Tag 26 Križine- Bubani

Der Campingplatz lag direkt neben der Strasse, aber der Verkehr störte mich nicht. Ich spürte ab und zu den harten Boden, trotzdem war ich sehr erholt am Morgen. Ich folgte der Küste entlang für einige Kilometer, bis ich abbog ins Landesinnere. Der Sonnenaufgang war wieder fantastisch, die Sonne leuchtete rot und die Stimmung war grossartig.

Ich plante meine Route um und entschied mich dagegen, alles der Küste entlangzugehen und folgte der Hauptstrasse. Die Wege an der Küste entlang wären viel schöner gewesen, aber auch doppelt so lange. Da ich beim Campingplatz noch meine Kleider gewaschen hatte und diese noch nicht komplett trocken waren, hingen die nassen Kleidungsstücke aussen am Rucksack zum Trocknen. Bei einem Lidl kaufte ich Proviant ein. Als ich weiter ging, merkte ich, dass das T-Shirt, welches am Rucksack gehangen war, fehlte. Ich denke nicht, dass es jemand vor dem Lidl weggenommen hatte, aber ich hatte alle Kleidungsstücke festgezurrt und es war schon komisch, dass das Shirt nicht mehr da war. Zu meinem Glück handelte es sich um das T-Shirt, welches mir am wenigsten bedeutet hat. Ein paar hundert Gramm leichter ging es weiter. Durch meinen Routenwechsel lief ich nur noch durch kleine Dörfer ohne Supermarkt. Ich hatte noch ein wenig Proviant dabei, war mir aber nicht sicher, ob es reichen würde bis morgen. Meine Mittagspause verbrachte ich neben einem Boule-Feld in einem kleinen Dorf. Als ich eine Frau nach Wasser fragte, zückte sie sofort eine kleine Flasche, die sie noch im Auto hatte, ich war sehr beeindruckt von der Geste. Später ich noch einen Wasserhahn beim Boule-Clubhaus. Mein Mittagessen bestand aus einer Tüte Erdnussflips, welche ich gestern Abend beim Campingplatz gekauft, aber dann nicht gegessen hatte. Im Nachhinein war ich sehr froh über meinen Einkauf. Das gemäss Wettervorhersage angekündigte Gewitter kam bis jetzt nicht bei mir vorbei.

Pünktlich um 16 Uhr ging es für mich weiter. Nach einem kurzen Wegstück sah ich schwarze Wolken mit Blitzen hinter mir. Ich hielt das Tempo hoch, so dass das Gewitter mich möglicherweise nicht einholte. Aufgrund meines spärlichen Mittagessens hatte ich plötzlich keine Energie mehr und verspürte einen Hungerrast. Gerade noch so erreichte ich ein Wartehäuschen einer Bushaltestelle. Die Reiswaffeln und Kekse in meinem Rucksack halfen mir wieder auf die Beine zu kommen und gaben mir Energie. Nach der Stärkung fühlte ich mich so gut, dass ich es bis zum Fjord van Lin versuchte, da ich wusste, dass es dort Restaurants hat, so dass ich noch Kekse und Waffeln sparen konnte. Das Gewitter verschonte mich und zog ohne Regen über mich hinweg. Nach weiteren vier Kilometern hatte ich es geschafft, ich erreichte den Fjord van Lin, der mit seinem klaren türkisblauen Wasser funkelte. Es war mir zuerst unwohl, komplett verschwitzt und dreckig in das Restaurant zu gehen, aber der Hunger war gross. Ich gönnte mir ein Festmahl mit Tagliatellen an einer Trüffelrahmsauce und Tiramisu als Nachspeise. Da ich mir schon wieder Freunde im Restaurant gemacht hatte, fragte ich nach Brot für das Frühstück und Wasser zum Mitnehmen, nachdem ich ihnen von meiner Reise erzählt hatte. Der Restaurant-Chef war begeistert und es war überhaupt kein Problem mein Wasser aufzufüllen und Frühstücks-Brot erhielt ich ebenfalls. Als ich das Restaurant «Viking» verliess wurde ich von den Serviceleuten mit vielen Glückwünsche verabschiedet, mit ihrem Wunsch, ein Foto von Istanbul an das Restaurant zu schicken. Diesem Wunsch werde ich gerne nachkommen, da ich so liebevoll behandelt wurde.

400m nach dem Restaurant fand ich einen Parkplatz, dort stand ein Camper mit Deutschland-Kennzeichen. Ich begrüsste meine Nachbarn und fragte, ob es in Ordnung sei, wenn ich neben ihnen mein Zelt platziere. Dominik und Sandra hatten gar kein Problem damit, im Gegenteil sie begrüssten mich herzlich. Wir freundeten uns sehr schnell an und mir wurden leckere Kekse angeboten. Zusammen schauten wir einen Film und hatten einen gemütlichen Abend.

Der Tag war fantastisch, mir halfen so liebe Leute und ich bin einfach nur froh solche Erfahrungen machen zu dürfen.

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