Am Abend sah ich nicht viel, was um mein Zelt herum ist, dafür hörte ich es während der Nacht umso besser. Drei lautstarke Hähne liessen mich mehrmals erwachen, trotzdem war ich erholt und freute mich auf den Tag. Wie üblich lief ich um fünf Uhr los. Ich geniesse die wunderschönen Sonnenaufgänge jedes Mal aufs Neue. Einige Kilometer lief ich der Küste entlang und schnupperte Meeresluft. Das Ziehen in der Wade war wieder verschwunden. Bei solchen kleinen Beschwerden auf so einer Reise nützt es nicht immer zu pausieren, manchmal muss die Beschwerden durch weiteres Laufen behandeln. Jedoch solche dabei das Tempo und die Distanz angepasst werden. Weil ich eine solche Reise bereits zum wiederholten Male mache, kann ich da auf meine Erfahrungen zurückgreifen.
Mein Weg nach Split verlief oft entlang der Strasse, trotzdem fand ich auch heute immer mal wieder einen Feldweg, auf dem ich gehen konnte. Unterwegs fragte ich nach Wasser und traf bisher immer hilfsbereite Leute an. Ein junger Mann gab mir heute sogar von seinem raren Trinkwasser, was ich sehr schätzte. Eine Frau füllte mir Wasser ab, ich war mir danach jedoch nicht sicher, ob es Trinkwasser war, da das Wasser wie eine Gipsplatte schmeckte. Doch bis jetzt hatte ich keine Probleme wegen dem Wasser, mein Körper scheint sich schon einiges gewöhnt von sein. Nach Šibenik führt eine grosse Brücke, über die mein Weg führte. Als ich auf der Brücke hinunter ins Meer schaute, sah ich eine Schildkröte schwimmen, mein Highlight dieses Tages. Eingangs von Šibenik erledigte ich Einkäufe und traf auf einen Fussballplatz. Hier verbrachte ich meine Mittagspause auf der Tribüne und trocknete die Kleidung.
Am Nachmittag lief ich durch die Stadt von Šibenik. Auf einer Anhöhe ist das Schloss, welches ich aber nicht besichtigte, da ich noch die bekanntesten Schlösser von Kroatien besichtigen werde. Ausserhalb der Stadt fand ich Trinkwasser und ein Lebensmittelgeschäft. Nach zwei weiteren Kilometern erreichte ich den See, wo ich Schokolade ass und schwimmen ging. Nach dem Abendessen schaute ich den Sonnenuntergang an und ging bald einmal schlafen.
An meinem 36. Tag lief ich 45km und trank sieben Liter Wasser, was momentan Durchschnitt ist. Heute hatte ich Kontakt via Handy mit Marc, da wir uns in Split treffen wollen. Er wird voraussichtlich erst Morgen auf die Fähre aufs Festland gehen, was bedeutet, dass ich bereits mehr als einen Tag Vorsprung habe und ein Treffen undenkbar macht.



















0 Kommentare