Tag 22 Eraclea Mare-Latisana

Gemäss meiner Wetter-App war ein Schauer in der Nacht gemeldet, weshalb ich das Tarp montiert hatte. Doch am Morgen war alles trocken und keine Schauer in Sicht, was natürlich gut ist. Ich packte wie jeden Morgen, frühstückte und ging im Schein  meiner Stirnlampe los. Aus dem Wald hinaus zurück auf die Strasse. Leider führt hier kein Weg direkt der Küste entlang, so geht mein Weg einige Kilometer zurück ins Landesinnere. Einerseits war ich traurig, das Meer zu verlassen, doch ich weiss, dass ich in einigen Wochen noch viel mehr Meer haben werde.

Heute ging es wieder den ganzen Tag an der Strasse entlang. Da ich meistens keinen Fussgängerweg zu Verfügung hatte, lief ich immer ganz am Rand der Strasse und die Autofahrer nehmen Rücksicht auf mich. Der Unterschied zwischen den Deutschen und Italienischen Autofahrern ist sehr stark sichtbar. Die Deutschen verlangsamen oder halten sogar an um mir möglichst viel Platz zu geben, die Italienischen Autofahrer geben mir genügend Platz und behalten das Tempo bei. Ich bin sehr gespannt wie meine Wege in den kommenden Ländern werden und denke viel über die nachfolgenden Ländern nach, meine Freude ist sehr gross.

Da es den ganzen Vormittag bewölkt war, kam ich sehr gut vorwärts. Ich legte in sechs Stunden 34km zurück und hatte mir meine Pause verdient. Zuvor musste ich noch einkaufen gehen. Da am Morgen mein Toilettenpapier zu Ende ging, stand dieses zu oberst auf der Einkaufsliste. Da sonst niemand nur eine einzelne Toilettenpapierrolle einkauft, gab es keine Einzelrollen zu kaufen. So musste ich mich entscheiden, wie viele und was ich stattdessen kaufe. Ich entschied mich gegen die Feuchttücher und für das Haushaltspapier, da es diese zwar auch nur im Doppel gibt braucht es viel Platz im Rucksack, aber ich habe einen Comfort für meinen Popo und kann auch etwas aufwischen im Sinne einer Küchenrolle. Mit grossem Hunger war ich am Einkaufen. Es kam, wie es kommen musste – nicht alles fand im Rucksack Platz und ich nahm meine Matte unter den Arm, bis ich an einen Park gelangte. Im Park hatte es sehr viele Mücken weshalb ich mein Zelt aufstellte und darin meine Siesta durchführte.

Nach der Erholung ging es mit leichtem Rucksack weiter, da ich viel gegessen hatte. Unter der Nachmittagssonne lief ich noch sechs Kilometer und erreichte Latisana. Latisana gehört zur Region «Friaul-Julisch Venetien» und ist somit die dritte und letzte Region in Italien welche ich passiere. In der Stadt fand ich geg3nüber einem Supermarkt einen Park mit Spielplatz. So musste ich nicht lange nach einem Platz suchen.

Heute lief ich zum ersten Mal auf dieser Reise 40km an einem Tag und alles fühlt sich gut an. Die Darmprobleme sind weg und nichts zwickt in den Beinen. Wenn es so weiter geht, werde ich noch versuchen mehr zu laufen pro Tag.

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