In der Nacht regnete es nochmals, aber nie so stark wie vorhergesagt. In der Region, in der ich mich befand, ist dafür bekannt weniger Regen als der Rest von Albanien zu bekommen, welch ein Glück. In Montenegro herrschen Momentan starke Regenfälle, so war es auch für Albanien und Griechenland prophezeit worden, aber die Berge halten dicht. Ich hatte in den letzten Tagen in einem Morgenvideo erwähnt, dass ich Probleme habe mein Telefon zu laden, in der Nacht war es auch so weit mit meinem Tablet und meine Powerbank hatte in den letzten Tagen auch schon gestreikt. Ich fand heraus, dass die Geräte zu kalt und nass hatten. Kurz vor dem Schlafen gehen, konnte ich dann endlich mein Tablet laden, als ich dann in der Nacht erwachte war das Tablet vollgeladen und ich steckte mein Telefon ein. Als ich dann um 02Uhr nochmals erwachte, lud ich noch die Powerbank. Mein Schlaf kam etwas kurz, aber dafür waren die Batterien meiner Elektronischen Geräte vollgeladen. In Zukunft werde ich die Geräte zu mir in den Schlafsack nehmen, wenn es wieder kalt wird.
Pünktlich um 05Uhr verliess ich das Hotel und machte mich auf, auf die letzte Etappe in Albanien. Ich lief nochmals an der Orthodoxen Kathedrale vorbei, die in der Nacht mittels Scheinwerfer beleuchtet wird. Auf meinem Weg hinaus aus der Stadt sind ein paar Hunde auf mich aufmerksam geworden, ich war froh, dass immer ein Gitter zwischen mir und den Hunden war. Nach dem Sonnenaufgang verliess ich die Hauptstrasse und lief durch ein kleines Dorf. Eine Gruppe von Strassenhunde fand mich so interessant, dass sie sofort aufgestanden sind und alle bellend zu mir kamen. Da dieses Mal kein Gitter zwischen mir und den Hunden war wurde es brenzlig, einheimische kamen mir zur Hilfe und beruhigten die Hunde. Hundert Meter später schaute ich zurück und sah wie zwei Hunde auf mich zu rannten. Normalerweise hilft es, wenn ich schreie oder mit den Wanderstöcken schlage, aber die Hunde rannten immer noch auf mich zu. Als die Hunde auf meiner Höhe waren kam ein Dritter sehr aggressiver Hund dazu. Die drei Hunde verfolgten mich knurrend und bellend für zwei Minuten, bis ich aus dem Dorf hinaus war. Mir war die Situation sehr unangenehm da die Hunde mich mehrmals versuchten anzugreifen und ich konnte immer mit den Wanderstöcken reagieren. Mein Puls war über 200 hundert, nach der Aktion und ich war froh als ich zurück an der Hauptstrasse war und die Hunde mich in Ruhe liessen. Zwei Kilometer später ging es nochmals durch ein kleines Dorf und ich war zuerst unruhig, da ich sowas nicht nochmals erleben wollte. In diesem Dorf war es zu meinem Wohl, viel ruhiger und die Leute begrüssten mich freundlich mit Mermengjess (Albanisch Guten Morgen) aber auch Good Morning wurde mir zugerufen, weshalb ich schmunzeln musste. Auf meinem Weg durch das Dorf wurde ich noch von einem Bauern mit Traktor überholt und auf dem Weg stiegen Frauen auf den Anhänger, es war wie ein Taxi durch das Dorf.
Kurz vor der Grenze nach Griechenland kam ich nochmals durch ein Dorf und hatte die Möglichkeit noch meine letzten Lek (albanisches Geld) auszugeben. Im Dorf kam ein Mann auf mich zu und bettelte mich an, meine Antwort ist in diesen Fällen: «ich schlafe selbst auf der Strasse, ich habe nichts». Auf einmal kamen Einheimische zu mir und nahmen mich zur Seite und sagten, dass ich nicht mit dem sprechen soll. Wahrscheinlich war es der Dorftrunkenbold, der etwas Kleingeld wollte. Auf der Seite an der Strasse waren überall Geschäfte und bei einer Bäckerei und später noch bei einem Lebensmittelladen kaufte ich noch Proviant ein. Der ganze Einkauf ging exakt auf, dass ich nur noch eine Münze aus Albanien dabei habe.
