Tag 42 Drvenik- Smrden Grad

Meine neuen Bekanntschaften, die Wohnmobilisten, schliefen noch gemütlich in ihren Fahrzeugen, während ich meine Tagesvorbereitungen traf und leise auf den Weg machte. Mein Weg startete der Küste entlang und ich genoss die schöne Landschaft. Der Mond stand wie gestern über dem Meer und es entstanden eindrückliche Fotos. Der Küstenweg endete und führte mich weiter der Strasse entlang. Ich versuchte mein schnelles Tempo durchzuziehen. Mittlerweile erkenne ich Plätze, wo ich mein Trinkwasser auffüllen kann. Am besten funktioniert es bei Kirchen oder Friedhöfen, aber auch Tankstellen und Autowaschanlagen verfügen vielfach über Trinkwasserhähne. Ich schaute ab und zu zurück und alle vorbeifahrenden Wohnmobile genau an, ob es meine Freunde von gestern Abend seien. Kurz nach 11Uhr hörte ich eine Hupe hinter mir, es war das Paar aus Deutschland und ich freute mich, dass ich sie nochmals gesehen hatte. So wie sie mir zuwinkten, freuten sie sich ebenfalls mich nochmals gesehen zu haben. Ihr Timing war perfekt, denn kurz nach der Begegnung verliess ich die Strasse und konnte auf Landwegen weitergehen. Nach einem Einkauf hatte ich meine Wasserflasche nicht aufgefüllt, was ich kurz vor dem Mittag spüren musste. Die Sonne stand direkt über mir und die Windstille liess mich die volle Hitze spüren. Zum Glück war es nicht mehr weit bis zum nächsten Dorf. Dort fand ich Trinkwasser und daneben ein Buswartehäuschen, wo ich meine Siesta verbringen konnte. Da ich eher spät einen Mittagshalt einlegte, hatte ich bis hierhin bereits 40km zurückgelegt.

Am Nachmittag wanderte ich bei 30 Grad weiter. Mein Weg führte der Strasse entlang einen Hügel hinauf. Die Steigung war nicht stark, die Aussicht hingegen war grandios. Auch bei dieser Bergstrasse konnte ich über Landwege abkürzen und gelangte an eine Kirche mit Friedhof. Normalerweise immer ein sicherer Ort für Trinkwasser, leider nicht in diesem Fall. Beide Wasserhahn funktionierten nicht. Das ist etwas, was mir nicht passieren sollte. Zuerst fragte ich einen Einheimischen, dieser konnte mir nicht helfen und das Dorf schien ansonsten menschenleer. Zuvor sah ich bei der Kirche ein Wohnmobil, also versuchte ich mein Glück dort. Als ich mich dem Wohnmobil näherte, rannten zwei grosse Hunde auf mich zu und bellten mich an. Ich verteidigte mich erfolgreich mit meinen Wanderstöcken. Die Hundebesitzerin rief ihre Tiere zurück und ich blieb am Leben. Die Wohnmobilisten war aus Frankreich und nach meiner Bitte nach Wasser überreichte sie mir, ohne zu zögern zwei Trinkflaschen. Als kleinen Tausch übergab ich ihr meine Pfand-Trinkflaschen. Wenn ich hier kein Wasser erhalten hätte, wäre meine heutige Etappe einiges länger geworden. Nach zwei weiteren Kilometern erreichte ich die ehemalige Burg von Smrden Grad. Heute ist es eher eine Ruine, bei der der eine Turm noch steht. Ich mag solche alten Bauwerke. So schlug hier mein Lager auf, kochte direkt vor der Burg und habe einen schönen Ausblick auf das Monument. Heute lief mit 50km ich meinen persönlichen Tagesrekord und es geht mir immer noch sehr gut. Ich hoffe natürlich, dass ich diesen Rekord noch das ein oder andere Mal auf dieser Reise brechen werde. Meine Belohnung hielt die Natur für mich bereit: ein wunderschöner Sonnenuntergang.

Mein Schlafplatz liegt nur vier Kilometer vor der Grenze zu Bosnien. In Bosnien werde ich aber nicht bleiben, nach sieben Kilometer in Bosnien werde ich bereits wieder auf kroatischem Boden wandern. Bosnien wird das Land sein, in welchem ich ie kürzeste Distanz zurücklege. Trotzdem freue ich mich natürlich auf mein fünftes Land auf dieser Reise.

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