Tag 35 Uglijan- Biograd na Moru 05.09

Da an diesem Tag Marc und ich es versuchten zusammen zu laufen, einigten wir uns darauf um sechs Uhr zu starten. Natürlich wäre es mir lieber gewesen eine Stunde früher loszugehen, doch diesen Kompromiss ging ich gerne ein. Als ich um fünf Uhr erwachte, stellte ich fest, dass das Zelt und mein Schlafsack nass geworden sind durch die Feuchtigkeit. Ich versuchte die zwei Gegenstände abzuwischen, bevor ich sie in den Rucksack zurückpackte. Fast pünktlich starteten wir zwei, ich war sehr gespannt ob das mit uns funktionieren werde. Menschlich und auf den Inseln hatten wir super funktioniert, aber wir haben zwei unterschiedliche Laufgeschwindigkeiten. Marc läuft zudem 20 bis 30km pro Tag und nie mehr als 15km am Stück und ich laufe am Vormittag bis zu 35km mit nur ganz kurzen Pausen, nachmittags erneut bis zu 10km.

Ich versuchte das Tempo meines Kollegen zu laufen, aber spürte, dass mein Körper schneller laufen möchte. Einen Teil entlang der Strasse lief ich mein Tempo und wartete bei einem Dorf auf meinen Kumpanen. Ich hatte genügend Zeit um meine Schuhe zu wechseln und mich zu stärken. Wir mussten uns eingestehen, dass es nicht funktioniere, ich müsste immer warten und Marc wäre gestresst. Am Hafen beim Dorf trennten wir unseren Proviant auf und ich zog alleine los. Marc machte eine Pause und lief in seinem Tempo weiter. Ich spürte einen Jubelschrei der durch meinen Körper ging, nach der ganzen Pause auf den Inseln war ich wie entfesselt, dass ich wieder konnte. Meine Beine schritten schnell. In knapp fünf Stunden hatte ich über 30km zurückgelegt und erreichte noch die Fähre in Tkon. Ich bin natürlich nicht die ganze Strecke durchgerannt. In Tkon wollte ich eine Burg anschauen gehen. Als ich oben am Hügel angelangt war, wurden meine Mühen und Strapazen nicht belohnt, da die Burg geschlossen war. So lief ich sofort wieder hinunter und fand unterwegs noch Trinkwasser. Trinkwasser war auf den Inseln nicht immer einfach zu finden, weshalb ich ab und zu Wasserflaschen kaufen musste.

Die Fähre und ich erreichten zeitgleich den Hafen, so nutzte ich die Chance und fuhr zurück ans Festland. In Biograd na Moru angekommen lief ich umgehend von den Touristenplätze weg, kaufte ausserhalb des Zentrums ein und fand einen schönen Park für meine Pause. Ich wusch meine Kleidung beim Brunnen und trocknete mein Zelt und den Schlafsack.

Nach einer erholsamen Pause machte ich mich auf den Weg für einige weitere Kilometer. Während der Pause musste ich mich dauernd bremsen, ich konnte es kaum erwarten weiter zu gehen. Ich wählte meinen Weg so, dass ich nicht mehr neben der Strasse lief sondern im kühlen Wald. Während meiner Reise hatte ich schon heissere Tage erlebt, doch auch bei 30Grad schwitzte ich sehr stark. Ausserhalb von Biograd na Mor fand ich eine Einkaufsmöglichkeit, zwei Kilometer weiter lief ich in einen Wald hinein. Ich genoss es wieder alleine zu sein und auf niemanden Rücksicht nehmen zu müssen, obwohl mir die Zeit mit Marc gefallen hat. Das Abendessen fiel nicht so extravagant aus, doch es war schnell und passte.

Es ist fantastisch, dass mein Körper so gut funktioniert. Ausser einem Ziehen in der Wade habe ich keine Beschwerden. Aktuell liegen noch 103 km bis nach Split vor mir. In Split habe ich eine Pause geplant. Es ist ein Unterschied ob man sich eine Pause plant oder durch den Fahrplan der Fähren zu Pausen wird. Etwas Gutes hatte es, mein Körper konnte sich erholen und hatte nun viel Energie.

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