An der Grenze angekommen tat ich wieder so, als sei ich ein Auto und stellte mich in die Schlange. Schnell hatte ich die albanische Grenze verlassen und traf ein Pärchen aus Österreich, dass mich zuvor überholt hatte, da sie noch auf ihre Dokumente warten mussten, ging ich weiter. Weiter vorne bei den Griechischen Beamten musste dann ich als Fussgänger länger warten und das Wohnmobil war dann schneller. Aber dann hatte ich es auch geschafft, ich erreichte mein achtes Land auf der Reise und war somit in Griechenland. Ich verliess den Zoll und verstaute weiter vorne meinen Reisepass, als ich ins Gespräch mit drei Franzosen kam die mit ihren Motorräder reisen. Die Männer hatten auch Probleme mit ihren Dokumenten und wussten nicht wie es weiter geht und ich überlief gerade meine achte Grenze und wurde noch nie kontrolliert, geschweige denn mein Rucksack (ich möchte aber nichts verschreien, da noch die «härteste» Grenze vor mir liegt). Ich wünschte den Franzosen noch viel Erfolg und lief dann weiter.
Auch schon in Albanien wurde ich mehrmals gefragt, ob ich keine Angst habe von den Wölfen und Bären und ich sah das Risiko immer sehr klein. Nur wenige Schritte absolvierte ich in Griechenland als ich eine Tafel sah, wo beschrieben war, dass man vorsichtig fahren soll da Bären die Strasse kreuzen. Ich nahm es zur Kenntnis und ging weiter bis zum nächsten Dorf, da ich nicht mehr irgendwo meine Pause machen wollte. Kurz vor dem Dorf fuhren mir die drei Franzosen mit ihren Motorrädern vorbei und einer hielt an und gab mir einen, Traubensaft als Geschenk. Der Mann sagte noch zu mir «Als ich jung war bin ich per Autostopp durch Australien gereist und weiss, wie es ist». Auch wenn es nicht spezielles war, aber es war der beste Traubensaft, den ich je bekommen habe, da die Geste wunderschön war. Im Dorf angekommen machte ich meine Mittagspause. Ich legte mich zwischen zwei Betonbänke, da es stark windete. Ich schlief sehr gut, da es nicht so heiss war. Als ich wieder erwachte war es schon 15Uhr und staunte nicht schlecht, da ich zuerst dachte ich schlief so lange, aber später mehr dazu. Kurz vor 16Uhr lief ich weiter und da ich auf dem Weg mehrere Tafeln sah, die auf Bären aufmerksam machten, beschloss ich, bis Thessaloniki nur in der Nähe von Dörfern zu schlafen. In Griechenland fand ich heute schon mehrere Brunnen auf dem Weg, was mich positiv stimmt. Hinter mir drückte die Sonne durch und vor mir regnete es. Weshalb es für mich einen Willkommensgruss in der Form eines Regenbogens gab. Kurz vor dem Ziel sah ich Wildschwein Spuren im Gras, was ein weiterer Grund für mich war im Dorf einen Schlafplatz zu suchen. In Kottas angekommen lief ich zur Kirche und dort fand ich ein grosses Vordach, welches mir Schutz vor der Witterung bietet. Als ich mein Abendessen vorbereitete, guckte ein Kopf ums Eck. Es war ein Hund, der mich beobachtete, wir beide wussten nicht so recht was der andere macht. Wir gewöhnten uns aneinander und der Hund vertraute mir. Da ich noch keine neue Sim-Karte kaufen konnte, kann ich nicht sagen wie viele Kilometer ich zurückgelegt habe, schätzungsweise 47km.
Erst bevor ich schlafen ging sah ich, dass ich eine Zeitzone weiter bin und weshalb es auch beim Abendessen noch so hell war für mich und das erklärt auch wieso ich dachte ich hätte eine Stunde in der Mittagspause länger geschlafen.
Ich bin eine Zeitzone weitergelaufen!!!
Falenminderit Albania
Albanien hat mir sehr gut gefallen als Land und die Gastfreundschaft der Leute war phänomenal. Für mich gibt es zwei Sachen wie man einen Albaner erkennen kann, an der Jogginghose, da vor allem die Männer die bequeme Hose viel tragen und die Autos werden sehr viel gewaschen. Ich lief an vielen Waschstrassen vorbei und es war immer mindestens jemand sein Auto am Waschen. Diese zwei Punkte sind mir stark aufgefallen. Ich verstehe weshalb Albanien immer mehr bereist wird und die Mafia habe ich jetzt nie bemerkt. Auch wenn der Tourismus steigt durch die Korruption im Land wird sich nicht viel ändern.






















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