Früh morgens schlichen wir uns aus dem Zimmer, da unsere argentinischen Freunde noch schliefen. Natürlich haben wir unseren Anteil auch schon bezahlt. Im Flur hatte es einen Tisch, den wir als Frühstückstisch benutzten. Während unserer langen Pause in Encarnación vernachlässigte ich unsere Routine, habe die Routine heute Morgen wieder aufgenommen und mit Joness Yoga gemacht. Nach dem Yoga waren wir bereit und freuten uns, dass es weiter geht und dass wir wieder in die Natur können. Bis wir in die Natur kamen, lag zuerst noch die Stadt dazwischen. Wir entschieden uns, ein Taxi zu nehmen, das uns aus Posada brachte. Zusammen gepfercht in einem altem Toyota ging es raus aus der Stadt. Wir müssen uns noch an die neue Währung gewöhnen, da es keine 100’000er Noten mehr gibt, sondern nur noch 100 Pesos. Wir freuten uns wie kleine Kinder als wir aus dem Taxi ausstiegen und laufen durften.
Wir wussten, dass es heute gewittert, dachten aber nicht, dass wir durch das Gewitter laufen müssen. Nach ein paar Kilometer fing es an zu gewittern, ein Blitz schlug ein paar hundert Meter neben uns ein und der Knall ging uns durch Mark und Bein. Zum Glück zog das Gewitter weiter, aber der Regen kam. Mit der Regenkleidung ausgerüstet ging es weiter. Nach mehr als 10km machten wir eine Pause bei einem Unterstand, da der Regen immer stärker wurde. Da ich immer Probleme hatte, dass mir das Wasser in die Schuhe lief, nahm ich zwei Plastiksäcke und klebte diese über meinen Schuhen ab, so dass das Wasser nicht mehr in die Schuhe fliessen konnte, dies war die Idee. Die Aktion war zudem eine Belustigung für meinen Kumpanen. Nach der Pause testete ich meine Plastikgamaschen und diese funktionierten. Es regnete den ganzen Vormittag, manchmal stärker manchmal fast gar nicht mehr. Wir mussten an der Hauptstrasse entlang laufen und immer wieder überholte uns ein Lastwagen, wenn wir vorher noch nicht nass waren, dann mit Sicherheit nachher. Die Lastwagen spritzen uns immer wieder nass beim Überholen, wegen den Pfützen oder mit dem Wasser das sie aufwirbelten. Als der Regen stärker wurde, kamen wir an einer Schule vorbei mit einem grossen Pausenunterstand. Wir fragten die Leute nebenan, ob wir den Unterstand brauchen dürfen, da am Sonntag niemand sonst dort war. Die Nachbarn gaben uns das Okay und wir breiteten unsere Sachen unter dem Unterstand aus. Eine improvisierte Wäscheleine war schnell gemacht und es hatte sogar eine Steckdose, an der wir unsere elektronischen Hilfsmittel aufluden. Wir zogen trockene Kleidung an und trockneten die nassen Kleidungsstücke. Wir legten uns auf unsere Matratzen und nahmen noch die Schlafsäcke hervor, da ein Wind durch den Unterstand zog. Als wir beide nach dem Mittagsschlaf aufwachten, war der Regen vorbei. Die zwei «Poco Locos» - ein bisschen Verrückte - wie uns im Hostel liebevoll gesagt wurde, packten ihre Sachen zusammen und machten sich auf die letzten 10km des Tages.
Zum Laufen haben wir nochmals die nassen Kleidungsstücke angezogen, da diese dann beim Laufen noch trockneten. Die Sonne zeigte sich immer wieder, was uns wieder motivierte. Nach 32 gelaufenen Kilometer fanden wir einen Wald, in dem wir unser Camp aufschlugen. Wir hatten Mühe ein Feuer zu entfachen, da alles nass war. Aber auch das haben wir noch geschafft. Joness hatte noch ein bisschen Pasta im Rucksack und Nüsse. Also war unser Tagesmenü Pasta mit Nüssen, was nicht einmal so schlecht schmeckt. Beim Abendessen hatten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Der erste Tag durch Argentinien war sehr schön, trotz dem Wetter. Wir können es immer noch nicht glauben, dass wir in Argentinien sind. Die nächsten Tage geht es noch weiter der Strasse entlang, aber das ist normal, bis man ausserhalb der Stadt ist.





















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