Tag 57: Col. Silva-San Justo

Diese Nacht bekamen wir keinen Besuch und wurden auch nicht gestört. Es war nur Joness, ich und das Zelt. Etwas vom Schönsten an unserer Reise ist, unter dem Sternenhimmel zu schlafen. Vor dem Einschlafen und nach dem Erwachen immer die Sternenbilder zu begutachten ist ein riesen Privileg. Während dem Yoga hatten wir das Sternbild des Orion vor uns, welcher ein Begleiter auf unserer Reise geworden ist.

Heute vor zwei Monaten sind wir in Paraguay angekommen und zu diesem Zeitpunkt wussten wir gar noch nicht wohin es gehen wird. Es ist unglaublich, was wir in dieser Zeit geleistet haben. Der Sonnenaufgang war wunderschön und wir konnten die Energie gebrauchen. Mein Körper war gestern zu lange der Sonne ausgesetzt und aufgrund der Müdigkeit fielen meine Augen während dem Laufen immer mal wieder zu. Joness ging es gut, konnte aber das Tempo mit mir nicht mithalten. Wie gerufen hielt ein Pick-Up neben uns und der Mann fragte, ob wir nach San Justo wollen. Mir war bewusst, dass San Justo über 30km entfernt war und wir extrem Boden gut machen würden, aber da wir eine Pause nötig hatten, stiegen wir auf das Taxi auf. Joness und ich waren sehr erleichtert, da wir wussten, der Tag wäre anstrengend geworden. Der Mann offerierte uns Zigaretten, die wir als Nichtraucher nicht konsumierten, aber die Geste schätzten wir sehr. Joness und ich frühstückten auf der Laderbrücke während uns Autos und Lastwagen überholten.

In San Justo stiegen wir bei der Tankstelle aus und bedankten uns Tausend-Mal beim Fahrer. Erst beim Bedanken sahen wir, dass der Fahrer eine Träne unter dem Auge tättowiert hatte. Joness und ich gingen in das Kaffee der Tankstelle und suchten nach einer Unterkunft. Als wir im Kaffee waren, schliefen wir fast ein. Wir haben uns für das nächste Hotel entschieden, so mussten wir nur drei Minuten laufen. Schnell hatten wir unser Zimmer und wir konnten uns hinlegen. Wir beide waren so übermüdet, dass wir uns in den Schlaf zwingen mussten.

Wir schliefen immer wieder ein bisschen und konnten uns erholen. Ganz logisch telefonierten wir in die Heimat und fragten, wie es geht. Joness war beim Pool und ich entspannte mich im Zimmer. Am Abend gingen wir noch Einkaufen in die Stadt. Priorität hatte ein Kopfschutz. Wir wurden fündig in einem Kleidergeschäft. Wir sind vielleicht nicht die am besten gekleideten Caminandos, dafür sind wir von der Sonne geschützt.

Während unserer Pause waren wir in den sozialen Medien tätig und wir bekamen Post von Leuten, die von uns gehört haben. Eine Frau versuchte uns zu finden und nachzureisen, da sie uns treffen wollte. Wir hätten nie gedacht das wir Fans haben werden, aber es ist Mega schön oder ich würde sagen «Saugeil».

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