu erzählen. Am Abend kochten wir zusammen und hatten einen schöne Zeit. Am nächsten Tag gingen wir beide in verschiedene Richtungen weiter. Ich nahm den Bus via Dodoma nach Iringa und Nicky fuhr Richtung Lake Victoria. Pünktlich um 05.00 Uhr war ich beim Bus Bahnhof in Kigoma und fand schnell meinen Bus nach Dodoma (die Hauptstadt von Tansania). Das Busunternehmen welches ich für diese Strecke ausgesucht hatte, war rasant unterwegs und verlor keine Zeit. Die Strassen sind nicht immer asphaltiert und trotzdem brettern die Busse mit über 50km/h über die Landstrassen. Nicht immer gibt es eine Mittagspause. Dieses Mal stiegen Leute ab und zu in den Bus und verkauften etwas zu Essen. Nach einer Weile stiegen die Imbissverkäufer wieder aus und nahmen den nächsten Bus wieder zurück. Um 19 Uhr erreichten wir die Hauptstadt. Ich lernte einen Mann kennen der mir half einen Bus nach Iringa zu finden. Ich sagte mir „wenn ich noch einen Bus finde, versuche ich noch heute nach Iringa zu kommen“. So muss ich nicht noch eine Unterkunft in der Stadt suchen. Ich vertraute und folgte dann dem Mann. Ich bezahlte für das Ticket schon mehr als meine Bekanntschaft im Bus gesagt hatte, aber dieser eine Franke war mir egal. Ich wollte einfach so schnell wie möglich nach Iringa kommen. Zuerst ging es mit dem Motorrad-Taxi raus aus der Stadt auf einen Platz, dann wurde ich in ein Auto gesetzt und musste warten. Immer mehr Leute stiegen zu, schlussendlich waren wir 12 Leute in einem Auto mit 8 Plätze. Dann gab es noch ein Problem, da nicht mehr alles vom bezahlten Geld bei meinem Mittelsmann war, bezahlte ich nochmals 10000 Schilling dem Fahrer. Nach einem langen Theater ging es dann los. Ich hatte viele Szenarien im Kopf, was alles auf der Fahrt passieren könnte. Aber ich war schon so weit und konnte nichtmehr aussteigen. Da wir soviel Zeit verloren hatten wusste ich, dass ich erst spät im Hostel in Iringa ankommen werde und kontaktierte deshalb im Bus bereits das Hostel. Nach über 13 Stunden im Bus nach Dodoma gefolgt von 5 Stunden im Spezialtaxi und insgesamt 22.5 Stunden Reisezeit, war ich endlich in Iringa. Der Fahrer wollte mich dann noch speziell und alleine vor die Türe des Hostels fahren. Ich wusste schon wieso. Als wir vor dem Hostel waren wollte mein Fahrer noch ein Trinkgeld. Nach einer kleinen Diskussion gab ich ihm umgerechnet 2 Franken. Ich war so froh, als der Herr vom Hostel, dass Telefon beantwortete und mir anschliessend die Tür öffnete.









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