Nach mehreren regnerischen Nächten hatten wir endlich wieder einmal eine trockene Nacht. Wegen der Feuchtigkeit war das Zelt und der Boden trotzdem Nass. Wir schnabulierten die Leckereien wie den Honig, den wir bekommen hatten. Frisch gestärkt ging es um 5:30 Uhr los. Der Morgen war noch bewölkt und wir warteten auf die Sonne. Früh Morgens passierten wir mehrere kleine Dörfer, die sehr idyllisch und einzigartig sind. Die Gespräche waren sehr herzlich und motivieren uns immer wieder aufs neue. Um 08Uhr kam der Moment worauf wir drei Tage gewartet haben, das grosse gelbe Ding kam endlich wieder hervor. Wir freuten uns, dass wir unsere Sachen wieder trocknen konnten. Nach einer weiteren Stunde mit laufen, kreuzten wir nochmals den Nationalpark San Rafael und dieses Mal gelangten wir an einen bezauberndenen See. Schnell war klar, dass wir unsere Siesta jetzt machen werden und unsere Sachen waschen und trocknen können. Auch wenn wir «nur» 16km bis zum See gelaufen sind, wollten wir nichts mehr, als den Dreck loswerden. Wir räumten alles aus den Rucksäcken und reinigten unsere Gegenstände und uns selbst. Während der Siesta flog ein Tukan immer wieder über unsere Köpfe, aber als Vogelfotograf werde ich keine Zukunft haben. Da ich die letzten zwei Tage mit nassen Schuhen gelaufen bin, habe ich mehrere Wunden an den Füssen um die ich mich gekümmert habe. Nachdem alles trocken war, sammelten wir alles wieder ein und packten unsere Rucksäcke. Komplett sauber machten wir uns für den Nachmittag auf. Gestern erzählte uns Herr Tischler von den Hostettlers. Sie sind Schweizer und kümmern sich um den Park. Nach 500 Meter kamen wir an das Haus der Familie Hostettler. Da andere Schweizer so nah waren, wollten wir kurz Hallo sagen. Wir sahen einen Jungen draussen und fragten ihn: «wo sind deine Eltern»? Da kam eine Frau aus dem Haus hinter uns heraus und sprach Berndeutsch. Total begeistert gingen wir auf die Frau zu. Wir erzählten ihr unsere Geschichte und wurden auf ein Getränk eingeladen. Christine und ihr Mann Hans leben hier seit 46 Jahren. Mit ihrem Sohn betreiben Sie den Hof und setzen sich für den Nationalpark ein. Vor mehr als 40 Jahren war alles Wald, wo Joness und ich jetzt nur noch Felder sehen. Wir schätzen es sehr gibt es Leute wie Sie, sonst würde alles abgeholzt werden. Bei den Hostettlers campieren momentan vier Biologen, die die einzigartige Tierwelt in Pro Cosara studieren. Als wir bei einem kalten Getränk über Gott und die Welt sprachen, erzählte Hans, dass die Biologen sich aufmachen um Affen zu beobachten. Joness und ich wollten in Paraguay noch unbedingt Affen sehen, wir fragten die Biologen und Sie sagten uns um 18:30 werden wir abgeholt. Unser Plan vom Weiterlaufen war schnell geändert und wir beliessen es heute bei 18Km. Wir durften unser Zelt im Garten der Hostettlers aufstellen und machten uns einen gemütlichen Nachmittag. Christine hörte, dass ich eine Schwäche für Raclette habe und offerierte uns als Abendessen Raclette mit Kartoffeln. Wir zwei Buben konnten unser Glück kaum fassen, wir können Affen sehen und bekommen Raclette, ein wunderbarer Tag das hätten wir am Morgen nie gedacht. Christine und Hans mussten leider weg, aber wir fragten mehrmals wie wir das wieder gutmachen können? Hans hatte die Idee, dass wir seine Schafe am Abend in den Stallen lassen sollen, er zeigte uns die Tore und da wir beide tierlieb sind, machten wir das gerne.
Um 18:30 wurden wir von Paul dem Biologen abgeholt und fuhren zu einem Schlafplatz der Affen. Man braucht Geduld, da wir zuerst nur im Wald standen und zu den Bäumen schauten. Doch plötzlich tat sich etwas und wir sahen Affen. Die Affen sehen das Lachen des Menschen als Bedrohung, da wir Zähne zeigen. Joness und ich bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und mussten uns konzentrieren keine Zähne zu zeigen. Es kamen immer mehr und wir wurden gewarnt, dass sie Äste oder andere Gegenstände auf uns werfen können, wenn sie wütend sind. Es kam zum Glück zu keinem Zwischenfall, nur ein Affe hat weiter hinten einen Ast abgebrochen und auf den Boden geworfen. Nach einer gewissen Zeit liessen wir die Affen in Ruhe und wir fuhren zurück. Wir tauschten uns mit den Biologen aus und merkten, dass beide Gruppen das hier aus Passion machen, ob Biologen oder Pilgerer.
Für uns kam das zweite Highlight erst noch, die Freude war so gross auf das Raclette. Ein Schweizer aus dem Kanton Freiburg macht den Käse im Osten von Paraguay. Der Käse schmeckt grossartig. Wir füllten unsere Bäuche und räumten danach noch auf. Danach gingen wir bald einmal ins Zelt, da es bald wieder weiter geht. Wir gingen unseren Pflicht noch nach und liessen die Schafe rein, in der Zeit die der Racletteofen brauchte zum Erhitzen. Wir haben am Tag zuvor schon von Dani Tischler aber auch heute von den Hostettlers gehört, dass die Gegend gefährlich sei und schon ein paar Häuser überfallen worden sind. Da es inmitten des Nationalparkes Drogenfelder hat. Auf unserer Reise haben wir immer wieder Marihuana gerochen, hätten aber nie gedacht, dass es in einem so grossen Stil gehandelt wird. Das könnte der Grund sein, warum wir am Tag9 von einem Mann mit Waffe gestoppt wurden, dass dort auch ein Drogenanbaugebiet ist.
Wir hätten uns am Morgen nie träumen können was der Tag noch alles so bringen wird. Wir sind so dankbar für diesen wundervollen Tag und diese wunderbaren Momente.





















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