Tag 41 Pisak- Drvenik

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11.09.2022

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Schon am Vorabend fuhren laute Motorräder die Strasse hinauf, bei denen man sich die Ohren zu halten musste. Dies ereignete sich auch das ein und andere Mal während der Nacht vor. Als ich das eine mal erwachte und in den Himmel schaute, dachte ich zuerst, dass ich unter einer Laterne schlafe. Nach einem kurzen Augenreiben stellte ich fest, dass es der Vollmond war, der mein Zelt beleuchtete. Ich drehte mich nochmals und schlief bis mein Wecker ertönte. In der Nacht hatte es stark angefangen zu winden und eine Schlaufe sich bei einem Hering löste, so dass mir das Zelt immer wieder in mein Gesicht gewindet wurde. Unter dem Mondlicht bereitete ich alles vor.

Mein Weg führte mich zuerst der Hauptstrasse entlang, dort montierte ich die Stirnlampe mit dem roten Licht doch noch, so sahen mich die Autofahrer besser sahen. Sonnenaufgang-Fotos sind bereits etwas Schönes – aber den Vollmond am Morgen über dem Meer zu fotografieren, ist schon fast kitschig. Aufgrund der Trockenperiode und den deshalb ausser Betrieb genommenen öffentlichen Wasserbrunnen hatte ich in Italien und Istrien Probleme Wasser zu finden. Heute Vormittag fand ich auf der Suche nach Wasser einen Wasserhahn der mit einem Schloss versperrt war. Das hatte ich bisher noch nicht angetroffen, jedoch verstehe ich es. Ein paar Häuser weiter fand ich dann einen Wasserhahn, leise schlich ich mich ans Haus und füllte meine Flasche ab, anschliessend ging es für mich weiter.

Der Vorteil durch Europa zu gehen ist, dass sich in kurzen Abständen Siedlungen befinden. In einem kleinen Dorf hielt ich an und kaufte in der Dorfbäckerei ein. Ich versuchte mich auch immer landestypisch zu ernähren und so gab es heute Burek mit Käse. Burek ist super für mein Unterfangen, ich ass während meiner Reise auch schon welche mit Spinat.

In der jetzigen Region treffe ich vermehrt auf Trinkwasserbrunnen, was optimal für mich ist. Bis zur Mittagspause hatte ich 36km zurückgelegt und fand im Wald einen Schattenplatz. Ich schlief schnell ein, wurde aber nach einer Stunde unsanft von einem Regenschauer geweckt und wusste zuerst nicht, wo oben und unten ist. Schlaftrunken nahm ich meine Kleidung zusammen, die ich trocknen wollte, zog meinem Rucksack den Regenschutz über, zog mir die Regenjacke an und legte mich wieder schlafen. Da ich mit dem Schauer nicht gerechnet hatte und zu müde war mit meinem Tarp einen Unterstand zu bauen, legte ich mich wieder auf die Matratze und versuchte weiter zu schlafen. Zu meinem Glück war der Regenschauer nach einigen Minuten vorbei, so dass ich die Regenjacke ausziehen und meine Kleidung wieder auslegen konnte. Nach dem erholsamen Schlaf ass ich etwas und traf die Marschvorbereitungen für den Nachmittag.

Den Nachmittag startete ich in den Wanderschuhen. Da das Thermometer 30 Grad anzeigte und ich in den Schuhe stark schwitzte, wechselte ich in der Hälfte erneut die Schuhe. Bei einem Campingplatz fragte ich an der Rezeption, ob ich meine Wasserflasche auffüllen dürfe. Der Rezeptionist verlangte Geld dafür, da er vermutete, dass ich Duschen wolle. Ich überzeugte ihn, dass ich nur Wasser holen gehe und danach weiterlaufe. Der Mann vertraute mir und ich erhielt das Wasser.

Nach 44km erreichte ich einen Rastplatz mit einer wunderschönen Aussicht und Olivenbäume hinter der Strasse. Bei den Olivenbäumen fand ich ein gutes Plätzchen und begann mit meinem Abendprogramm. Während ich am Kochen war fuhren zuerst ein Österreichisches-Pärchen und danach ein Deutsches-Pärchen mit ihren Wohnmobilen auf den Parkplatz. Beide Paare begrüssten mich und kamen auf mich zu, nachdem sie ihre Fahrzeuge parkiert hatten. Ich spürte schnell, dass es sich um Leute handelt, die es nicht mehr so oft gibt. Die Österreicher schenkten mir eine Flasche Eistee. So ein Getränk wäre für viele Menschen nicht viel, aber für mich bedeutet es sehr viel und die Geste war grossartig. Nachdem das Paar aus Österreich zum Strand gegangen war, fuhr das Paar aus Deutschland heran, auch bei ihnen war es ähnlich, wir verstanden uns ab der ersten Sekunde.

Zwischenzeitlich gingen alle ihren Beschäftigungen nach, ich ass fertig und stellte mein Zelt auf. Nach Sonnenuntergang trafen wir fünf uns und tauschten uns aus. Normalerweise gehe ich um 20 Uhr schon schlafen, aber heute Abend genoss ich die Unterhaltungen und das Beisammensein.

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