Tag 28: San Borgita-Puerto Valle

Früh morgens ging es wieder los, wir wussten, dass es den ganzen Tag entlang der Hauptstrasse geht, aber unserer Motivation war das egal. Die Stimmung zwischen Joness und mir ist immer noch prächtig und seit wir in Argentinien sind, noch besser. Da wir momentan Richtung Westen laufen, geht die Sonne hinter uns auf, weswegen ich heute Morgen noch mehr als sonst zu Joness sah. Joness läuft am Morgen viel hinter mir, aber nach ca. zwei Stunden läuft er warm und überholt mich. Heute Morgen liefen wir beide nicht konstant, weswegen wir uns gegenseitig  immer wieder mal überholten. Der Vorteil ist, wenn wir an einer Hauptstrasse entlang laufen, dass wir verdammt schnell unterwegs sind. Wir absolvierten 25km in 4h15min inklusive Pausen. Wir müssen aufpassen, dass wir nach der langen Pause unseren Körper nicht zu viel zumuten, aber beide Läufer haben keine Probleme. Nach 22km erreichten wir Puerto-Valle und es hatte am Eingang des Dorfes ein kleines Geschäft. Schon die Geschäfte in Paraguay hatten zum Teil kein Mineralwasser sondern nur Süssgetränke. Wir fragten, ob wir unsere leeren Wasserflaschen am Wasserhahn auffüllen lassen dürfen, da wir nicht vier Liter Cola trinken wollen. Es war überhaupt kein Problem, da wir beide sehr durstig waren, tranken wir sofort eine Flasche leer, die der Verkäufer freundlicherweise wieder auffüllte. Wir kauften genügend Lebensmittel für das Mittagessen ein und hinterliessen ein Trinkgeld für die Freundlichkeit.

Unser heutiger Siesta Platz war am Ende des Dorfes vor einem Kiosk auf einer Wiese, so konnten wir genügend essen und trinken während der Mittagspause und anschliessend konnten wir noch einkaufen. Heute schliefen wir ca. drei Stunden während der Siesta, wir waren nicht müde, aber wir denken, dass unsere Körper sich an die Siestas gewöhnt haben. Ein kühler Wind störte uns beim Mittagsschlaf, weshalb wir unsere Schlafsäcke auspackten und so wohlig warm weiter schlafen konnten.

Nach der Mittagspause liefen wir noch acht Kilometer weiter. Wir fanden einen schönen Strand am Rio Paraná (See zwischen Argentinien und Paraguay). Als wir schon unser Zelt aufgestellt hatten und uns im See waschen wollten, kam ein Mann und sagte uns, dass wir hier nicht Campieren dürfen da es privat ist. Wir hatten keine andere Wahl und liefen mit dem Zelt 700m weiter, wo wir Campieren durften. Die Mosquitos machten uns das Leben wieder einmal schwer und genossen unser Blut, innert Minuten waren wir verstochen. Ohne Bad aber mit «Hörndli» als Nachtessen war der Tag trotzdem ein voller Erfolg. Wir freuen uns auf Morgen, da wir geplant haben am See entlang zu laufen.

Auch wenn wir gestern und heute nur an der Hauptstrasse entlang gehen mussten, stört uns das nicht. Joness sagte schön: «das ist das Ying und Yang der Pilgerer, ohne Strasse gibt es keine Waldwege». Das ist ein schöner Spruch. Da es keinen offiziellen Weg von Asunción nach Buenos Aires gibt, müssen wir unseren eigenen Weg suchen und die nächsten Tage werden wir deshalb an der Strasse entlang gehen.

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