Tag 49: Berna-Malabrigo

In der Nacht wollte uns ein Hund herausfordern. Der Hund bellte und knurrte uns mitten in der Nacht an. Nach schätzungsweise einer halben Stunde ging Joness aus dem Zelt heraus und zeigte dem Hund, wer das Alpha-Männchen ist. Danach hatten wir unsere Ruhe und wir konnten weiter schlafen. Uns fiel sehr schnell auf, dass es um 04Uhr schon sehr warm war und wir erwarteten einen heissen Tag. Der Morgen war unspektakulär. Das Erwähnenswerteste ist, dass wir wieder einmal eine Schlange gesehen haben. Die schwarze kleine Schlange schlängelte sich aber schnell davon, als wir durch marschierten.

Nach 16km erreichten wir Malabrigo. Als wir durch das Dorf liefen, gelangten wir an einen Kiosco. Die Verkäuferin schaute uns sehr merkwürdig an und sie machte nicht den Anschein, uns etwas verkaufen zu wollen. Nach dem sie uns «Skurril» genannt hatte, versuchte ich es nochmals etwas höflicher. Es funktionierte, aber die Frau war auch sehr skurril und es dauerte lange bis wir unsere Lebensmittel kaufen konnten. Wir versuchen immer höflich zu sein und einen guten Eindruck zu hinterlassen, aber die Leute machen es uns nicht immer einfach. Eine Strasse weiter hatte es noch ein Obstgeschäft, das wir auch noch besuchten. Am Dorf Ausgang fanden wir noch ein kleines Geschäft, wo wir unser Wasser auffüllen konnten und Joness noch seine Crackers fand. Beim dritten Geschäft auf unserer Einkaufstour wurden wir sehr herzlich empfangen und hatten ein tolles Gespräch, wir fragten uns warum es nicht immer so einfach sein kann. Wir bekamen noch eine Wasserflasche geschenkt, was wir enorm schätzen. Wir spürten das Gewicht der Rucksäcke, da jeder von uns Lebensmittel und 4Liter Wasser geladen hatte. Um 10Uhr fanden wir einen geeigneten Platz für unsere Siesta, auf einem Acker, aber im Schatten eines grossen Baumes. Wir schliefen heute wieder sehr viel, da wir in der Nacht den Schlaf nicht fanden. Joness und ich freuen uns beide auf Weihnachten, da wir zwei Pausentage eingeplant haben. Bevor es weiterging stärkten wir uns nochmals, da wir genügend eingekauft hatten.

Bei bewölktem Wetter ging es weiter. 200Meter nach unserem Pausenplatz liefen wir an einem Haus vorbei, das eine Wasserpumpe im Garten hat. Da niemand zu Hause war, waren wir so frech und füllten unsere Flaschen auf. Nachdem wir Wasser hatten, ging es auf die Suche nach einem Schlafplatz. Die Wolken verzogen sich und es wurde immer heisser. Wir gelangten an einen Schattenplatz und legten uns dort nieder. Joness stellte das Zelt auf und ich entfachte das Feuer, bei diesen Arbeiten waren wir beide der Sonne ausgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt hatte es 38Grad und wir suchten immer wieder den Schatten auf. Joness erholte sich im Schatten und kochte am Feuer, innert kürzester Zeit war ich komplett durchgeschwitzt. Wir verstehen jetzt, warum die Menschen hier die Siesta von 15-18 Uhr machen und erst um 22:00 Uhr abendessen.

Für Weihnachten haben wir schon letzte Woche eine Unterkunft gebucht und Dank der Autofahrt von César, haben wir keinen Stress und nehmen deswegen das Tempo raus um uns zu schonen. Die Temperaturen werden in den nächsten Tagen auch nicht weniger, weshalb wir heute 23km zurücklegten.

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