Tag 17: San Rafael-Takuapi

Nach einer weiteren regnerischen Nacht, hofften wir auf einen trocknen Tag. Wir warteten das Ende des Regens ab und um 06Uhr war es endlich soweit. Bevor wir aufbrechen wollten, fing der Regen jedoch wieder an. Meinem Knie ging es besser und ich traute mir zu, 30km zu laufen. Nach rund einer Stunde hörte der Regen auf und wir konnten uns der Regenjacken entledigen. Doch das hielt nicht lange und bis zum Ende des Tages regnete es immer wieder. Mehrere hundert Meter ging es durch Meter hohes Gras und Schilf. Auch die besten Schuhe werden dann nass. Joness und ich liefen mit nassen Schuhen weiter, immer wieder mussten wir Pfützen ausweichen und durch Matsch laufen. Das Wetter änderte sich nicht und ich erhöhte das Tempo. Es gab heute nur kleine Pausen, während dem Laufen, da es «nur» 20Grad warm war. Wir entschieden uns für den falschen Weg und so gab es drei extra Kilometer. Nach circa 5Stunden hatten wir den Nationalpark durchquert. Komplett nass und dreckig, suchten wir nach einem Geschäft und einer Übernachtungsmöglichkeit. Unsere Schuhe hatten immer mehr Matsch dran und Joness entschied sich, Barfuss weiter zu gehen. Als er die Schuhe auszog wehte ein kalter Wind und ich zitterte vor Kälte, zum ersten Mal in Paraguay und wohlmöglich das letzte Mal. Die Entscheidung von Joness stellte sich als die richtige heraus, da ich immer wieder wegrutschte und vielmehr Energie brauchte. Nach 30 absolvierten Kilometer kamen wir an einen grossen Bauernhof, wir entschieden uns fragen zu gehen, da wir nicht mehr viel Wasser und nur noch wenig Essen hatten. Wir standen vor dem Tor und die Hunde hatten uns schnell entdeckt. Kurz bevor wir wieder gehen wollten, kam der Mann heraus. Wir erzählten ihm unsere Geschichte und als wir ein Verständigungsproblem hatten, sprach der Herr plötzlich Deutsch mit uns. Seine Vorfahren waren Deutsche und kamen vor langer Zeit nach Paraguay. Wir konnten unser Wasser auffüllen und bekamen zudem noch Weihnachtskekse, was uns so freute, da diese in Südamerika nicht so bekannt sind. Zusätzlich durften wir vor der Einfahrt unser Zelt aufstellen. Als wir mit dem Aufstellen beschäftigt waren, kam Herr Tischler nochmals vorbei und brachte uns: Eier, Pfirsiche und Brot. Wir dankten Tausend-Mal und der freundliche Gastgeber machte als Andenken ein Foto von uns. Unser Nachtessen war Hörnli (Teigwaren) mit Tomatensauce und die Leckereien die wir geschenkt bekommen haben. Um das Geschirr abzuspülen gingen wir kurz die Einfahrt runter und fragten nach. Es war überhaupt kein Problem und wir durften ihr Wasser brauchen. Wir hatten noch ein schönes Gespräch und wurden nochmals mit Leckereien für das Frühstück beschenkt. Ich freue mich und werde bestimmt die ganze Nacht von dem Honig träumen.

Heute war der dritte Regentag in Folge. Wir waren heute zwischenzeitlich komplett durchnässt und haben nicht mehr viele trockene Kleidung. Dank der Gastfreundschaft hatten wir einen tollen Abend und können mit vollem Magen ins Zelt.

Schreib einen Kommentar

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert