Tag 50: Malabrigo-Vera

Pünktlich um 03:50Uhr klingelte der Wecker. Wir beide stellten am Morgen fest, dass wir wieder einmal sehr gut im Zelt schliefen. Wahrscheinlich lag es an der weichen Wiese, auf der unser Zelt stand. Motiviert starteten wir in unseren Jubiläumstag 50. Seit der letzten Pause in Reconquista hatten wir beide wieder Beschwerden, weshalb wir bis zu Weihnachten das Tempo raus nehmen. Immer mal wieder zwickts irgendwo, trotz Beschwerden kamen wir gut voran. Joness ist bei uns für die Videos zuständig und dass ihm nicht langweilig wird während der Pause, filmt er fleissig mit seiner Drohne.

Auf dem Weg in die nächst grössere Stadt, liefen wir durch ein kleines Dorf. Auf dem Weg dorthin sahen wir immer wieder die Überreste einer geplanten Zugsstrecke und ab und zu auch einen Zug der im Wald stand. Die Zugstrecke wurde nie zu Ende gebaut. Vor dem kleinen Dorf schrie Joness kurz auf, da eine Schlange unseren Weg kreuzte. Mein Wanderpartner sah die Schlange nur, weil sie sich in die Höhe erhob, um sich grösser darzustellen. Bis wir unsere Kameras zückten, war die Schlange schon längst verschwunden. Das kleine Dorf war sehr unspektakulär für uns und wir liefen durch. Ich zog das Tempo an und zwischen Joness und mir war ein kleiner Abstand entstanden. Ich hörte, dass ein Fahrzeug sich von hinten nähert, als ich zu meinem Kollegen schaute, hielt bei ihm ein Polizeiauto und fünf Polizisten stiegen aus und kontrollierten Joness. Im ersten Moment wartete ich und dachte «Wenn sie etwas von mir wollen, sollen sie zu mir kommen». Aber danach merkte ich, dass ich Joness helfen sollte bei der Sprache und er ganz alleine mit fünf Polizisten war. Die Polizisten fragten noch, ob wir zusammen gehören aus Spass sagte ich «wir kennen uns nicht». Wir warteten ab bis die Polizisten selber darauf kamen, dass zwei Schweizer mit grossen Rucksäcken nicht zufällig zusammen durch Argentinien laufen. Die Kontrolle war sehr schnell durch und alles war in Ordnung. Auf die Frage, warum wir kontrolliert wurden, kam die Antwort: «jemand vom Dorf hat angerufen». Uns wurde angeboten bis nach Vera zu fahren und wir nahmen das Angebot an.

Nach der abenteuerlichen Autofahrt, hatten wir schon unser Tagesziel erreicht. Wir liefen in das Stadtzentrum von Vera, wo sich ein Park befand. Auf dem Weg dorthin kauften wir noch kurz ein. In dem Geschäft machten wir uns Freunde, Eros und sein Arbeitskollege waren so freundlich zu uns. Wir wurden mit Wasser und mit dem WLAN-Passwort beschenkt. Wir beschlossen vor dem Geschäft eine kurze Pause zu machen, da Joness nach vier Tagen wieder einmal Internet-Zugang hatte. Nach der schönen Begegnung suchten wir einen Schattenplatz im Park und legten uns nieder. Es wurde heute 39Grad und da schwitzt man sogar im Schatten. Joness und ich konnten uns trotz der Hitze gut ausruhen. Unser Ritual, dass wir vor dem Abendessen Tee trinken, wurde nicht vernachlässigt. Als wir das Feuer machten, braute sich ein Gewitter zusammen. Joness und ich beeilten und mit dem Zelt, da die ersten Tropfen schon vom Himmel fielen. Als alles fertig war, ging das Gewitter weiter und wir konnten in Ruhe zu Abendessen. Die Argentinier kommen nach 18Uhr aus den Häusern raus und der Park war nicht mehr für uns alleine da. Natürlich wurden wir zwei tätowierten Camper angeschaut, aber wir konnten in Ruhe unser Abend ausklingen lassen.

Unser Jubiläumstag war grossartig, auch wenn wir wieder einmal von der Polizei kontrolliert wurden, erlebten wir eine erlebnisreiche Autofahrt. Zudem sahen wir heute noch eine Gottesanbeterin auf dem Weg. Das Highlight waren die neuen Freunde, die unsere Reise auch mitverfolgen werden.

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