Es verging wieder eine kühle Nacht in der Joness auf die Toilette musste, aber in dieser Nacht konnte er nicht den Anblick der Galaxie geniessen. Unsere Schlafsäcke wurden wieder feucht, da wir diese während der Mittagspause trocknen ist es kein Problem. Für Joness war es am Morgen immer noch kalt, für mich hingegen angenehm kühl. Heute hatten wir ein kleines Jubiläum zu feiern, wir sind heute schon einen Monat unterwegs. Wir sind ein eingespieltes Team und am Morgen sind wir sehr schnell bereit um loszulegen, gegenüber den Anfängen. Unsere Körper haben sich komplett an das neue Leben gewöhnt, keiner von uns ist mehr müde am Morgen, im Gegenteil wir können es kaum erwarten, wenn es wieder losgeht.
Der Tag war sehr monoton. Bis nach Corrientes geht es weiter an der Strasse entlang und das noch für rund 200km. Ich habe mich für diese Route entschieden, da wir am Rio Paraná entlang laufen können und so immer Wasser in der Nähe haben. Eine Sonnenblume war ein Highlight des Morgens, da sonst nicht viel passierte. Die Lastwagenfahrer winken und hupen uns immer wieder zu. Joness spürte heute, dass die Hupe nicht immer ertönt um uns anzutreiben, manchmal auch weil jemand von uns auf der Strasse läuft. Uns geht es gut, bis jetzt wurde noch niemand Überfahren.
In Villa Olivari kamen wir nach 18km an und konnten wieder einkaufen, unser Wasser reichte gerade so bis ins Dorf. Vor dem Geschäft trank jeder von uns zwei bis drei Liter, um die Wassertanks im Körper wieder zu füllen. Zwischen Villa Olivari und Ita-ibate ist eine der grössten Distanzen von unserer Tour. Zwischen den beiden Dörfern liegen 50km. Da wir heute heute schon 18km gelaufen sind, war der Plan noch weitere 16km zu absolvieren und dann sind es Morgen auch nochmals 34km bis Ita-ibate. Wir kauften Proviant bis morgen Abend ein und jeder hatte nochmals 3Liter Wasser zusätzlich geladen. Wir hofften, dass wir noch an Wasserlöcher kommen, da wir bei 35Grad mit 3Liter Wasser nicht weit kommen. Schwer geladen liefen wir noch sieben Kilometer, bis es die verdiente Mittagspause gab. Wir fanden wieder einen Platz in einem Wald. Diesmal gab es keine Mücken, dafür Stechfliegen. Diese Tiere sind extrem nervig, da der Stich schmerzhaft ist und man danach eine juckende Beule kriegt. Um uns zu schützen, stellten wir unser Zelt auf und verbrachten die Siesta im Zelt. Den Rucksack liessen wir draussen und wir mussten uns immer zweimal überlegen ob wir wirklich etwas vom Rucksack brauchen. Deshalb wurde hauptsächlich im Zelt geschlafen und gegessen.
Der Plan für den Nachmittag war klar, mindestens noch neun Kilometer zurücklegen, dass es für Morgen nicht zu viel wird. Am Nachmittag schieben sich immer wieder ein paar Wolken vor die Sonne, was uns gelegen kam, da es sonst sehr heiss war. Joness überholte mich in der Hälfte und ich sah nur noch seinen Rücken und hörte seine «Gölä» Hits von hinten. Wenn Joness gut drauf ist, habe ich keine Chance mit ihm mitzuhalten, sowas habe ich noch nie erlebt.
Wir sahen eine Tafel für einen Campingplatz, aber was wir vorfanden hatte mit einen Campingplatz nicht viel zu tun. Es ist ein Platz neben der Hauptstrasse, wo die Lastwagenfahrer Pause machen können. Für uns reicht es auch, da es eine Wiese und eine Feuerstelle hat. Neben dem Platz sahen wir zwei Cowboys auf ihren Pferden, ich nahm unsere leeren Plastikflaschen und fragte die Cowboys ob sie mir diese auffüllen können. Für mich geht in Argentinien ein Kindheitstraum in Erfüllung, ich sehe Cowboys/Gauchos. Die zwei Herren waren sehr wortkarg, aber wir haben genügend Wasser bis morgen Vormittag. Die Abendroutine ist auch immer das gleiche mit Zelt aufstellen, kochen, abwaschen und Meditation.
Wir sind schon einen Monat am Laufen, wir haben das Gefühl, dass es gar noch nicht so lange ist, aber wenn wir an den Anfang zurück denken fühlt es sich wie mehr als einen Monat an.









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