Tag 44: Villa Guilermina-Villa Ocampo

Die eine Stunde, die wir länger schliefen, kam uns wie ausschlafen vor. Als Joness das Zelt zusammen packte und ich Tee kochte, konnten wir dem Sonnenaufgang zusehen. Wir assen unseren letzten Proviant: ein bisschen Brot, Kekse und Cracker zum Frühstück und brachen auf. Das Wetter passte sich uns an, es schoben sich Wolken vor die Sonne und es wurde nicht zu heiss. Die ersten acht Kilometer nach Villa Guilermina waren sehr schön, wir liefen an kleinen Seen vorbei und hielten nach Kaimanen Ausschau. Joness und ich sind womöglich zu laut und die Tiere fliehen, da man uns schon Kilometer weit hören kann. Beim Guten Morgen Video wäre Joness fast auf einen Giftfrosch getreten, aber dem kleinen Kerlchen geht es gut.

In Villa Guilermina ging es zuerst Richtung Bank und wir fragten uns, wieviel wir abheben können. Ich probierte mein Glück zuerst am Bankomat, meine Debitkarte wurde drei Mal abgelehnt, aber mit der Kreditkarte konnte ich Maximal 4000Pesos (in etwa 40.- Franken) abheben, aber jedes Mal fällt noch eine Gebühr von 625 Pesos (in etwa 6.25 Fr.) an. Bei Joness funktionierte das Geldabheben gar nicht, aber bis zur nächsten Stadt sollte unser Geld reichen. Wir sind natürlich nicht die einzigen, die Geld brauchen, deshalb gibt es bereits am Morgen mehrere Leute die vor der Bank anstehen. Nach der Bank ging es noch in ein Lebensmittelgeschäft bevor wir weiter konnten. Das Duo machte einen Grosseinkauf, da wir 50km zurücklegen müssen bis ins nächste Dorf. Das Ehepaar denen das Geschäft gehört, fand Gefallen an uns und wir hatten eine gemütliche Plauderei. Der Mann schenkte uns noch Wasser, was wir immer gebrauchen können. Komplett überbeladen ging es weiter, da wir am Morgen eine Stunde länger schliefen, wollte ich noch Boden gut machen, solange es Bewölkt war. Joness und ich tranken während dem Laufen eine Flasche leer, um Gewicht zu reduzieren. Nach 23km fanden wir einen Weg, der in einen Wald führte. In diesem Wald hatte es genügend Schatten für uns, da die Sonne immer stärker wurde und die Wolken verschwanden.

Die Siesta verbrachten wir im Zelt, so konnten uns wir in Ruhe erholen. Ich schlafe neuerdings direkt auf dem Zeltboden, da meine Luftmatratze den Geist aufgegeben hat. Dank unserem Wocheneinkauf konnten wir genügend essen und es gab wieder einmal Früchte für uns zwei Wandervögel. Bei der Mittagssonne trockneten wir das Zelt, das in der Nacht nass wurde.

Um 15.30 Uhr ging es für uns weiter. Nach den letzten paar Regentagen wurde es am Nachmittag wieder über 30Grad. Beim Laufen waren unsere Blicke auf den Boden gerichtet, so dass wir eine 70cm lange Echse erst sahen, als sie in einem Gebüsch Zuflucht suchte. Wir freuen uns immer wieder, wenn wir Tiere sehen, die wir sonst nur vom Zoo kennen. Neben dem Weg war ein Haus, das im Garten einen Wasseranschluss hatte. Niemand öffnete die Tür, weshalb wir so dreist waren und unsere Wasserflaschen selber auffüllten. Mit dem Wasser hatten wir alles was wir brauchten und konnten nach einem Schlafplatz Ausschau halten. Joness und ich fanden eine Kirche mit einem grossen Platz. Das Highlight war der Stromanschluss und der Orangenbaum. Dank den unkultivierten Orangen können wir die Elektrolyte in unserem Körper wieder auffüllen, die haben in den letzten Tagen gefehlt.

In den letzten Tagen haben wir bei Ankunft an unserem Tagesziel immer einen Tee gekocht, der auch heute nicht fehlen durfte. Wir assen leckere Spaghettis mit Tomatensauce und Nüssen und alberten beim Abendessen herum, so wie immer. Die Stimmung bei uns beiden ist prächtig, diese wurde etwas gesenkt als uns die Polizei von Santa Fe kontrolliert hat. Wir schilderten unsere Lage und durften unser Zelt stehen lassen. Joness und ich haben das Gefühl, dass wir die Polizisten wieder sehen werden.

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