Um fünf Uhr klingelte wie üblich mein Wecker. Da ich am Vorabend schon alles zusammengepackt hatte, war ich schnell startklar. Von meinen drei neuen Freunden aus Frankreich hatte ich vor dem Schlafengehen auf Wiedersehen. Ich stand später auf als normalerweise, da ich den Zug in die Stadt nahm und dann von Venedig aus eine Fähre nach Punta Sabbione. Ich war erstaunt wie viele Leute um 0715 bereits auf dem Boot schon waren – der frühe Vogel fängt den Wurm. Ich entschied mich für die Variante mit dem Boot, da die Alternative 1.5 Tage auf urbanem Gelände gewesen wäre. Die Distanz macht keinen Unterschied, meine Variante soll jedoch schöner für’s Auge sein. Kurz vor acht Uhr erreichte die Fähre den Hafen und ich startete in Punta Sabbione.
Die Pause zeigte ihre positiven Auswirkungen, ich hüpfte wie ein junges Reh umher und freute mich auf die nächste Etappe nach Pula. Schnell stellte ich fest, dass sehr viele Deutschsprachige um Jesolo herum waren, da die Region bekannt für Ferienurlaube ist. Auf meinem Weg kamen mir dann zwei Frauen mit Wanderrucksäcken entgegen, schnell fragte ich «wohin es geht?» und die Frauen erklärten mir dann, dass sie von München bis nach Venedig liefen und jetzt auf dem Schlussspurt seien. Wir alle drei freuten uns über die Bekanntschaft, da uns das gleiche Hobby verbindet. Die Frauen staunten, da ich für die gleiche Distanz eine Woche weniger als sie gebraucht hatte und ich bis nach Istanbul laufen will. Nach einem wunderbaren Gespräch lief das Duo nach Venedig und ich in die andere Richtung. Glücksgefühle übermannten mich, ich es endlich geschafft bis ans Meer zu laufen! Da am Meer kein Schattenplatz zu finden war suchte ich weiter. In einem Ferienort in der Mitte eines Kreisels fand ich den gewünschten Schatten für meine Pause.
Während meiner Pause erfreute sich ein Mann aus Bergamo an mir und meinem T-Shirt des Fussballclubs Atalanta Bergamo. Der Mann wünschte ein Foto mit mir, damit bereits das zweite Mal, dass ein Bergamo Fan ein Foto mit mir machte.
Nach der Pause zeigte das Thermometer bereits über 30 Grad. Zum Glück konnte ich während der heutigen Etappe oft am Schatten laufen. Auch heute kaufte ich unterwegs Essen plus Wasser ein, da ich keine Trinkwasserbrunnen mehr fand. Nach insgesamt 32km fand ich ein schönes Plätzchen im Wald wo ich mein Zelt aufstellte und mein Abendprogramm durchführte.
Nach einer Pause spüre ich immer die Gelenke, das war auch heute so. Sonst fühlte sich mein Körper gut an. Mir wurde gestern gesagt, dass ich sehr erholt und glücklich aussähd. Genau so fühle ich mich auch. In den nächsten zehn Tage möchte ich Pula in Kroatien erreichen, mal schauen ob ich es schaffe oder gar etwas früher?









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