Ich war froh als der Wecker klingelte und ich weiterziehen konnte. Mich störte der gestrige Zwischenfall nicht sehr, ich fand es einfach nur schade da Italien sich ansonsten von einer schönen Seite gezeigt hatte. Das heutige Ziel war klar: möglichst nahe an die Grenze zu Slowenien zu laufen.
Der erste Teil meines Tages führte entlang der Strasse, bis ich die Küste erreichte. Dort lief ich in Sistiana einen Küstenweg, es war wunderschön da die Sonne aufging und ich über das Meer bis nach Kroatien sah. Der Weg hatte sich auch für meine Füsse gelohnt, da ich auf einem Waldweg der Küste entlang ging. Seit mindestens zwei Wochen lief ich nicht mehr auf einem Naturweg. Der wunderbare Weg war leider irgendwann zu Ende und ich musste zurück zur Strasse und auf Asphalt gehen. Die Strasse, an der ich entlangwanderte, erinnerte mich an meinen ersten Tag dieser Reise und an die Axenstrasse. Genau wie dort ragten Steine über die Strasse, die mittels eines Netzes gesichert waren, auf der anderen Seite Wasser – jedoch hier das Adriatische Meer und nicht der Vierwaldstättersee. Das Meer schimmerte türkisblau und die Versuchung war gross, von der Strasse hinunterzuspringen. Lange musste ich aber nicht auf mein Bad warten, vor Triest befindet sich eine lange Promenade, die ich zur Pause nutze und schwimmen ging. Das Gefühl war unbezahlbar, ich war zu Fuss bis ans Meer gelaufen und bekam etwas für meine Mühen zurück. Nach dem Bad duschte ich mich ab und wusch meine Kleidung unter der Dusche. Klar wurde ich seltsam angeschaut, aber ich sehe nehme die Blicke der Menschen nicht mehr so wahr.
Nach der Pause lief ich durch die Stadt Trieste, beim Vorbeigehen schaute ich mir die Stadt an, welche einen längeren Besuch wert wäre. Vor dem Verlassen der Stadt kaufte ich für das Mittagessen ein und machte Pause unter einer Autobahnbrücke, bei Schatten und angenehmer Brise. Kurz bevor ich wieder loswollte, wurde ich noch von ein paar Mücken besucht. Erholt, aber mit mehreren Mückenstichen ging es weiter. Kurz vor der Grenze kaufte ich nochmals ein, da ich damit rechne, dass ich erst morgen mittags die kroatische Stadt Umag erreichen werde. Mit vollgepacktem Rucksack lief ich weiter, bis kurz vor die Italienische-Slowenische Grenze. Dort fand ich beim Fahrradweg ein Plätzchen zum Nächtigen.
Die Freude ist gross auf morgigen Tag, da ich durch drei Länder laufen werde. Ein bisschen Nervosität ist auch dabei, da ich nicht weiss was auf mich noch alles zu kommen wird und wie es mit der Verständigung funktioniert. Hauptsache die Vorfreude überwiegt alles und ich möchte am liebsten jetzt schon wieder los. Nach 16 Tagen in Italien ist es an der Zeit, Neues zu sehen und erleben.


















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