In der Nacht wurde es sehr frisch und da wir unser Aussenzelt nicht montiert hatten, kam die ganze Feuchtigkeit ins Zelt und unsere Schlafsäcke waren auch feucht. Als Joness mitten in der Nacht auf die Toilette ging, erschrak er plötzlich, da man in der Nacht die Milchstrasse sah. Die Milchstrasse leuchtete sehr hell und er sah die Galaxie enorm deutlich. Er war so begeistert von dem Anblick, dass er es mir sofort erzählen musste, aber um drei Uhr interessieren mich solche Themen nicht. Als der Wecker ertönte, wollten wir noch in den Schlafsäcken bleiben, da alles nass und kalt war. In diesem Moment nahm ich die Galaxie auch wahr. Ich habe so etwas in meinem Leben zuvor noch nie gesehen. Fürs Weiterlaufen zog sich Joness Winterkappe und Regenjacke an und sogar ich zog meine Daunenjacke an. (Wir wissen, dass es momentan in der Schweiz Schnee hat und wirklich kalt ist, aber für uns war es diesen Morgen sehr kalt).
Nach ein paar gelaufenen Kilometer konnten wir uns unserer warmen Kleidung entledigen und den Sonnenaufgang geniessen. Eine Polizistin machte eine Verkehrskontrolle und kontrollierte die zwei Schweizer Nomaden auch noch. Zuerst fanden wir es unnötig, dass einer von uns den Pass mit dem Stempel zeigen musste, aber wir verstehen es. Da es gefühlt keine anderen Reisende mehr gibt und wir zudem zu Fuss unterwegs sind, zeigen wir gerne den Pass.
Nach acht Kilometer konnten wir die Strasse verlassen und in den Wald hinein, wo wir Richtung Ituzaingó dem Weg folgten. Nachdem ich ein Foto von einer «Achtung Wild» Tafel gemacht hatte, haben wir direkt zwei «Rehe» gesehen, wir wissen noch nicht wie die Art in Südamerika heisst. Zudem haben wie noch zwei Nager gesehen, wir vermuten dass es junge Wasserschweine gewesen sind. Wir haben schon viele Tiere gesehen, aber die meisten lagen am Strassenrand. Weshalb wir uns sehr freuen, lebendige Tiere zusehen.
Als wir in Ituzaingó ankamen, hatten wir schon 24km hinter uns gebracht und unsere Pause mehr als verdient. An einem Strand liessen wir uns nieder und konnten am See uns und unsere Kleidung waschen. Was uns verdutzte, die Argentinier mit helleren Hauttönen als wir, legen sich zur Mittagssonne direkt in den Strand ohne Schatten. Wir sahen dann aber auch den einen oder anderen Sonnenbrand davon laufen. Joness und ich genossen die wunderschöne Aussicht am Strand, da es möglicherweise bis Buenos Aires keinen Strand mehr hat.
In dem Städtchen gingen wir zur Bank und kauften ein, da das nächste Dorf 25km entfernt ist. Nach der Siesta liefen wir noch neun Kilometer. Paraguay und Argentinien kann man nicht vergleichen, aber man sieht Parallelen, wie zum Beispiel die Leute, welche auf ihren Plastikstühlen sitzen und Mate respektive Terere trinken. Der Abfall wird auch überall entsorgt, wo es den Leuten passt. Wenn ich an Argentinien denke, so kommen mir sofort die Gauchos (Cowboys) in den Sinn und wir sahen jetzt auch schon viele Farmen mit Kühen und Pferden.
Unser Schlafplatz fanden wir neben der Strasse in einem Eukalyptuswald, heute lernten wir das Eukalyptus sehr gut brennt und auch noch gut riecht. Als wir am Kochen waren, kam ein Anwohner vorbei und bat uns, nach dem Kochen das Feuer mit Erde zu bedecken. Zuerst dachten wir, dass wir einen neuen Platz suchen müssen. Aber der Argentinier sagte uns, dass wir bleiben dürfen und das Feuer im Auge behalten sollen. Joness und ich liefen heute schon den dritten Tag durch Argentinien und die Leute und die Landschaft gefallen uns, auch wenn es ab Morgen wieder an der Strasse entlang geht.






















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