Nach einer unterhaltsamen Nacht kam der zweitletzte Tag meiner Etappe vor Venedig. Ich sah auf dem Wetterradar, dass ein Gewitter im Anmarsch war und ging deshalb wieder früh los, damit ich vor dem Gewitter noch eine Distanz zurücklegen konnte. Nach einigen Kilometern spürte ich bereits Regentropfen und erreichte eine Tankstelle mit grossen Dach. Da der Regen noch nicht so stark war, verliess ich die trockene Stelle und lief weiter, doch das Gewitter holte mich ein. Ich verschanzte mich hinter einer Mauer und kauerte mich hin. Mein Rucksack und ich hatten beide einen Regenüberzug über sich, so dass wir darunter trocken blieben. Nach zehn Minuten war das Gröbste überstanden und ich konnte weiter gehen. Der Schaden blieb in Grenzen, da die Mauer einen Teilschutz gab. Im Nachhinein wäre ich besser bei der Tankstelle geblieben und hätte das Gewitter abgewartet.
Nach der Morgendusche konnte ich den Tag dann so richtig in Angriff nehmen. Durch das Laufen trocknete ich schnell und konnte dem Gewitter zu schauen wie es weiter zog. Ich durchlief heute die Stadt Padova. Pavova ist eine kleine und weniger bekannte Stadt in Italien aber auch sehr schön und geschichtsträchtig. Mir gefielen die alten Mauerwerke und Türme aus dem 14. Jahrhundert. Auch in Padova gab’s keinen richtigen Stadtrundgang für mich, denn ich lief zielgerichtet weiter. Heute hatte ich öfters mal einen Halt gemacht und wieder etwas gegessen, da ich merkte, dass mein Körper eine Pause vertragen könnte. Ab morgen ist sowieso Pause angesagt. Einen Teil meines Weges lief ich heute einem Kanal entlang, wo mir ein Mann auf dem Fahrrad vorbei kam und «Buon Camino und Halleluja» zu rief. Ich erklärte, dass ich nicht auf dem Jakobsweg unterwegs sei. Der Mann fand meinen Plan trotzdem grossartig, wünschte mir alles Gute und fuhr weiter.
Nach insgesamt 33 km erreichte ich Fiesso. Ich erkannte, dass am Nachmittag erneut ein Gewitter unterwegs war und suchte deswegen einen geeigneten Unterstand. Am Dorfausgang wurde ich bei einer Tankstelle fündig, die mit einem Dach gedeckt ist. Während meines Mittagessen zog das Gewitter schlagartig auf, es windete so stark, dass Gegenstände herumflogen und ich meine Sachen sofort zusammenpacken und festhalten musste. Der Regen und Wind wurde noch stärker, mein Hut flog weg auf die Mitte des Platzes. Ich verschanzte mich zum geschlossenen Eingang der Tankstelle, aber das nützte nichts. Das Wasser peitschte trotzdem noch zum mir, so dass wurde. Innert kürzester Zeit war die Tankstelle von Autos zu gestellt, da diese nichts mehr auf der Strasse sahen. Nach einer Viertelstunde war die kalte Dusche vorbei und die Tankstelle leerte sich. Ich wechselte meine Kleidung führte meine Siesta fort, da der Platz schnell trocknete. Von den warmen Sonnenstrahlen geweckt konnte ich mich meiner warmen Kleidung entledigen und all meine nassen Sachen in der Sonne trocknen. Neben der Tankstelle befand sich ein Supermarkt, wo ich natürlich wieder einkaufte. Während meinem Abendessen fuhren zwei Frauen an die Tankstelle mit einem Kühlerproblem an ihrem Fahrzeug. Ich spendierte ihnen mein Trinkwasser, da der Supermarkt nicht weit war. Die zwei Frauen bedankten sich «tausendmal» und fuhren weiter.
Da es in der Nacht nochmals stark regnen soll, verschob ich mein Lager ein Haus weiter zu einem Elektrogeschäft. An diesem Platz wäre ich gut vor dem Wetter geschützt gewesen, musste aber wieder zurück zur Tankstelle, da die Leute es nicht mochten, dass ich dort schlief. Zurück an der Tankstelle richtete ich mich ein und machte das Beste draus.









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