In der Nacht regnete es erneut, da ich aber im Camperbus schlafen durfte, blieb ich trocken und konnte in der Früh schnell los. Ich wechselte noch die SD-Karte meiner Kamera und hoffte, dass so das Videomaterial gespeichert wird. Nach einer Verabschiedung meiner Gastgeberinnen verliess ich Kotor. In Montenegro hat es viele Strassen Katzen, einer diesen Katzen erschreckte mich um 5 Uhr da sie im Dunkeln mich «anmiaute». Da ich gestern vier Schlangen gesehen hatte, bin ich ab jetzt ein wenig zögerlich, auch wenn es nur ein Stück Plastik war. In Montenegro sind am Sonntag alles Geschäfte geschlossen, weshalb ich gestern auch für heute eingekauft hatte und mit vollem Rucksack unterwegs war. Auch auf den Strassen bemerkte ich, dass es Sonntag war, da mir fast keine Autos entgegenkamen. Nicht nur Strassen Katzen sind ein Problem auch die Hunde, ich werde immer häufiger angebellt und verfolgt von den Hunden. Einen Strassenhund sah ich tot im Strassengraben liegen.
Pünktlich zur 9 Uhr-Pause erreichte ich Budva, in dieser Stadt wollte ich zuerst einen Pausentag einlegen, da aber der Abstand zu kurz war besichtigte ich nur kurz die Altstadt und ging weiter. Die Altstadt war eine Festung ähnlich wie in Dubrovnik, jedoch ist Budva viel kleiner. Sehr schnell war ich durchgelaufen und hatte meine Aufnahmen im Kasten. Weiter lief ich entlang der Strandpromenade, ich verstand nicht, wieso alle Menschen am Strand waren und niemand in der niedlichen Altstadt. Budva ist für das Nachtleben in Montenegro bekannt und ich sah den Leuten an, wer zu lange Feiern war. Je weiter ich weg von der Stadt kam, desto ruhiger wurde es und auch am Strand. Obwohl der Sandstrand sehr weitläufig ist und die Landschaft zauberhaft ist.
Montenegro war die grosse Unbekannte auf meiner Reise, aber das Land ist der Küste entlang extremschön. Hierzu passten auch meine Eindrücke etwas später am heutigen Tag, die kleine Stadt Sveti-Stefan ist unglaublich. Noch nie zuvor hatte ich so etwas Schönes gesehen. Es ist eine kleine Stadt mitten im Meer und rundherum führt eine Mauer. In die Stadt hinein führt nur eine Strasse. Ich hatte mich zuerst geärgert, dass ich dort nicht der Küste entlanglief und sie deshalb verpassen würde. Doch später wurde ich belohnt, dass ich der Strasse entlanglief. Bei einem Aussichtspunkt wurde ich von zwei Albanern angesprochen und wir hatten eine lustige Unterhaltung. Kurz vor meiner Mittagspause kam es zu dem Highlight des Tages. Ein Radfahrer fuhr an mir vorbei und beide merkten, dass wir miteinander sprechen müssten. Wir trafen uns bei einem Rastplatz und tauschten uns aus. Der Mann heisst Antoin und fährt von Frankreich bis nach Istanbul. Wir beide fanden es unglaublich, dass wir beide dasselbe Ziel haben. Wir tauschten unsere Kontakte aus und bleiben in Kontakt, vielleicht gibt es ein Wiedersehen.
Meine Mittagspause verbrachte ich am Strassenrand unter einem schattenspendenden Olivenbaum. Wie heute früh vor dem Sonnenaufgang war es auch jetzt sehr kalt. Ich verlegte meinen Pausenplatz vom Schatten in die Sonne, um mich wieder aufzuwärmen. Kurz vor Ende meiner Pause traf ich einen Deutschen, der in Montenegro wandert. Es ist toll, welche Bekanntschaften ich mache und immer wieder etwas Neues lernen darf, wie z. B., dass Montenegro nicht in der EU ist aber den Euro als Zahlungsmittel besitzt. Ich gebe zu, dass ich mir die EU-Mitgliedsländer oder Länder des Schengenraums bisher nicht merken konnte. Nach der erholsamen Mittagspause lief ich weiter, und bereits traf ich erneut einen Radfahrer an. Seine erste Frage: «Bist du der Typ, der nach Istanbul läuft?» Sehr irritiert erwiderte ich mit «Ja, woher weisst du das?». Es stellte sich heraus, dass er gestern ein Stück mit den zwei Österreichern gefahren war, die ich zuvor kennengelernt hatte. Da wir beide weiterwollten, blieb es bei einer kurzen Unterhaltung. Ich freute mich über den kurzen Austausch und lief mit einem Lächeln weiter.
In den folgenden kleinen Dörfer kam ich immer wieder mit den Einheimischen ins Gespräch, trotz Sprachbarriere klappte die Kommunikation. Die Leute sind sehr freundlich und ich durfte auch überall meine Wasserflaschen auffüllen.
Nach insgesamt 40km war dann auch gut für mich, meine Soll-Distanz auf dem Weg nach Tirana habe ich erfüllt. Auch heute werde ich nicht im Zelt schlafen, da meine Kollegin Nadja mit ihrer Hündin Rosi und ihrem Camperbus in der Nähe waren.









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