Tag 23 Latisana-Monfalcone

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24.08.2022

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Mein Talent Schlafplätze in der Nähe von Laternen oder Scheinwerfern zu finden, hat wieder voll zugeschlagen. In dem Park, wo ich mein Zelt aufgebaut hatte, ertönte eine Art Theater aus den Lautsprechern und die Laternen leuchteten sehr hell in meiner Richtung bis 23 Uhr. Nach 23 Uhr dämmte das Licht und ich fand meinen Schlaf. Trotzdem erwachte ich zehn Minuten vor dem Wecker und freute mich auf den Tag. Auch wenn meine geplante Route heute oft der Strasse entlangführte, ich freute ich mich schon auf die kommenden Länder.

Die Morgenstimmung war perfekt, der Mond stand über der Sonne, als diese aufging. Die ersten fünf Kilometer lief ich direkt neben der Strasse, da es keinen Fussgängerweg hatte. Als zwei Lastwagen sich direkt neben mir kreuzten, war mir mulmig zumute. Ich war froh, als nach der nächsten Stadt ein Fussgängerweg vor mir erschien und ich dort weiterlaufen konnte. Da ich sehr gut vorwärtskam und keine Beschwerden hatte, lief ich bis zum Mittag 37 km. Meine Pause verbrachte ich bei einer Kirche und am Dorfeingang konnte ich alles einkaufen was ich benötigte.

Nach der Pause war die Lufttemperatur sehr stark angestiegen, zu meinem Glück schoben sich immer mal wieder Wolken vor die Sonne, die das Laufen erträglich machten. Nach insgesamt 45 km erreichte ich Monfalcone. Erfreut nahm ich wahr, welche Energie mein Körper nach dieser Distanz noch immer hatte. Auch heute kaufte ich sehr hungrig ein, deshalb auch heute ein grosser Einkauf. Hinter dem Supermarkt fand ich einen kleinen Park, die Parkbank war ideal zum Essen, das Zelt baute ich daneben auf. Da ich mehr als genügend eingekauft hatte, konnte ich meinem Körper wieder sehr viel Energie zurückgeben. Das Thema mit den Mücken war aktueller denn je, trotz mehrmals aufgetragenem Mückenspray wurde ich regelrecht umzingelt und gestochen.

Nach dem Abendessen ging ich in mein Zelt und konnte den Mücken entkommen, bis ich Besuch von zwei Polizisten bekam. Ich musste mich ausweisen und versuchte zu erklären was ich hier mache. Schnell merkte ich, dass das den Polizisten egal war. Mit meinem Ausweis und meiner Adresse gingen die zwei Beamten weg für Abklärungen und wurde angewiesen, beim Zelt auf sie zu warten. Nach zehn Minuten kam die «Policia Municipal» zurück. Mir wurde bald erklärt, dass ich wegen «wildem Campieren» eine Geldbusse von 200 Euro zu bezahlen und das Gelände zu verlassen habe. Wenn ich das Gespräch suchte, wurde ich unterbrochen. Ich unterliess deshalb das Reden und unterschrieb das vorgelegte Bussen-Dokument.

Herr und Frau Polizei gingen zurück und ich packte alles zusammen. Ich wurde angewiesen in eine Herberge oder Hotel umzuziehen, was ich jedoch nicht vorhatte. Ich folgte weiter meiner Route und fand ein geeignetes Plätzchen im Schatten und gut versteckt. Trotzdem war ich zuerst nervös und schaute immer wieder aus dem Zelt, falls jemand kommen würde. Als ich den Schlaf fand, schlief ich ziemlich gut.

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