Dieses Mal war mein Wecker nicht der erste, der am Morgen geklingelt hatte. Zehn Minuten vor mir stand Marco aus Sizilien auf. Wir trafen uns im Wohnzimmer, wo ich mich vorbereitete. Marco hatte sich ein Taxi bestellt und war auf dem Heimweg. Ich wollte weiter Richtung Griechenland. Aus dem Hostel hinaus lief ich Richtung Süden, dabei begegneten mir viele Menschen, welche auf dem Heimweg von einer Disco waren. Einer pinkelte an die Wand, eine andere heulte herum und ein paar Männer lallten herum. Ich war so froh wieder in die Natur hinausgehen zu können. Lange musste ich nicht darauf warten, ausserhalb der Stadt ging ich über einen Hügel und ab da sah die Gegend schon anders aus. Ich traute meinen Augen nicht: nur einige wenige Kilometer trennten die landwirtschaftliche Gegend von der Hauptstadt. Vor meinem Einmarsch in Tirana war noch alles urban und jetzt hier im Süden fand ich perfekte Wanderwege. Einen Nachteil gab es, bis um 7 Uhr wurde ich bereits von mehreren Hunden gejagt oder angebellt. Ich hatte die Zeit in Tirana gut genutzt und ein wenig Albanisch gelernt; schnell merkte ich, dass sich dies gelohnt hatte.
Vor dem Sonnenaufgang wurde es erneut kühl, meine App zeigte fünf Grad an. Zum Glück war ich dann bereits am Laufen und nicht mehr im Zelt. Mir gefiel die Gegend super. Besonders der Einheimische, der mit seinem Esel einkaufen ging und den Esel vor dem Geschäft angebunden hatte. Auch heute bewältigte ich einige Höhenmeter und die Aussicht war traumhaft. Auf meinem Weg lief ich immer mal wieder durch ein Dorf und konnte nach Wasser fragen, was ich von den netten Einheimischen jeweils ohne zu zögern geschenkt erhielt. Meine Mittagspause verbrachte ich auf einer Krete, hier war die Aussicht grandios mit den Bergen rund herum. Das Problem dort oben war, dass mir im Schatten zu kalt war und in der Sonne zu heiss. So war ich in der Pause mehrmals damit beschäftigt meinen Platz zu wechseln und auch Kleider an und abzulegen. Trotz des starken Windes und den unterschiedlichen Temperaturen konnte ich mich erholen. Da ich erst einen Supermarkt nach der Pause fand, bestand mein Mittagessen aus Keksen, Reiswaffeln und Erdnussbutter.
Mit neuem Elan ging es den Berg/Hügel wieder runter. Im Tal angekommen kaufte ich in einem Dorfladen ein und füllte meinen Wasservorrat. Nach der Einkaufstour lief ich noch einen Kilometer bis zu einem geeigneten Nachtplatz. Ich werde diese Nacht fernab von der Strasse auf einer Wiese verbringen. Der Tag heute gefiel mir super, da ich sehr viele Esel und andere Tiere sah. Die Leute auf dem Land sind sehr freundlich, wenn auch einige skeptisch mir gegenüber waren. Es kommt jedoch sehr gut an, dass ich ein paar Wörter Albanisch spreche.
Nach den 41 absolvierten Kilometer war ich sehr müde und war mir nicht sicher, ob ich mich erkältet hatte. Da ich aber fit sein wollte, ging ich früh schlafen.


















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