Tag 44 Majkovi- Dubrovnik

So ein kühles Erwachen hatte ich auf der Reise bis jetzt noch nie, wie an diesem Morgen. Der kalendarische Herbstanfang hat schon angefangen und die Tage werden spürbar kürzer. Ich muss mich auf noch kältere Nächte gefasst machen, freue mich aber auch, da ich kühlere als heisse Temperaturen bevorzuge. Nach dem Aufstehen konnte es kaum erwarten loszugehen und Dubrovnik zu erreichen. Die Vorfreude war auch unterwegs gross, weil ich möglichst viel abseits der Strasse geplant habe und die Aussicht sensationell werden wird.

Kurz nach dem Start erreichte ich einen Aussichtspunkt, doch da es noch zu dunkel für Fotos und Videos war, genoss ich diesen speziellen Moment für mich allein. Ich befand mich auf einer Krete und hatte eine wunderbare Aussicht auf das Meer, die Berge und das wunderschöne Land Kroatien. Während dem Weiterlaufen lief ein Film in meinem Kopf ab und ich realisierte, dass ich bald Kroatien verlassen werde und das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachte. Kroatien war so gut zu mir und ich versuchte, so viel wie möglich zurückzugeben.

Auf meinen Wegen durch Kroatien sah ich viele «Vorsicht Wildschwein-Tafeln», noch immer hatte ich keine Wildschweine gesehen. An diesem Morgen war alles perfekt für ein solches Treffen: es war kühl und ich lief während der Morgendämmerung durch ein für Wildschweine perfektes Gebiet. Ich musste lange darauf warten, doch als ich einen Hügel hinauflief, hörte ich es neben mir rascheln, anders als das normale Rascheln von Reptilien. Es musste etwas Grösseres sein. Ich machte einen Schritt nach vorne und sah es: ein Wildschweine! Da flohen mehrere Tiere bereits vor mir, aber immerhin sah ich eines perfekt. Bis ich meine Kamera bereit hatte, waren die Tiere schon weg. Ich war nervös, während ich versuchte, näher zu gehen und noch eines zu Filmen, die Tiere ergriffen die Flucht, doch ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich wusste, soeben hatte ich mein heutiges Highlight erlebt. Nun konnte kommen was wolle.

Nach dem wunderbaren Erlebnis und den grossartigen Wegen abseits der Strassen, lagen 8 Hauptstrassen-Kilometer vor mir. Ich hatte noch genügend Lebensmittel von gestern und fand auch Wasserstellen, so konnte ich mein Tempo bis zur Stadt Dubrovnik durchziehen. Der Weg führte über eine riesige Hängebrücke, von der aus ich bereits einen Blick auf die Stadt erhaschen konnte. Ausserdem sah ich zwei riesige Kreuzfahrtschiffe, die grösser als Einkaufszentren waren. Nach nur wenigen weiteren Schritten hatte ich mein heutiges Ziel erreicht. Auf einer Terrasse freundete ich mich mit einigen Leuten ab. Meine neuen Bekanntschaften wollten zum Strand. Da ich aber erst angekommen war und noch ein wenig Zeit brauchte, blieb ich allein. Ich ging etwas Essen und konnte danach mein Zimmer beziehen. Ich mag das «Hostel-Leben» sehr, denn jedes Hostel ist anders. Das «Free Bird Hostel» ist ein neueres in Dubrovnik und hat nur wenige Zimmer, deshalb lernt man die anderen Gäste schnell kennen und kommt ins Gespräch.

Am Nachmittag wusch ich meine Kleidung und benutze wieder einmal eine Dusche, was sehr guttat. Anschliessend schlief ich und schrieb an diesem Blog. Später traf ich meine neuen Freunde, wir erledigten gemeinsam Einkäufe und assen im Hostel. Zwei Männer waren aus Brasilien, die Frau war aus Deutschland. Die Gruppe ergänzte sich super und wir konnten viel voneinander lernen. Meine Müdigkeit machte sich erst bemerkbar als es spät wurde.

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